George Cosby veröffentlicht seine EP „A Savage Kiss“ + Fotos aus Berlin

Mit epischen Songs voller Herzschmerz steuert der Londoner auf Großes zu. Die zweite EP „A Savage Kiss“ erscheint am Freitag, wir haben Bilder von seinem Support-Gig in Berlin.

Widrigen Bedingungen muss George Cosby zunächst im Berliner Privatclub trotzen, wo er für Benjamin Francis Leftwich eröffnet: Die E-Gitarre knackst anfangs böse, bis ein Techniker zu Hilfe eilt. Das gesprächsvertiefte Publikum lässt sich außerdem kaum von seinem „Shh“ unterbrechen, so dass ihn das kurze Set hindurch ein Grundrauschen begleitet. Glücklicherweise schlägt George Cosby unbeirrt die Saiten an und überdeckt die Geräuschkulisse mit heftigen Gefühlen und einer Stimme, die in Höhen wie Tiefen bis ins Mark erschüttert.

Das reduzierte Setting (nur E-Gitarre) ist für den britischen Songwriter ein bisschen ungewohnt, was man auch daran merkt, dass er zwischendurch einwirft: „Das ist eigentlich ein Piano-Song, aber mal sehen“. Dass seine tragischen Liebeslieder keine effektverstärkende Instrumentation brauchen, um ihre Wucht zu entfalten, macht dieser Auftritt deutlich: Sein Gesang allein reicht völlig aus. Jeff Buckley, Antony And The Johnsons, David Gray, Hozier – das sind Anhaltspunkte, um George Cosby einzusortieren.

Seit seiner Debüt-EP „Human Touch“, die letztes Jahr erschienen ist, handeln den jungen Londoner vor allem britische Indie-Blogs als einen der markantesten Newcomer. Am 14. November legt er mit der „A Savage Kiss“-EP drei neue Stücke nach. Die düsteren Popsongs inszeniert Cosby auf Platte oder bei Auftritten mit seiner Live-Band etwas epischer, neben der Gitarre oft mit Piano-Klängen und hallenden Background-Gesängen.

Der beste Beweis dafür, dass wir es hier mit einem Künstler zu tun haben, der zum Format eines Hozier oder Tom Odell aufsteigen könnte, ist „All Of You Love“ von der neuen EP. Der Song nistet sich fest ein, verlangt danach, ihn immer wieder zu hören und lässt Pathos ungeniert zu.  Die Wirkung ist so befreiend wie niederschlagend, großer Pop eben. Der eine oder andere Privatclub-Besucher wird es im Nachhinein vielleicht noch bereuen, seiner Unterhaltung so viel und George Cosby in diesem kleinen Setting so wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu haben.

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