„Und schreib bitte die Eins aus“: Zugezogen Maskulin sind gewohnt kritisch zurück

Nachdem Zugezogen Maskulin in den vergangenen Jahren Deutschrap in Brand gesetzt haben, heißt es nun "Alle gegen Alle". Ende Oktober erscheint das dritte Album des Duos bei Four Music. Seht hier das neue Musikvideo "Was für eine Zeit".
Foto von Robin Hinsch

Vor knapp einem Jahr veröffentlichten Zugezogen Maskulin „Ratatat im Bataclan“ und sorgten mit dem grenzwertigen Titel für Furore. Testo und Grim104 wollten mit ihrem ersten neuen Song seit dem erfolgreichen Album „Alles Brennt“ (2015) keinesfalls die Opfer des Attentats auf den Pariser Musikclub Bataclan diffamieren, vielmehr nutzen sie den Terroranschlag um der Gesellschaft wieder einmal den Spiegel vorzuhalten. Bereits auf „Alles Brennt“ ist dem Duo dieses Vorhaben hervorragend gelungen und über Trap-Einflüssen, harten und dreckigen elektronischen Beats wurden Fremdenhass, Homophobie und Hipstertum mit antifaschistischer Attitüde und einer gewaltigen Portion Ironie verarbeitet. Die großen deutschen Tageszeitungen und Magazine setzten sich in der Folge ausgiebig mit Zugezogen Maskulin auseinander, endlich sei Deutsch-Rap wieder politisch und sogar die Welt schrieb„dass der deutsche HipHop wieder dorthin rückt, wo er 2015 hingehört. Nach links.“

Nachdem ihr letztes Album bei der Hamburger Plattenfirma Buback Tonträger erschien, sind Zugezogen Maskulin mittlerweile bei Four Music unter Vertrag. Am 20. Oktober 2017 erscheint dort ihr neues Album „Alle gegen Alle“, das von Markus Ganter (u.a. Casper, Sizarr, Dagobert) produziert wurde. Inwieweit sich das Duo mit ihrem Albumtitel auf die gleichnamige Platte von Slime aus dem Jahr 1983 bezieht, wird spätestens am Tag der Veröffentlichung deutlich werden – thematisch steht man der Punkband natürlich nahe.

Den ersten Einblick in ihr neues Album gewähren Zugezogen Maskulin mit ihrem verstörenden Video zu „Was für eine Zeit“. Der Clip wurde wieder von Martin Swarovski gedreht, der auch schon für „Plattenbau O.S.T.“ oder „Alles Brennt“ verantwortlich war. Im Song heißt es unter anderem: „…und schreib bitte die Eins aus, sonst schlag ich dir den Schädel zu Brei“ oder „Flüchtlingsheim, Molly rein, just a Prank, war nur Spaß“.  Das Duo scheint seine ebenso aggressive wie kluge Kritik nicht verlernt zu haben.

Seht hier das Musikvideo zu „Was für eine Zeit“: