Interview: Roosevelt

Vor einem Jahr haben wir Marius Lauber, den Kopf von Roosevelt, auf dem Immergut Festival in Neustrelitz getroffen und interviewt. Der ehemalige Drummer von Beat!Beat!Beat! ist innerhalb des letzten Jahres viel herumgekommen. Zuletzt hat er sogar mehrere Gigs beim SXSW Festival in Austin, Texas gespielt. Wir blicken auf das Interview zurück und sagen euch, wo Roosevelt gerade steht.

Immergut Festival Neustrelitz, 01. Juni 2013:

Hi, wie geht’s dir und wie war deine Fahrt?
Sehr gut, danke! Wir sind sehr entspannt mit dem Taxi hergekommen, hier ist im Moment ja Schienenersatzverkehr. Normalerweise fahren wir eigentlich immer mit dem Zug! Zu zweit passt das immer sehr gut – Grüner Daumen und so!

Du bist bzw. warst Schlagzeuger bei Beat!Beat!Beat!, wie kamst du zum Projekt „Roosevelt“?
Ich hatte schon immer neben der Band meine eigenen Produktionen und habe auch die ersten beiden Beat!Beat!Beat! EPs produziert. Das lag daran, dass ich nicht nur GarageBand auf dem Computer hatte, sondern auch Logic. Ich habe das Ganze dann eher nach dem Motto“Learning by Doing“ gemacht. Nachdem wir das Album aufgenommen hatten („Lightmares“, 2010) und fast ein Jahr lang auf Tour waren, wollte jeder erstmal sein eigenes Ding machen und aus dem Dorf ausziehen. Weil ich Bock hatte weiter Musik zu machen, wurden das dann meine eigenen Produktionen. Dazu wollte ich auch live spielen und im besten Fall ein Label finden – was dann ja mit Greco Roman auch sehr gut geklappt hat.

Mit Roosevelt hast du dem Indie-Sound von Beat!Beat!Beat! etwas den Rücken gekehrt, wieso?
Ich habe schon früher meist immer Techno aufgelegt und war deshalb der elektronischen Musik sehr nahe, probiere aber jetzt beide Welten etwas zu mischen. Ich wollte zum Beispiel die Gitarren nicht ganz weglegen und auch den poppigen Sound nicht komplett aufgeben. Der elektronische Sound kam dann immer mehr dazu, als ich mit 19 nach Köln, das ja ein sehr elektronisches Umfeld ist, gezogen bin. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass dieses sehr funktionelle Techno-Ding nicht ganz so mein Fall ist. Dann lag es für mich auf der Hand, dass ich zwar elektronischer werden möchte aber immer noch Melodien, Pop und Gitarren einfließen lasse.

Live spielst du als Roosevelt unfassbar viele Instrumente selbst, woher kannst du das alles?
Mein ewiges Problem ist eigentlich, dass ich alles nur so ein bisschen kann. Ich hatte als Kind Klavierunterricht, hab dann in meiner ersten Band Gitarre gespielt, aufgehört und dann direkt, ein Jahr vor Beat!Beat!Beat! mit dem Schlagzeug-Spielen angefangen. Ich habe eigentlich überall mal reingeschnuppert, aber bin nirgendwo Profi. Das nervt zwar manchmal, ist aber gerade für mein Projekt sehr hilfreich.

Du hast zuletzt beim Electronic-Beats Festival in Prag gespielt. Wie war das für dich?
Das war bisher einer der größten Gigs mit Roosevelt und das Line-Up war für uns ganz komisch, weil wir nach Lana Del Rey gespielt haben. Wir haben uns aber in diesem Electronic-Beats Umfeld sehr schnell wohlgefühlt, weil unsere Musik zum Einen sehr gut da reinpasst und das Publikum unsere Musik auch sehr gut aufgenommen hat. Unser erstes mal in Prag war also echt gut!

Wie ist der Plan für ein Album, nachdem du jetzt die „Sea EP“ veröffentlicht hast?
Also im Juli kommt die EP („Elliot EP“, 2013), auf der neben „Sea“ auch drei neue Stücke sein werden und im Winter soll dann mein Album kommen. Vielleicht wird es auch etwas länger dauern, aber ich plane das Album fertig zu haben, wenn es nächstes Jahr wieder warm wird.

Wird sich der Stil von Roosevelt noch etwas ändern oder bleibst du den bekannten Sounds treu?
Der Stil wird eigentlich weitestgehend gleich bleiben, auch bei der Instrumentierung will ich mich nicht verändern. Was sich aber verändern wird ist die Produktion, in der Hinsicht wird es ein bisschen ausgereifter und durchdachter sein.

Heute:
Nachdem Roosevelt 2013 die „Elliot“ EP veröffentlichte, kam kurze Zeit später auch das Video zu „Montreal“ heraus, das Marius Lauber selbst produziert hat. Immer wieder hat er auch Remixe auf Soundcloud veröffentlicht, zum Beispiel zu „Someone New“ von Kakkmaddafakka oder „Les Dilettantes“ von COMA. Dazu war er mit den Crystal Fighters und Kakkmaddafakka auf Tour, im März 2014 hat Roosevelt dann mehrere Gigs beim SXSW Festival gespielt. Im Vorfeld des Festivals hat Roosevelt auf seiner Facebook-Seite das Ende des 2-Mann Live-Sets verkündet: „R.I.P. 2-man set! What a good time we had. Really gonna miss the trashy sound of pre-recorded cymbals! After bringing back the 3-man live set with drums only for special occasions last year, it will happen at every live set from now on. Looking forward!“

Was mittlerweile nur noch fehlt, ist das angekündigte Album, denn es wird ja schon wieder warm! Vielleicht ist die bis heute nie erschienene, aber angekündigte 10″ Vinyl der Elliot EP ja ein Indiz für ein baldig erscheinendes Album. Wir sind gespannt und freuen uns schon auf neue Musik von Marius Lauber aka Roosevelt!

Das Interview auf dem Immergut Festival entstand in Zusammenarbeit mit dem Studentenradio hsf.

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