10 Essentials von Marteria

Marteria ist einer der besten und erfolgreichsten deutschen Rapper. Nun kehrt er mit seinem neuen Album "Roswell" zurück, außerdem erscheint im Juni ein dazugehöriger Spielfilm. Wir haben die wichtigsten Songs seiner außergewöhnlichen Karriere zusammengestellt.
Foto von Paul Ripke

Geschichten gibt es einige über Marteria: Aufgewachsen im Rostocker Plattenbau ist er auf dem besten Weg dazu, Fußballprofi bei Hansa Rostock und in der Jugendnationalmannschaft zu werden. Mit nicht einmal 18 Jahren geht er dann nach New York, um als Model zu arbeiten. Das alles erlebt Marten Laciny vor seiner Rap-Karriere.

Nachdem er sowohl unter dem Namen Marteria, als auch mit seinem Alter-Ego Marsimoto einige (in der HipHop Szene wohl aufgenommene) Platten veröffentlicht, erscheint im Jahr 2010 das wegweisende Album „Zum Glück in die Zukunft“. Marteria gilt damals zusammen mit Casper als Wegbereiter einer neuen deutschsprachigen HipHop-Welle und als er gemeinsam mit Yasha und Miss Platnum das Projekt „Lila Wolken“ startet, stellt sich auch der große Charterfolg ein. In der Folge ist Marteria unter anderem als Co-Autor für Die Toten Hosen tätig und festigt mit neuer Musik („Zum Glück in die Zukunft II“, „Ring der Nebelungen“ als Marsimoto) sowie Konzerten in großen Stadien seine Position als Popstar. Vor zwei Jahren dann aber der Schock: Laciny steht mit einem akutem Nierenversagen kurz vor dem Tod. Seitdem gilt seine Leidenschaft dem Angeln, Alkohol-und Drogenexzesse sind passé.

Nun kehrt Marteria mit seinem neuen Album “Roswell” zurück. Mit seiner tiefen Stimme, Wortwitz und einer feinen Beobachtungsgabe besingt er darauf politische und gesellschaftlichen Spannungen, ohne allerdings den Zeigefinger zu heben. Marterias Kritik versteckt sich im sanften Mantel des Pop und in der großen Alien-Thematik des Albums („Aus Area 51 wird Marteria 51, aus Roswell wird Rostock“). In Kooperation mit dem Berliner Regisseur Specter ist außerdem der Spielfilm „Antimarteria“ entstanden, in dem das Albumthema noch weiter ausgeführt wird. All das ist eigentlich schon genug, um der Arbeit von Marteria mit einer tiefen Verbeugung zu huldigen, doch passend zu seinem Album-Release gibt es hier die zehn Marteria-Essentials.

Marteria – Endboss

Super Mario, PacMan, Space Invader, Tetris und einige weitere Videospiel-Klassiker lieferten die Basis für Marterias Musikvideo „Endboss“. Dazu blickt er – wie auch in vielen anderen Songs – auf sein Leben zurück: Seine wichtigsten Lebensabschnitte setzt er mit verschiedenen Levels eines Computerspiels gleich. Bevor sein Album „Zum Glück in die Zukunft“ im August 2010 erschien, lieferte dieser Song einen perfekten Ausblick auf die Dinge, die noch folgen sollten. „Konsole an, das Spiel kann beginnen.“

Marteria – Alles Verboten feat. Casper

Wie eingangs erwähnt, sorgten Marteria und Casper in den Jahren 2010 und 2011 dafür, dass deutschsprachiger HipHop einen neuen Popularitätsschub bekam. Statt allerdings ihre eigenen Wege zu gehen, arbeiteten beide immer wieder zusammen. Nach „Rock ‚N‘ Roll“ (erschien 2009 auf dem Selfmade Records Sampler „Chronik II“) und vor „So Perfekt“ (erschien 2011 auf Caspers Album „Xoxo“) namen sie „Alles Verboten“ auf – ein Song, der bis heute immer wieder von beiden Künstlern live gespielt wird.

Marteria, Yasha & Miss Platnum – Lila Wolken

In Zusammenarbeit mit Yasha und der Sängerin Miss Platnum erschien im Jahr 2012 Marterias größter Hit „Lila Wolken“: Über 300.000 verkaufte Singles stehen bis heute zu Buche. Das Musikvideo wurde unter anderem auf dem Gasometer in Berlin-Schöneberg sowie an einigen weiteren Plätzen der Hauptstadt gedreht.

Marteria – Neue Nikes

„Meine Nikes weg, bin aus dem Vertrag wieder raus, dem Teufel war kalt, er hat sie geklaut. Trag wieder Adidas, Reeboks und Gola, doch meine Seele gehört Coca Cola.“ 

Marteria – Marteria Girl

Auch wenn „Marteria Girl“ nicht der größte Hit auf „Zum Glück in die Zukunft“ zu sein scheint, entwickelte er sich in den vergangenen Jahren dennoch zu einem. Bei Marterias energetischen Konzerten kommt dies besonders gut zum Vorschein. Der Wurst-BH sorgte zur Veröffentlichung des Musikvideos außerdem für einige Schmunzler.

Marteria, Maeckes, Abramz, Sylvester, Lady Slyke, Bris Jean – Blue Uganda

Im Zuge einer Projektreise der Trinkwasserinitiative Viva con Agua nach Uganda haben Marteria und Maeckes mit afrikanischen Künstlern den Song „Blue Uganda“ an einem Tag in Kampala geschrieben, im Studio produziert und Abends live auf der Bühne präsentiert. Der Erlös aus den Single-Verkäufen kam dem „WASH“-Projekt (Water, Sanitation & Hygiene) zu Gute, durch welches Trinkwasserbrunnen für Menschen im Norden Ugandas realisiert werden.

Marteria – Die Nacht ist mit mir feat. Campino

Nachdem Marteria zusammen mit Campino bereits einige Stücke für das Die Toten Hosen Album „Ballast der Republik“ geschrieben hatte, kam es auf „Zum Glück in die Zukunft II“ zum Rückspiel. Marteria erzählt in einem Interview: „Campino kommt bei dem Stück erst am Ende ins Spiel, ist eher eine zusätzliche Klangfarbe und bringt noch etwas Power rein. Mir ging es genau um dieses Run-DMC-Aerosmith-Feeling, das man von „Walk This Way“ kennt.“

Marteria – Kids (2 Finger an den Kopf)

Als Marteria seinen Song „Kids (2 Finger an den Kopf)“ und das dazugehörige Musikvideo veröffentlicht, bezieht er eindeutig Stellung: Erwachsensein ist völlig unangebracht, wendet euch lieber mal wieder dem Kiffensaufenfeiern zu.

Marteria – Mein Rostock

Auch wenn Marterias Leben oft ungeahnte Wendungen nahm, eine Konstante kannte es immer: Rostock. Auf „Zum Glück in die Zukunft II“ widmete Marteria seiner Heimatstadt eine eigene Hymne, die er im Jahr 2015 vor knapp 20.000 Fans auch in Rostock performte – mit Tränen in den Augen.

Marteria – Das Geld muss weg

Nach der ersten Vorab-Single „Aliens“ gewährte Marteria mit „Das Geld muss weg“ weitere Einblicke in sein neues Album. Mit ihrem eigenwilligen Beat sowie einem eingängigen und kritischen Refrain avanciert der Song sofort zu einem neuen Marteria-Essential.