Angehört: Maribou State – „Portraits“

Und als erstes kam das Rauschen - Maribou State veröffentlichen am 29.5.2015 ihr kraftvolles Debüt "Portraits".
Maribou State (c) William Cooper-Mitchell

Und als erstes kam das Rauschen.

Maribou State veröffentlichen mit „Portraits“ zur Jahreshälfte über Counter Records ein kraftvolles und doch minimalistisches Debüt. In jedem der zehn Songs rauscht es im Hintergrund auf die angenehmste Art und Weise ein wenig, so als ob das Duo ihr Album direkt vor der Tür oder in hörbarer Nähe zum Meer aufgenommen hätte. Die Atmosphäre lässt aber weniger an die sonnige Südsee, vielmehr an eine Klippenküste in Irland denken, wo Wind und Wetter etwas rauer sind und dem Gemüt zusetzen. Besonders der Opener „Home“ lässt einen sofort diese entspannte Stimmung spüren, die im Sommerurlaub an der englischen Küste sofort aufkommt.

Zwischen Dubstep und House variieren die Tracks mal mit, mal ohne Vocals von aufgeregten Clubsounds, bis zu entspannten Sommertracks, perfekt für den lauen Abendausklang. Wem das zu sehr nach eintönigem Mainstream-House klingt, wird an der anderen Stelle von den experimentierfreudigen Londonern überrascht. Besonders mit den Vocals wird hier gespielt und dem Album so einen abwechslungsreichen Klang gegeben. Mit Jono McCleerys klarer Stimme in „Say more“ kommt ein Hauch James Blake und eine Priese R’n’B in den Sound von „Portrait“. Holly Walker spendet zwei Tracks ihre entspannte Stimme: „Steal“ ist der Song, der jeden Alltag vergessen lässt und mit „Midas“ auf den Ohren sollte man sich sofort aufs Fahrrad setzen und durch die Stadt cruisen. Der Track „Rituals“ bricht mit der Gelassenheit der restlichen Songs. Ohne hektisch zu wirken, treibt der Beat an und ist der wohl beste Track des Albums für das Londoner Nachtleben.

Mit „Portraits“ bringt das Londoner Duo Maribou State ein beeindruckend vielseitiges Album für den Frühsommer heraus, ohne dass der Sound des Albums auseinander zu fallen droht oder konfus wirkt. Alles folgt einer klaren Linie und nach 40 Minuten kann man sich nicht mehr sicher sein, ob das nicht vielleicht doch das Meer ist, was im Hintergrund so wohlig rauscht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.