Flut im Interview: „Die 80er üben auf uns eine Faszination aus“

Die österreichische Band Flut hat vor Kurzem ihr neues Video "Tiefschlaf" veröffentlicht. Im Interview sprechen sie über die Ästhetik der 80er Jahre, Austro-Pop und ihre Pläne für 2016.

Vokuhila, VHS Optik und Bomberjacken. So präsentieren sich Flut aus Österreich in ihrem aktuellen Musikvideo „Tiefschlaf“. Die Musik Band um Sänger Johannes Paulusberger spielt mit der Ästhetik der 1980er Jahre und so halten auch Synthesizer und Vocoder Einzug in die neue Single, die vor Kurzem auf Kassette veröffentlicht wurde. „Auf uns üben die verschiedenen Klänge, die Art und Weise der Kompositionen, aber auch visuelle Stilelemente eine gewisse Faszination aus“ beschreibt die Band und erklärt, dass man sich nicht nur einzelner Elemente der 80er bedienen, sondern sich „noch weiter dieser Welt widmen“ wolle. Die gemeinsame Vorliebe für diese Ästhetik sei auch dafür ausschlaggebend gewesen, das Vorgängerprojekt zu beenden und Anfang 2015 mit neuem Schlagzeuger und Keyboarder die Band Flut zu gründen.

Zunächst fand die Gruppe dabei Gefallen an Künstlern wie Depeche Mode oder Yes, mit der Zeit habe man aber auch immer mehr Zugang zu Musikern gefunden, die zeitgleich im deutschsprachigen Raum aktiv waren. „Hier sind besonders Vertreter der Neuen Deutschen Welle, wie Spliff oder Steinwolke zu nennen, aber auch Kraftwerk haben mit ihren Alben „Computerwelt“ und „Trans Europa Express“ einen schweren Eindruck bei uns hinterlassen“ sagen die Oberösterreicher. Die Faszination für solch ikonische Künstler spiegelt sich auch in der Einstellung zur eigenen Musik wider, denn die Stimmigkeit der verschiedenen Soundkomponenten sei bei ihren Songs besonders wichtig, sagen Flut. „Darunter verstehen wir unter anderem, dass die verschiedenen Klänge im Einklang mit der Idee stehen, was Flut als Gesamtes verkörpern soll. Wir geben uns dabei auch sehr viel Mühe Menschen nicht nur mit unserer Musik zu unterhalten, sondern eine kleine Welt zu kreieren, in die man eintauchen und sich wohlfühlen kann.“

Dass sich Flut ihre eigene kleine Welt kreieren, wird schon deutlich, wenn man die Homepage der Band besucht. Über grelle, neonfarbene Schriften gelangt man schnell in einen Online-Shop, in dem ein Nissan Bluebird zum Verkauf angeboten wird. „Wir haben vor einiger Zeit ein Musikvideo gedreht. In diesem ist der Nissan Bluebird, den wir im Internet gekauft und in einer spektakulären Abholaktion durch Felder und Wiesen transportiert haben, zu bewundern. Vielleicht wird es ja irgendwann einmal veröffentlicht. Der Nissan steht auf alle Fälle zum freien Verkauf!“

Trotz ihrer eigenen musikalischen Welt, die sich problemlos auch ins Jahr 1985 übertragen ließe, sehen sich Fliut als Teil des neuen Austropop, dem Bilderbuch und Wanda nicht unwesentlich den Weg ebneten. „Es ist auf alle Fälle richtig, dass es jetzt gerade sehr viele Bands gibt, die auf ihre Art und Weise sehr gute und interessante Musik machen. Wir denken, dass wir mit unserem Stil auch ein neues Element dazu beitragen.“ Warum österreichische Musik derzeit aber einen Auftrieb erfährt, der erst einmal nicht aufzuhören scheint, bleibt offen. „Vielleicht ist es auch der wiedergefundene Glaube daran, mit seiner Musik wieder ein größeres Publikum erreichen und begeistern zu können. Sei es in Österreich oder auch in Deutschland und der Schweiz.“ 

Flut jedenfalls haben genau dieses Potenzial, mit ihrer Musik ein größeres Publikum begeistern zu können. Der Song „Schiffbruch“ ist hierfür ein weiteres großartiges Beispiel und reiht sich in die beschriebene Ästhetik ein, wirkt dabei aber noch etwas rauher als „Tiefschlaf“. Einige weitere Songs, die noch in diesem Jahr erscheinen sollen, seien auch schon angesammelt, sagen Flut zum Schluss des Interviews. Vielleicht sehen wir dann schon bald, wofür der Nissan Bluebird zum Einsatz kam.

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