FUENF ALBEN

Wir haben fünf Alben zusammengetragen, die man sich im Jahr 2015 angehört haben sollte.

Unzählige Magazine küren jedes Jahr die besten Alben der vergangenen 12 Monate, meist tauchen dann aber immer die gleichen Platten auf. Da wir da – wie bereits im letzten Jahr – nicht mitmachen wollen und andere das sowieso viel umfangreicher machen, als wir es je könnten, präsentieren wir an dieser Stelle nur fünf Alben. Wie bei allen FUENF Listen ist es nicht unser Anspruch, die besten Werke des Jahres abzubilden, sondern nur ein paar Highlights herauszustellen. Vorhang auf für: Sizarr, Bilderbuch, EL VY, Dagobert und Zugezogen Maskulin.

sizarr-nurture

Sizarr – „Nurture“

27. Februar 2015 / Four Music

Sizarr haben Anfang dieses Jahres ihr Album „Nurture“ veröffentlicht und schnell war klar, dass dies eines der besten Alben des Jahres sein sollte. Mit ihrem zweiten Album präsentiert die Band aus Landau einen reifen, vielseitigen und international klingenden Nachfolger für „Psycho Boy Happy“. Viel wurde über dieses im Jahr 2012 erschienene Debüt der drei Musiker gesagt und geschrieben, doch Fabian Altstötter, Philipp Hülsenbeck und Marc Übel sind trotz aller Erfolge nicht abgehoben, vielmehr sind sie und ihre Musik daran gewachsen. Produziert von Markus Ganter hat das Trio mit „Nurture“ seinen Sound auf eine neue Stufe gehoben, für die Songs wie „Clam“, „Baggage Man“ oder „Slightly“ nur drei Paradebeispiele sind. 

zugezogen_maskulin

Zugezogen Maskulin – „Alles Brennt“

13. Februar 2015 / Buback Tonträger

Grim104 und Testo von Zugezogen Maskulin haben ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Fast alle Feuilletons haben über das wohl aufstrebenste Rap-Duo des Jahres geschrieben und sich mit ihrem Album „Alles Brennt“ beschäftigt – und das zu Recht. Das Duo hat eine beachtenswerte LP veröffentlicht, die wie kaum ein Zweite aktuelle Diskussionen und Problematiken in den Fokus rück. „Plattenbau O.S.T.“ zeichnet dabei Bilder einer Generation im Osten ohne Perspektive, „Oranienplatz“ hingegen beschäftigt sich auf eindrucksvolle Art und Weise mit der Flüchtlingsdebatte. Zugezogen Maskulin haben es geschafft (Trap) Sounds mit gesellschaftskritischen Texten zu verbinden und so eins der spannendsten Alben des Jahres abgeliefert.

bilderbuch-schickschock-cover

Bilderbuch – „Schick Schock“

27. Februar 2015 / Maschin Records

Die Welle des Erfolgs nimmt für Bilderbuch nicht ab. Nachdem bereits in den Jahren 2013 und 2014 die Erwartungen an die Österreicher stiegen und stiegen, erschien im Februar endlich das dritte Album der Band. „Schick Schock“ ist eine Mischung aus bereits zuvor veröffentlichten Songs wie „Maschin“ oder „Plansch“ und beeindruckenden „neuen“ Stücken wie „Softdrink“, „Barry Manilow“ oder „Gigolo“. Dass die Band um Sänger Maurice Ernst für die Produktion ihres Albums öfter einmal in Kanye Wests „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“ reingehört hat, lässt sich nicht abstreiten, doch solch ein Sound mit solch einem Gesang ist und bleibt aufregend!

Dagobert_Afrika

Dagobert – „Afrika“

20. März 2015 / Buback Tonträger

Wie schon auf seinem selbstbetitelten Debüt singt Dagobert auf „Afrika“ wieder von der Liebe, diesmal aber auf eine andere Art und Weise: Schon mit dem Titeltrack und Album-Opener zeigt der Sänger eine spannende, neue Seite und eröffnet Einblicke in eine Gedankenwelt voller Träume, Sehnsucht, aber auch Frohsinn: „Denn ich geh nach Afrika, mit meinem Herz bin ich schon da und singe mit den Affen“. Musikalisch bewegt er sich dabei auf wohl überdachten Wegen: Die Dienste seiner musikalischen Gäste Konstantin Gropper alias “Get Well Soon” oder Mille von Kreator sorgen immer wieder für Highlights, wie zum Beispiel die Gitarrenriffs in “Wir leben aneinander vorbei”. Produziert wurde das Album wieder vom Erfolgsgaranten Markus Ganter, der diese ebenso diversen wie großartigen Musiker mit Bedacht zusammenhält und seinen Status in der deutsche Musikszenen einmal mehr unter Beweis stellt. Dagobert macht da weiter wo er aufgehört hat und begeistert nach wie vor Vertreter der Schlager-, Indie- und HipHop-Szene.

 

El-VY-Return-to-the-Moon-Artwork

EL VY – „Return To The Moon“

30. Oktober 2015 / 4AD

Auch wenn The National in diesem Jahr eine kleine Pause eingelegt haben, wird Frontmann Matt Berninger des Arbeitens nicht müde. Zusammen mit Brent Knopf – früher bei der Band Menomena, heute bei Ramona Falls – hat er das Projekt EL VY gegründet und das Album „Return To The Moon“ veröffentlicht.  Das Duo präsentiert darauf wohl durchdachten Indie-Pop, der mit seinen Referenzen an die 80er und 90er-Jahre im Titelsong „Return To The Moon“ seinen Höhepunkt findet. Nach 16 Jahren The National zeigt sich, dass der Stimme von Matt Berninger auch ein anderer Sound hervorragend steht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.