VEE im Interview: „Ich bin ein absoluter Nachtmensch“

Future R&B und Trip Hop aus Deutschland ist noch eine Seltenheit. Als VEE füllt Musikerin und Modedesignerin Yulie einen Teil dieser Lücke. Im Interview spricht sie über ihre Ästhetik und ihren Sound.
Foto von Liz Napino

Eine Mischung aus düsterem Elektropop und zerbrechlichen R&B/Trip Hop-Sounds kombiniert mit einem ambitioniert inszenierten Video, das die visuellen Möglichkeiten von 2D- und 3D-Darstellungen auslotet – leugnen kann man die Ähnlichkeiten zu FKA Twigs oder Banks nach VEEs Clip zur ihrer ersten Single „Innocence“ nicht. Mit den Künstlerinnen teilt sie aber auch das Gänsehautgefühl der emotionalen Lyrics und eine starke eigenständige Ästhetik. Im Fall von VEE rührt sie vor allem daher, dass sie ihr musikalisches Werk eng mit ihrer Arbeit als Modedesignerin unter dem Label Distressed Dolls verknüpft:

„Das gehört für mich ganz eng zusammen, da beides Ausdruck und Verwirklichung meines Selbst und damit Teil meiner Persönlichkeit ist. Im Video zu „Innocence“ ist ein Choker meines Labels zu sehen und auch andersherum ist der Fashion Film von Distressed Dolls mit einem Song von VEE unterlegt.“

Nach einigen Erfolgen mit Distressed Dolls legt Yulie alias VEE ihren Fokus nun auf die Musik. Ihr Gespür für das Visuelle setzt sie natürlich trotzdem für ihre Live-Performance ein. Die dunkle Atmosphäre ihrer Songs überträgt sie, indem sie komplett in schwarz gekleidet und mit maskierten Musikern im Hintergrund auftritt:

„Ich bin ein absoluter Nachtmensch und fühle mich im Schutz der Dunkelheit oft viel freier und kann dann auf gewisse Weise mehr ich selbst sein. Diese Atmosphäre möchte ich auch auf der Bühne und generell mit meiner Musik erzeugen. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, an dem man in sich gehen und sich selbst erleben kann. Das leistet für mich die Musik und das drückt sich dann eben auch in der Bühnenshow und der Mode aus.“

Ihre erste EP will VEE, nachdem sie für ein Studium von Hannover nach Mannheim umgezogen ist, bis Ende des Jahres fertigstellen. Wie sie im Interview verrät, ist „Innocence“ nur der vielversprechende Vorgeschmack auf das, was kommt: „Es wird tiefe Bässe, geschliffene Synths und einen tiefen Einblick in meine Gedankenwelt geben. In den Lyrics und der Musik findet man alles, was ich sonst für mich behalte.“

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