Die Geschichte von Bilderbuch: Spott&Hohn und Woodiwoo

Wir haben uns auf Spurensuche nach Österreich begeben und die Nebenprojekte von Bilderbuch Sänger Maurice Ernst und Bassist Peter Horazdovsky gefunden
Bilderbuch © Niko Ostermann

Über Bilderbuch braucht man eigentlich nicht mehr viel sagen. Hits wie „Plansch“ oder „Maschin“ hallen wohl noch ewig nach, das Neo Magazin Royal von Jan Böhmermann wurde mit Softdrinks ausgestattet und die größten Festivals des Landes bespielt. Hinzu kommt, dass die Band um Sänger Maurice Ernst vor ihrer Erfolgs-LP „Schick Schock“ mit „Nelken & Schillinge“ und „Die Pest im Piemont“ schon zwei beachtliche Alben veröffentlicht hat. Doch soviel sei vorweg genommen – das war nicht alles! Wir haben uns auf Spurensuche in die österreichische Heimat der Band begeben und in einem Gespräch spannende Geschichten erfahren.

„Ich weiß nicht genau, was zuerst da war, Bilderbuch oder Spott & Hohn. Ich denke, es war beides ungefähr zur gleichen Zeit, 2005 oder 2006. Damals waren alle Beteiligten 15 oder 16 Jahre alt und sind auf verschiedene Klosterschulen in Oberösterreich gegangen (alles Privatschulen, darum sind die auch alle so gescheit). Jedenfalls sind Spott & Hohn Maurice Ernst (bekanntlich der Sänger von Bilderbuch) und Philipp Prückl (jetzt Bassist von Farewell Dear Ghost und The Nintendos). Die großen „Widersacher“ von Spott & Hohn waren bzw. sind – es gab ja nie eine Auflösung der Bands – Woodiwoo. Zu Woodiwoo gehörten Andreas Födinger (erster Schlagzeuger von Bilderbuch), Peter Horazdovsky (Bass bei Bilderbuch) und Christoph Lederhilger (The Nintendos).

Die beiden Bands bestanden also aus Mitgliedern von Bilderbuch und The Nintendos, wobei ich, wie gesagt, nicht sicher bin, ob es damals The Nintendos und Bilderbuch schon gab. Aber ich denke schon. Jedenfalls waren Woodiwoo und Spott & Hohn immer in einer Art Wettstreit und haben sich zum Beispiel gegenseitig beschimpft, obwohl sie in Wirklichkeit natürlich alle die besten Freunde waren. Auffällig sind dabei aber die abweichenden musikalischen Ausrichtungen der beiden Bands. Spott & Hohn lässt bereits die textlichen Raffinessen des Maurice Ernst erkennen, was beispielsweise auf ihrem Debütalbum „Skylla mampft die Gitarre“ zu hören ist, das im Jahr 2006 als „Weihnachtsgeschenk“ erschienen ist.

Spott & Hohn

Jedenfalls haben beide Bands seit 2006 nicht mehr wirklich was gemacht, weil sie sich ihren anderen, aussichtsvolleren Projekten gewidmet haben. Bis Spott & Hohn Anfang 2013 ein Video zu „Opa (ist der schönste Mann)“ auf ihrer mittlerweile gelöschten Facebook-Seite veröffentlicht haben. Den Song gibt es aber immerhin noch auf Bandcamp zu hören.

Das war auch in etwa die Zeit, als Bilderbuch angefangen haben ihre neuen Songs zu schreiben, also „Maschin“ und „Plansch“. Ja und seitdem ist wohl eher weniger Zeit für Spott & Hohn. Ich träume nach wie vor von einem Spott & Hohn vs. Woodiwoo Reunion-Konzert. Ob man die beiden Bands ernst nimmt oder als Spinnereien von ein paar Teenagern sieht, bleibt wohl jedem selbst überlassen.“

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