Die Perlen der Woche: James Blake, Anohni, LUH, Captain Planet und mehr

Nachdem Kanye West und Beyoncé ihre Alben über Nacht veröffentlicht haben, folgt auch James Blake dem Trend. Dazu erscheinen spannende Alben von Anohni oder LUH (ex WU LYF) oder "Ein Ende" der Punk Rock Band Captain Planet. 
James Blake Artwork, LUH Foto von Francesca Allen, ANOHNI Artwork

James Blake
Der britische Songwriter und Produzent James Blake hat über Nacht sein neues Album „The Colour in Anything“ veröffentlicht – ohne vorher eine offizielle Single oder ein Video zu präsentieren. Der Albumtitel und das Artwork (aus der Feder des Cartoonisten Sir Quentin Blake) wurden bereits Anfang der Woche präsentiert, ernst wurde es jedoch gestern Abend, als James Blake via Twitter das Album für Mitternacht ankündigte.

„The Colour in Anything“ ist mit seinen 17 Tracks und 76 Minuten Spielzeit fast doppelt so lang wie das Vorgängeralbum „Overgrown“ und enthält auch ein Feature von Bon Iver („I Need A Forest Fire“). Produziert wurde das Album von Blake und Rick Rubin, aber auch Frank Ocean hat am Album mitgeschrieben. Am 4. Juni wird James Blake auch beim Maifeld Derby in Mannheim auftreten.


Radiohead
Am vergangenen Wochenende begannen Radiohead damit, auf ihrem Instagram Account kurze Teaservideos hochzuladen. Ein zwitschernder Vogel aus Knete war zu sehen, dazu setzten nervöse Geigen ein. Am Dienstag war es dann soweit, Radiohead veröffentlichten fünf Jahre nach ihrem letzten Album „The King of Limbs“ das Video zu ihrer neuen Single „Burn the Witch“

Und wie es scheint, haben Radiohead noch einiges mehr vor, denn wie im Vorfeld zu „Burn The Witch“ haben sie wieder einen kurzen Teaser bei Instagram hochgeladen. Diesmal zu sehen: Ein unruhiger Thom Yorke, der durch ein leeres Gebäude streift. 

Update 17:15 Uhr: Mittlerweile ist das komplette Video zu „Daydreaming“ (Regie führte Paul Thomas Anderson) auf der Radiohead Homepage zu sehen. Das neue Radiohead Album erscheint am 8. Mai.

A video posted by Radiohead (@radiohead) on


LUH
Ende 2012 löste sich die Band WU LYF überraschend auf und Sänger Ellery James Roberts ging mit seiner charismatischen Stimme eigene Wege. Nachdem er zunächst „Kerous Lament“ und dann zusammen mit Ebony Hoorn „Unites“ veröffentlichte, wurde bald klar, dass ein neues Projekt geboren war: LUH („Lost Under Heaven“).

Mit „Spiritual Songs For Lovers To Sing“ erscheint nun das Debütalbum von LUH und das Duo schafft es damit gleichermaßen zu verzücken, verwirren und zu überfordern. Im Vorfeld des Albumreleases haben wir uns mit Ellery über eines der interessantesten Alben des Jahres und seine ehemalige Band WU LYF unterhalten. Ende Mai sind LUH auch in Deutschland auf Tour – präsentiert von DIFFUS.


Captain Planet
Die norddeutschen Punks von Captain Planet sind ein hervorragendes Beispiel dafür, dass gute Dinge Zeit und die deutsche Musiklandschaft mehr Punk-Rock braucht. Mit ihrem mittlerweile vierten Album „Ein Ende“ (erscheint bei Zeitstrafe) macht die Band genau das, was man von einem guten Punk-Rock Album erwartet: Zehn geradeaus gespielte Songs auf einer Gesamtlänge von nicht einmal 30 Minuten.

Die Energie, mit der Captain Planet dabei zu Werke gehen ist auch nach dem 2012er Vorgängeralbum „Treibeis“ die selbe geblieben: Sänger Jan Arne von Twistern verarbeitet seine Wut schreiend in eindrucksvollen und teils absurden Texten, die von einem donnernden Gerüst aus Schlagzeug und Gitarren zusammengehalten werden. In einer Reihe von Bands wie Love A, Matula oder Turbostaat präsentieren Captain Planet eine Platte, die beweist, dass auch kleinste Veränderungen Spaß machen können.


Anohni
Seit Ende 2015 ist Anton Hegarty von Antony & The Johnsons als Künstlerin Anohni aktiv, wobei sich die Sängerin in Interviews schon sehr lange als Transgender bezeichnet hat. Mit einem neuen Namen hat sich Anohni aber auch einen neuen Sound zugelegt. Aus dem fast sakralen Pop der letzten Jahre ist Dancepop geworden, der nun auch auf Grund seiner Themen in aller Munde ist.

Harsche Kritik bestimmt „Hopelessness“, wobei Anohni besonders Obamas Drohnen-Krieg oder auch den Fortbestand des Gefangenenlagers Guantanamo anprangert. In einer Verbindung mit elektronischen Sounds der Produzenten Hudson Mohawk und Oneohtrix Point Never hat die Sängerin ein wegweisendes Solodebüt geschaffen, das sie am 28. Juni in Berlin und am 29. Juni in Köln live präsentieren wird.


RY X
Ry Cuming ist ein umtriebiger Künstler. Vor vier Jahren hat er gemeinsam mit Frank Wiedmann (u.a. auch Teil des House-Duos Âme) den Song „Howling“ veröffentlicht und anschließend ein gleichnamiges Projekt ins Leben gerufen. Mit dem britischen DJ Adam Freeland tobte sich der Musiker daneben in dem minimalistischen Projekt The Acid aus.

Mit „Dawn“ erscheint nun ein Soloalbum von Ry X, das der Nachfolger seines Debüts von vor sechs Jahren ist. Trotz Einflüssen wie dem Berliner Techno oder Surfurlauben in Costa Rica ist das Album von der Einsamkeit und Abgeschiedenheit seiner Heimat Australien geprägt. Neben neuen Songs finden sich auf „Dawn“ auch ältere Hits wie „Howling“ und „Berlin“.

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