Angehört: BRNS – „Patine“

Endlich auch in Deutschland erhältlich! Das quasi-Debüt der vier Belgier ist am 21. November nun mit einiger Verspätung auch in Deutschland erschienen.

Ihre EP „Wounded“ aus dem Jahre 2012, von der Band auch selber eher als Mini-Album bezeichnet, war schlichtweg großartig. Komplexe, düstere Songs mit Post-Rock Anleihen wie der Titeltrack „Clairvoyant“ oder das catchy, freche „Mexico“, das sich in Belgien zum Insiderhit entwickelte. Abwechslung vermisst man nicht auf der ersten Veröffentlichung von BRNS.

Tim Philippe, Antoine Meersseman, Diego Leyder, César Laloux ihrerseits „Multi-Instrumentalisten“ haben nun ihr Debüt veröffentlicht. „Patine“ heißt die Scheibe, mit 54 Minuten Spielzeit ist das Album ein ziemliches Brett geworden. „Patine“ – zu Deutsch Patina bezeichnet eine durch natürliche oder künstliche Alterung entstandene Oberfläche (Struktur und Farbe). Eine Art Metallkorossion. Thanks Wikipedia! Wie man sich das vorstellen kann? Das Cover beantwortet diese Frage:

BRNS - Patine Cover

Doch wieso Korrosion? Da denkt man an Dinge, die in Vergessenheit geraten sind und der Zeit überlassen wurden. Alt, kaputt, verbraucht. Doch verbraucht klingt der Sound auf „Patine“ ganz und gar nicht. Im Gegenteil. Er ist abwechslungsreich und vorallem verdammt spannend. In Belgien und Frankreich ist das Album bereits am 10. bzw. 20. Oktober erschienen. In Deutschland ist es seit dem 21. November mit einiger Verspätung ebenfalls erhältlich. Auf neue Live-Termine in unseren Landen wartet man dafür aber noch vergebens. Im Frühjahr waren BRNS bereits zusammen mit den Landsmännern von Girls in Hawaii für ein paar Termine in Deutschland unterwegs.

„Void“ heißt der erste Track auf „Patine“, der schon vorab mit einem fantastischen Video, das mehr Kurzfilm als Musikvideo ist, veröffentlicht wurde. Eine gute Entscheidung. Void ist eine recht sperrige Eröffnung. Ein Song, der sich mehrmals aufbaut und wieder zusammen fällt. Ein Song der erst nach mehrmaligem Hören so richtig gefallen will.

„My Head Is Into You“ bildet einen der Höhepunkte auf „Patine“. Beginnend mit dem entzückenden Melodica-Intro, den einsetzenden Drums die immer präsenter werden, bis zum explosiven Finale. Ein Wahnsinns-Song. Tim, eigentlich Drummer(!), übernimmt hier überwiegend den Gesang. Gefühlt teilt er sich auf „Patine“ den Gesang 50/50 mit Bandkollege Antoine. Allein diese Tatsache gibt der Platte schon ein ganz anderes Feeling als auf „Wounded“. Auch weil der Gesang noch ein bisschen weiter nach hinten gerückt ist. Stets im Nebel hinter Schwaden aus sphärischen Sound-Flächen oder als weit entfernter Chorus versteckt. Selten steht er klar im Vordergrund.

BRNS sind sich auf „Patine“ ihrem Sound treu geblieben. Doch wirkt die Platte insgesamt sperriger und noch düsterer als das, was wir bisher von der Band gehört haben. Die Verspieltheit, die Wounded so großartig gemacht hat, blitzt auf „Patine“ leider zu selten auf. Dennoch ist es ein solides quasi-Debüt geworden mit einigen Songs die absolut herausstechen. Bleibt nur zu hoffen, dass es die Jungs nach ihrer derzeitigen Tour durch Belgien und Frankreich, dann auch bald wieder nach Deutschland führt.

Die Band wird übrigens Brains gesprochen und wie der NME kürzlich herausgefunden haben will, ist die Band benannt nach einer Figur aus der UK-Kultserie „The Thunderbirds“. Brains ist dort, naheliegend, der Schlaufuchs der Truppe. Auch war es der NME der die Band auf die „most exciting new bands in 2013“ Liste setzte. Zurecht, wie wir finden.

Fazit: BRNS – still exicting in 2014.

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