Interview zum Maifeld Derby 2014

Vom 30. Mai bis zum 01. Juni findet das Maifeld Derby in Mannheim statt. Das kleine Festival geht dieses Jahr bereits in die vierte Runde und wartet mit insgesamt 60 Acts auf euch! Neben The National, Warpaint, Get Well Soon oder Bilderbuch haben die Veranstalter ein beachtliches Lineup für euch zusammengestellt! Wir sagen euch, warum ihr das Festival auf keinen Fall verpassen dürft und haben dazu auch mit den Machern des Maifeld Derbys gesprochen.

Timo Kumpf ist Veranstalter des Maifeld Derbys und auch Bassist von Get Well Soon. Matthias Rauch ist beim Maifeld Derby für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die PR/Kommunikation des Clustermanagement Musikwirtschaft Mannheim zuständig.

Was ist das Besondere am Maifeld Derby?
Timo Kumpf: Die Besonderheit besteht in der Liebe zum Detail. Wir kümmern uns bis zur Bratwurst um alles selbst. Dabei ist die Qualität genauso wichtig wie bei der Musikauswahl. Außerdem sind zwei von drei Hauptverantwortlichen des Festivals selbst Musiker bei Get Well Soon und konnten bereits europaweit Erfahrungen und Eindrücke von anderen Festivals sammeln.

Matthias Rauch: Es ist uns sehr wichtig, dass das Festival einen sehr persönlichen Charakter behält. Wie Timo schon sagt, ist es uns wichtig, auf die Kleinigkeiten zu achten, denn diese machen das Maifeld Derby letztlich zu einem besonderen Festival. Wir versuchen nicht nur beim Line-Up auf eine gewisse Dramaturgie zu achten, sondern auch hinter der Bühne und beim Catering ist es uns wichtig, dass wir ein stimmiges Konzept präsentieren.

Das Maifeld Derby ist ja noch ein sehr junges Festival, was hat euch veranlasst das Festival zu veranstalten?
Timo Kumpf: Der Wunsch ein eigenes Festival zu starten ist eigentlich fast schon so alt wie die Begeisterung für Musik. Mein erstes kleines Indoor-Festival habe ich mit 16 Jahren im Odenwald gestartet, von daher war es nur eine Frage der Zeit, das auch etwas größer anzugehen.

Matthias Rauch: Ich habe ja das Festival die ersten Jahre als Besucher bzw. als Medienvertreter besucht, aber es war von Anfang an offensichtlich, dass hier jemand liebt, was er tut. Dass Timo nach wie vor großer Musikfan ist, sieht man nicht nur am Programm, sondern auch an der Art und Weise der Gewichtung des Festivals. Das Maifeld Derby hält ein sehr persönliches und nahbares Musikwochenende parat, bei dem man sich nicht über ewig lange Anstehzeiten und übles Gedränge ärgern muss.

copyright sophie kritsche

Da das Festival in Mannheim stattfindet liegt ja eine Verbindung zur Popakademie nahe. Arbeitet ihr mit der Universität in bestimmten Bereichen zusammen?
Timo Kumpf: Ja, die Macher des Festivals haben sich an der Popakademie kennengelernt und die Zusammenarbeit ist nach wie vor eng. Aktuell gibt es das „Greener Maifeld Derby“, ein Projekt um das Festival nachhaltiger zu machen, 2012 als Rookie Of The Year auf der Shortlist um einen European Festival Award.

Matthias Rauch: In Mannheim gibt es eine sehr gute, wenn nicht gar einzigartige Verzahnung von Hochschulausbildung und städtischen kreativwirtschaftlichen Förderstrukturen, wie beispielswiese das Clustermanagement Musikwirtschaft. Timo hat ja wie so viele auch den Umweg über Berlin genommen, ist dann aber wieder nach Mannheim zurückgekehrt und hat das Maifeld Derby hier gestartet. Da kamen zweifellos verschiedene Faktoren zusammen, aber ein Aspekt waren sicherlich die sehr kurzen Wege zwischen Sponsoren und kommunalen Förderern sowie das sehr gute musikwirtschaftliche Netzwerk in Mannheim.

Das Maifeld Derby ist eines der kleineren deutschen Festivals, soll es in den nächsten Jahren wachsen?
Timo Kumpf: Naja, wir sind ja schon in den ersten 3 Jahren gewachsen. Für unser aktuelles Gelände und Konzept sind wir gar nicht mehr so weit von „ausverkauft“ weg. Und es gibt keine großen Bestrebungen, das noch weiter zu pushen. Wir selbst mögen keine überlaufenen Festivals und das wollen wir auch so beibehalten.

Matthias Rauch: Ich glaube, wir haben nichts dagegen, wenn das Festival organisch weiterwächst, solange wir garantieren können, dass die Atmosphäre des Festivals nach wie vor die gleiche bleibt. Wachstum um jeden Preis ist sicherlich nicht unser Ding und da gibt es ja genügend andere Festivals in dieser Kategorie, die man dann besuchen kann.

copyright sophie kritsche

Wie könnt ihr die Ticketpreise des Festivals vergleichsweise günstig halten? (3 Tage + Camping für unter 80 Euro ist sehr fair!)
Timo Kumpf: 3 Tage inkl. Camping kosten sogar nur 65  Euro! Anfallende Gebühren kommen ja nicht uns zugute. Aber die Frage ist natürlich berechtigt, denn das ist in der Tat nicht einfach und wir werden langfristig auch leider weiter etwas anziehen müssen. Aktuell heißt die Antwort aber: Selbstausbeutung von fast 130 freiwilligen Helfern. Aber das geht halt auch nicht ewig. Aber solange „Live Your Dream!“ noch geht, solange sollte man das auch so durchziehen.

Matthias Rauch: Das Festival lebt davon, dass es eine gemeinschaftliche Produktion im wahrsten Sinne des Wortes ist. Das macht natürlich auch den Charme des Festivals aus, denn es macht schon einen Unterschied, ob dein Kumpel das Bier zapft oder die Wurst verkauft, und der genauso an die Idee des Festivals glaubt wie alle anderen Beteiligten auch, oder ob das Menschen machen, die mit der Musik und der Idee des Festival überhaupt nichts zu tun haben. Langfristig müssen wir natürlich schon überlegen, inwiefern wir das auch für die Helfer auf solidere finanzielle Beine stellen können.

Was tut ihr dafür, um eine Insolvenz wie z.B. die des „Omas Teich Festivals“ zu verhindern?
Timo Kumpf: Da steckt man nicht immer ganz drin. Aber unter anderem deshalb wollen wir auch deshalb nicht riesengroß werden. Ich schlafe auch so schon schlecht genug. Das kann aber ganz schnell gehen, „Omas Teich“ ist ja nur eines von mehreren Beispielen. Ich persönlich verstehe ja nicht, warum die großen Festivals immer früher ausverkauft sind, aber die kleinen bis zum letzten Moment bangen müssen. Wer zahlt denn schon freiwillig 200 € um dann 3 km vor der Bühne zu stehen?

Matthias Rauch: Dem habe ich absolut nichts mehr hinzufügen.

Ihr habt mit „The National“ eine sehr große und erfolgreiche Band gebucht, lasst aber auch unbekanntere Künstler wie „Bled White“ auftreten. Worauf legt ihr bei der Auswahl eurer Musik besonders Wert?
Timo Kumpf: Wir buchen, was wir selbst mögen. Mit The National ist uns da natürlich der große Fang gelungen. Aber es ist uns auch ein großes Bestreben, neue Bands zu präsentieren. Unterm Strich muss einfach die Qualität stimmen, sonst kommt’s uns nicht auf den Teller.

Zuletzt eine persönliche Frage: Auf welche Band freut ihr euch am meisten?
Timo Kumpf: Das ist schwer und ändert sich auch öfter mal. Aktuell freue ich mich fast am meisten auf Wye Oak, deren neues Album mein persönliches Highlight des noch jungen Jahres ist.

Matthias Rauch: Ich freue mich besonders auf Future Islands, die mit „Singles“ vor kurzem ein weiteres Überalbum rausgehauen haben. Sohn und Son Lux sind Künstler, auf die ich mich ebenso freue wie auf Monochrome, St. Vincent oder einen eher introspektiven Künstler wie Lambert. Es gibt auch dieses Jahr auf jeden Fall wieder eine ganze Menge zu entdecken.

Im Festivaltrailer werden die meisten Bands des großartigen Lineups nochmal vorgestellt, wem das noch nicht genug ist, gefällt vielleicht folgender Punkt: Für das Maifeld Derby gibt es noch Tickets, die ihr zum Beispiel HIER erwerben könnt! Wir sind im Übrigen voll davon überzeugt, dass ein Ticketkauf die absolut richtige Entscheidung ist, denn beim Maifeld Derby erwartet euch keine Massenabfertigung – im Gegenteil: Ihr werdet mit offenen Armen empfangen und könnt eine schöne Zeit haben! Freunde von Indie-Rock und -Pop werden in Mannheim voll auf ihre Kosten kommen und dürfen sich auf eine ausgewogene Mischung zwischen bekannten Acts und Newcomern freuen! Wer sich noch weiter über das Festival informieren möchte, kann dies auf folgenden Seiten tun:

www.maifeld-derby.de
www.facebook.com/maifeldderby

Und damit ihr euch schonmal auf die Festival-Acts einstimmen könnt, haben euch die guten Menschen vom Maifeld Derby auch eine Spotify-Playlist vorbereitet!

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