Von Wegen Lisbeth im Videointerview: „Mit dem zweiten Album haben wir ein cooles neues Ziel“

Beim Kosmonaut Festival haben wir auf dem Tretboot mit Julian und Matze von Von Wegen Lisbeth über die Erfahrungen des letzen Jahres, neue Musik und extreme Sprache in aktueller deutschsprachiger Popmusik gesprochen.

Von Wegen Lisbeth haben bereits im Jahr 2014 mit ihrer EP „Und Plötzlich der Lachs“ für Aufsehen gesorgt – das Video zur Single „Sushi“ entwickelte sich zu einem kleinen Youtube-Hit. Das ganze ist dabei nicht verwunderlich, denn die Berliner Band steht für deutschsprachigen Indie-Pop, der neben Gitarre, Schlagzeug und Bass noch einiges mehr zu bieten hat. Detailverliebtheit trifft auf ausgefallene Sound, weshalb sich auch mal Steeldrum und elektrische Harfe in den Songs finden lassen. Nach eigener Aussage „in den frühen Nullerjahren“ gegründet, gingen Von Wegen Lisbeth nach unzähligen Konzerten in ihrer Heimatstadt schließlich regelmäßig mit AnnenMayKantereit auf Tour, eine große Fangemeinde ließ nicht lange auf sich warten.

Im Vorfeld ihrer Albumveröffentlichung haben wir Sänger Matze schon im letzten Jahr beim Kosmonaut Festival zum Interview getroffen und mit ihm über Trash-Instrumente, Albumaufnahmen und die Nachhaltigkeit von Themen wie „Tinder“ gesprochen. Mittlerweile ist das Debütalbum „Grande“ ein Jahr alt geworden, Zeit genug, um an den gleichen Ort zurückzukehren und noch einmal mit Von Wegen Lisbeth zu sprechen.

Die Erfahrungen des letzen Jahres seien größtenteils positiv gewesen, dazu hätte man sich auch einen kleinen Kindheitstraum erfüllen können, indem man auf dem Fusion Festival gespielt habe. Nun sei aber endlich wieder die Zeit gekommen, um an neuen Songs für ein zweites Album zu arbeiten. „Wir lassen uns mit dem zweiten Album aber noch viel Zeit. Gerade Text-mäßig muss das immer relativ lange wachsen, bis es dann für das Album gut genug ist“ erklärt Julian. Matze erzählt weiter: „Man sagt ja immer, dass das zweite Album total scheiße wird. Aber einen Druck, dass es so gut werden muss wie das erste, verspüren wir nicht. Solange das so ist, ist es gut.“

Vor einigen Monaten hieß es in der Zeit, dass deutschsprachige Popmusik durch Künstler wie Faber, Kraftklub oder eben Von Wegen Lisbeth wieder provokanter werde. Die „sanften Pop-Männer“ würden plötzlich schlimme Wörter benutzen und der Macho ins traurige Liebeslied zurückkehren. Julian erklärt dazu: „Den Artikel fand ich eigentlich sehr gut! Natürlich ist es eine krasse Aussage ‚Du verdammte Hure‘ oder ‚Bitch ich bin für dich‘ zu singen, aber die Aussage ist ja eigentlich genau andersrum.“