Angehört: Cancer – „Ragazzi“

Beim Kopenhagener Label Tambourhinoceros sind einige großartige, wenn auch unbekannte, Künstler unter Vertrag, zu denen auch der junge Däne Kristian Finne Kristensen gehört. Unter dem Namen Chorus Grant hat er vor einigen Wochen sein Debütalbum „Space“ veröffentlicht, auf dem auch die eindrucksvolle Single „O Everyone“ zu finden ist. Scheinbar unaufhaltsam präsentiert Kristensen schon jetzt ein neues Projekt, das er zusammen mit When Saints Go Machine-Sänger Nikolaj Manuel Vonsild ins Leben gerufen hat: CANCER. Am 29. September erscheint „Ragazzi“, das erste Minialbum der beiden Freunde. Wir haben es uns angehört.

Um einen guten Einstieg in die Musik von CANCER zu bekommen, sollte man sich zunächst den oben erwähnten Chorus Grant Song „O Everyone“, ein paar When Saints Go Machine Tracks und zu guter letzt die Live-Session zu CANCERs „Body On The Bones“ anschauen und anhören. Die Session wurde in einem Kopenhagener Wohnzimmer aufgenommen und zeigt mit einem Mal die musikalische Stärke des Projekts: Die markante Stimme von When Saints Go Machine-Sänger Vonsild legt sich über eine experimentierfreudige Instrumentierung aus Gitarren und gezielt eingesetzten Synths, dazu gesellt sich die warme Stimme von Kristian Finne Kristensen.

Steigt man in das Minialbum „Ragazzi“ ein, wartet das ruhige und sphärische „Age Of Pinballs“ auf seine Zuhörer. Das Duo CANCER baut wie auch schon in der Live-Session auf seine unglaublichen Stimmen, die über einem noch so minimalistischen Sound eine immerwährende Präsenz ausstrahlen können. „FKA IP“ führt mit sanften Gitarren genau diesen Weg fort und überzeugt mit einem einsetzenden Beat, der zum mitgrooven einlädt. Mit „Same Color As Digital Photography“ liefern Kristensen und Vonsild wahrscheinlich den stärksten ihrer sechs neuen Songs ab. Durchzogen von einer getragenen Ruhe und einsetzenden Synth-Organ Klängen macht der Track einiges her!

„Hunting Large Cats From Helicopters“ wirft mit seinem Titel zunächst große Fragen auf und eine längere Zeit wechseln sich verspielte Sounds ab, ohne dabei die allgegenwärtige Ruhe des Albums zu verlassen. Versetzt man sich beim Hören in das Bild des Titels herein, merkt man schnell, was CANCER mit diesem Song vor hatten. Nach fast 10 Minuten ist dieses Schauspiel vorbei und man ist fast am Ende des Mini-Albums angekommen. Über „Body On The Bones“ geht es zu „Hot Snake Dead Body“, das der Platte einen gebührenden Abschluss beschert.

CANCER lassen auf ihrem Debüt niemals Langeweile aufkommen und heben die Sounds ihrer anderen Projekte auf eine ganz neue Stufe. Die Reduzierung des Sounds ist hier mal wieder ein großer Gewinn, denn nur dadurch wirken Kristian Finne Kristensen und Nikolaj Manuel Vonsild in großartiger Weise zusammen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.