Vague brauchen für ihr Debüt „In The Meantime“ keinen Hype

Vague aus Wien greifen mit ihrem ersten Album auf Rockströmungen der 80er/90er, vor allem aber auf Post-Punk und Shoegaze zurück - mit beachtlichem Suchtpotential.
Foto von Gabriel Hyden

Wer nach österreichischen Bands mit einer Leidenschaft für Gitarrenrock sucht, der stößt früher oder später auf Siluh Records. Ein Labelumfeld wie geschaffen für Vague. Das junge Quintett aus Wien veröffentlicht dort am 22. April sein Debüt „In The Meantime“. Nachdem Vague ihre beiden EPs „Television“ und „Tempays“ in bester DIY-Manier produziert hatten, holten sie sich beim Album Rat vom umtriebigen Kollegen Mario Zangl (u.a. Mile Me Deaf).

 

Schaffensprozess wie auch Live-Auftritte zeichnet eine Besonderheit aus: Einen klassischen Frontmann gibt es nicht. Auf dem Debüt stammen die Songs zu gleichen Teilen aus der Feder der drei Gitarristen Konstantin Heidler, Gabriel Hyden und Simon Dallaserra, die sich ebenso bei den Gesangsparts abwechseln. Die Dynamik auf „In The Meantime“ profitiert von den flachen Hierarchien, ohne dass der Albumfluss darunter leidet.  Für die passende Begleitung auf langen Busfahrten oder an chilligen Sommerabenden sorgen Vague mit schwer hallendem, unwiderstehlichem Gesang, vereinahmendem Gitarrenspiel und dröhnendem Bass. Sie greifen zurück auf die Rockströmungen der 80er/90er, vor allem auf den Post-Punk und Shoegaze.

Bevor sich Ähnlichkeiten zu Bands wie The Cure oder Echo And The Bunnymen zu breit machen, zücken sie zum Beispiel in „You Know It’s There“ die Mundharmonika für einen psychedelischen Ausflug. Zwischen Gelassenheit und Betrübnis wankend ist „In The Meantime“ ein ausgefeiltes Album, zu dessen Songs wie „Park“ oder „Vacation“ es sich auch nach dem Sommer noch durch den Tag driften lässt. Außerdem zeigen Vague, dass es nicht immer Bilderbuch, Wanda usw. sein müssen – ihr englischsprachiger Gitarrenrock aus Österreich hat genauso viel Suchtpotenzial.

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