Angehört: RAZZ – „With your hands we’ll conquer“

RAZZ sind schon lange keine Geheimtipp mehr - mit ihrem Debüt "With your hands we'll conquer" liefern die vier Jungs nun ein frisches und aufregendes Indierock-Album.
Foto von Olaf Heine

Berlin Festival, Deichbrand, Hurricane, Kosmonaut, Lollapalooza, Rocco Del Schlacko – die Liste lässt sich fast endlos weiterführen. RAZZ haben im vergangenen Festivalsommer so gut wie jedes Festival mit Rang und Namen bespielt. Hinzu kommt eine gut gefüllte Liste von Clubs in Deutschland und Nachbarländern wie den Niederlanden, in denen RAZZ bisher schon auf der Bühne standen.

Like a fire, like a stone, it will break someday

Das Erstaunliche dabei ist nur, dass das, was sich wie ein normaler Terminkalender von jeder etablierten Band liest, alles ohne ein komplettes Album im Gepäck geschah. Und ähnlich wie bei Annenmaykantereit funktioniert das bei den Jungs aus dem Emsland bisher ziemlich gut.

Nun kommt mit „With your hands we’ll conquer“ endlich ein wunderbar aufregendes und erwachsenes Debüt zum Vorschein. Der Sound der Platte ist einer klaren Linie, dem alternativen Indie-Rock gewidmet. RAZZ erfinden zwar nicht das Rad neu, jedoch klingen die zwölf Songs frisch und lebendig.

They came to me in the pouring rain

Obwohl andere Songs vom Album schon lange durch diverse Youtube-Videos bekannt sind, wurde „Black Feathers“ zur ersten offiziellen Singleauskopplung. Der Opener des Debütalbums zeichnet schon eine klare Linie für das gesamte Album vor – der leicht düstere Sound und die raue einzigartige Stimme von Sänger Niklas geben dem Song einen leicht dreckigen Charme. Hinzu kommt ein Refrain, der sich schnell als Ohrwurm festsetzt.

Der unpolierte raue Klang zieht sich auch durch die restlichen Songs des Albums, ohne dass „With your hands we’ll conquer“ ein tristes, gar aggressives Gefühl hinterlassen würde. Die bisher noch unbekannten neuen Songs, wie „Blink Of An Eye“ oder „Rising Tide“ brillieren durch gut durchdachte Kompositionen und komplexe Songstrukturen, dass man sich wundern könnte, dass diese Werke von Jungs am Anfang ihrer Zwanziger stammen. Die Refrains laden zum Mitsingen ein und könnten bald auf der nächsten guten Indie-Party gespielt werden.

Where you go, Where you go, Where you go, I follow.

Erst im letzten Drittel fällt einem dann der wohl bekannteste Song in die Hände: „Youth & Enjoyment“ versprüht eine gewaltige Ladung von jugendlichem Enthusiasmus und hält auch in einer Songzeile den Titel des Debütalbums für uns bereit. 2014 spielten RAZZ schon einmal auf dem Hurricane Festival, gar nicht so weit weg von ihrer Heimat im Emsland. Das dazu entstandene Video ist mit eben diesem ersten großartigen Song unterlegt und zeigt vier Jungs, die es einfach noch nicht ganz begreifen können, dass das der Anfang von etwas sehr Besonderem sein könnte. Der Auftritt auf dem Hurricane Festival ist nun schon zwei lange Festivalsommer her und RAZZ sind auf dem besten Wege, mit ihrem großartigen Debüt durchzustarten.

 

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