So war es beim Lollapalooza Festival in Berlin

Zum ersten Lollapalooza Festival in Berlin strömten pro Tag mehr als 40.000 Besucher, die von Acts wie Macklemore, Tame Impala oder Everything Everything begrüßt wurden. Wir haben ein paar Eindrücke vom Festival festgehalten.

Am Sonntagabend ging die Europa-Premiere des Lollapalooza Festivals in Berlin zu Ende. Mehr als 40.000 Besucher strömten pro Tag auf den ehemaligen Flughafen Tempelhof, was zumindest am ersten Tag für einige Festivalgänger in langen Schlangen vor Toiletten oder vor Essensständen endete. Doch von solch kleineren Anlaufschwierigkeiten abgesehen, hat sich der Festivalexport aus Chicago als überaus sympathische Massenveranstaltung bewiesen.

Der Festival-Samstag

Neben in wilden Fahrzeugen über das Gelände sausenden Steampunks, beeindruckenden Artisten und einem wunderschönen Angebot für die kleinsten Festivalbesucher stand natürlich die Musik im Vordergrund des Lollapaloozas. Auf vier Bühnen präsentierte sich ein bunt durchmischtes Programm von Chart-Pop bis hin zu Indie-Sensationen. Mit Everything Everything stand aus letzterer Kategorie schon am Samstag Nachmittag eine Band auf der Bühne, die sich mit ihren letzten zwei Alben in die Herzen eines größeren Publikums gespielt hat. Großartige Songs wie „Kemosabe oder „Regret“ wurden mit einer faszinierenden Genauigkeit umgesetzt, sodass man sich an der ein oder anderen Stelle wenigstens kleine Fehler gewünscht hätte. Über die Auftritte von MS MR und der Supergroup aus Franz Ferdinand und Sparks ging es am Samstag in großen Schritten auf einen verheißungsvollen Abend zu, den Deichkind mit einer Show zwischen Wahnsinn und Perfektion eröffneten. Mit einer gewissen Unsicherheit gestaltete sich das Warten auf The Libtertines, hatte die Band um Pete Doherty doch erst zwei Tage zuvor ihren Auftritt in London wegen eines medizinischen Notfalls abgesagt. Mit den ebenso rotzig wie rumpelig runtergespielten Songs „Horrorshow“ und „Vertigo“ haben die Briten dann doch ihr Konzert begonnen und zumindest einige Besucher ratlos zurückgelassen. Zwar besserte sich die Qualität des Konzertes zunehmend, doch nach „Music When the Lights Go Out“ musste dann doch nochmal ein kleiner Marsch zur Hauptbühne zurückgelegt werden, um einen äußerst redseligen und gut gelaunten Macklemore zu sehen.

Der Festival-Sonntag und das nächste Lollapalooza in Berlin

Run The Jewels waren am Sonntag das erste große Highlight auf der Alternative Stage. El-P und Killer Mike stellten sehr schnell unter Beweis, dass alle Lobeshymnen für ihre beiden bisher erschienenen Alben absolut gerechtfertigt sind. Mit den Berliner Bands Beatsteaks und Seeed traten zudem zwei echte Publikumsmagneten auf, die es wie kaum andere Bands schafften, das Publikum in Ekstase zu versetzen. Mit einem bunt psychedelischen Auftritt von Tame Impala ging dann auf der Alternative Stage das Festival zu Ende. Wie so viele Acts waren auch die Australier von der Berliner Premiere des Festivals begeistert. Auch Perry Farrell, der Gründer des Lollapaloozas, zeigte sich im Pressegespräch begeistert von der Location des ehemaligen Flugfeldes und erwähnte, dass man sich als Festival ohne Campingmöglichkeiten besonders der Stadt anpassen und auch Clubs von einer solchen Veranstaltungen profitieren lassen wolle. Dazu kündigte das Organisationsteam an, dass das Lollapalooza Berlin auch im nächsten Jahr wieder auf dem Tempelhofer Feld stattfinden wird: als Termin ist das Wochenende vom 10. bis 11.September angekündigt.

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