Angehört: Findus – „Quatscherei“ EP

Die letzte Veröffentlichung auf Delikatess Tonträger kommt von der Gruppe Findus, die erst vor 10 Monaten ihr Album "Vis A Vis" veröffentlicht haben.

Neben dem Jubel über eine neue Veröffentlichung von Findus, die erst vor 10 Monaten ihr drittes Album „Vis A Vis“ veröffentlicht haben, schwingt bei der „Quatscherei“ EP (erscheint am 23. Januar) auch eine gewisse Trauer mit: Die EP der Band wird die letzte Veröffentlichung beim Hamburger Label Delikatess Tonträger sein. Die Plattenfirma hatte sich im Jahr 2009 aus einem freundschaftlichen Musikkollektiv gegründet, um „Sansibar“, das erste Album von Findus zu veröffentlichen. Über die Jahre kamen dann mit Bands wie Herrenmagazin oder Frau Potz einige weitere großartige Acts zum sympathischen Label, das sich einen wichtigen Standpunkt in der deutschen Indie-Landschaft erarbeitet hat.

„Wir gehen mit einem Knall. Es hört auf, womit es angefangen hat: Findus. Anfang 2015 mit einer EP, die es in sich hat.“

Ebenso wie ihre nun ehemaligen Labelchefs verstehen es Findus seit Jahren hart für ihre Musik zu arbeiten. Seien es die kleinsten Clubs oder große Festivals, Findus lassen nichts aus und schreiben weiter neue Songs. Und das zahlt sich aus: Die „Quatscherei“ EP reiht sich in den großartigen Sound der Band ein, den man auch schon auf dem letzte Album genießen konnte. Songs wie „Nachtwache“ oder „Mondspaziergang“ hallen immer noch nach, da könnten die vier neuen Tracks kaum passender kommen. Mit „Hafenklang“ hat die Band eine kleine Ode an den gleichnamigen Hamburger Club geschaffen, in dem sie den gemeinsamen Konzertbesuch eines Paares beschreiben, der am Ende vollkommen ausartet. Schnell ist er dann auch da, dieser Sound, der die Gruppe Findus so einzigartig macht: Zwischen Melodie und irgendwie-doch-Punk-Rock entwickelt sich ein perfekter Mittelweg, der auch live eine große Energie entfaltet.

„Ich bin gelangweilt von dir und deinen Ideen“

Dass bei Findus „Independent als Künstleridentität und nicht als Verkaufsstrategie“ an erster Stelle steht, liest man im Pressetext, aber das dürfte sowieso jedem klar sein. Egal ob in Sachen Label oder der eigentlichen Musik, hier ist noch alles echt. Der Titelsong der EP zeigt die rauere Seite der Band aus Hamburg, die man so zuletzt vielleicht auf dem Album „Mrugalla“ gehört hat. Anders könnte man die besungene Thematik wohl auch gar nicht angehen, denn Langeweile lässt bekanntlich jeden etwas fahrig werden. Nachdem man von „Quatscherei“ etwas durchgeschüttelt wurde, darf man sich sofort zum Tanzen bereitmachen. Sänger Lüam, Kristian, Stefan, Danny und Timo präsentieren mit „Handflächen“ mal wieder eine Nummer, die nicht ohne Grund als „Indiediscopunk“ beschrieben wird. „So mag der Wind uns in das Nichts entführen, alles wird Gold und alles wird leer“ singt die Band gewohnt druckvoll in „Gold“, dem finalen Song der EP. Melodische Gitarren, ein Klavier und eben dieser Text lassen eine melancholischen Stimmung entstehen, die zur etwas traurigen Stimmung um das Label passt. Findus beweisen einmal wieder, dass sie aus der deutschen Musiklandschaft nicht wegzudenken sind und nach wie vor für einen bodenständigen wiegleich faszinierenden Sound stehen. Dass die Band schnell eine neue Labelheimat finden wird, die ebenso wie Delikatess Tonträger zu ihr passt, steht außer Frage.

Findus Quatscherei live 2015

23.01. KIEL Schaubude
29.01. BREMEN Tower
30.01. OSNABRÜCK Kleine Freiheit
31.01. AACHEN Musikbunker
04.02. KASSEL Schlachthof
05.02. DORTMUND FZW
06.02. SIEGEN Vortex Surfer
07.02. KÖLN Werkstatt
11.02. FRANKFURT Bett
12.02. MÜNCHEN Sunny Red
13.02. LEIPZIG Täubchenthal
14.02. BERLIN Badehaus

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