Angehört: The/Das – „Freezer“

Vor einiger Zeit haben wir das Berliner Projekt The/Das vorgestellt, das aus zwei Drittel der Band Bodi Bill besteht: Anton Feist und Fabian Fenk. Schon seit 2012 machen beide unter diesem Namen Musik und haben zunächst einige eher techno-lastige Tracks beim italienischen Label “Life And Death” herausgebracht. Nach langer Wartezeit erscheint jetzt am 15. August das Debütalbum “Freezer“ beim Berliner Label “Sinnbus”, wir haben es uns angehört und können schon jetzt sagen: Es erwartet uns eine großartige musikalische Spannbreite.

Nachdem bereits die erste Singleauskopplung “My Made Up Spook”, die zugleich auch der Opener auf „Freezer“ ist, für einige Furore gesorgt hat, folgte zuletzt mit „Miami Waters“ die nächste Single plus Video. Das Musikvideo zum Song Nummer zwei auf dem Album entführt uns, passend zum Titel, ans Meer und liefert dazu Bilder im Stile eines Stilllebens. Auch sonst weiß der Track von sich zu überzeugen: Tanzbare Beats und weiche Synthesizer können beim entspannten Sonnenbaden ebenso aufgedreht werden, wie nachts im Club. Bereits an diesem Punkt des Albums merkt man, warum The/Das bei ihrem Sound von “Techno-Tenderness” sprechen. Der Gesang steht zwar meist im Fokus, doch immer wieder übernehmen die leicht treibenden Beats mit ihrem detailverliebtem Tiefgang das Ruder. Nach einem knapp sieben Minuten langen hypnotisch anmutendem Ausflug in die Gewässer Miamis, stellen The/Das mit „Parallel Worlds“ den nun bekannten Sound etwas auf den Kopf und liefern einen Rohdiamanten, der noch einige Zeit im Kopf herumschwirren kann, sofern man sich auf ihn einlässt. Danach kommt es wie so oft: Die traurigsten und ruhigsten Songs eines Albums faszinieren am meisten. Eröffnet von weichen Orgelklängen wartet auf „Receiver“ eine Frauenstimme, die traurig und schön zu gleich ist. Dadurch erinnert der wohl stärkste Song des Albums an „Depart“ von Bodi Bill, auf dem Mariechen Danz gefeatured wurde.

Mit „Operation Of Chance“ entführen uns The/Das in wieder neue Welten: Die Synths könnte man als „straight from the 80s“ bezeichnen, dazu wabernde Bässe, wie man es aus den elektronischen Songs des Jahrzehnts kennt. Mit den letzten drei Songs des Albums „This Place“, „Somebody Is“ und „Freezer“ endet das Debütalbum der Sinnbus-Band leider etwas schwächelnd, an die eindrucksvollen Sounds der vorherigen Tracks kommen die letzten Albumklänge nicht heran. Dennoch bleibt am Ende ein großartiger Eindruck: Wir hören keinen reinen Techno wie noch im Jahr 2012, „Techno Tenderness“ beschreibt den Sound nach wie vor am allerbesten. Ausgiebig arrangierte Beats mit stimmungsvollen Gesangsparts machen „Freezer“ zu einem Album, das ein echtes Ausrufezeichen ist und den Sound von Bodi Bill auf eine neue Stufe hebt. Dazu haben The/Das mit Sinnbus Records natürlich das passende Label gefunden.

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