Die besten Songs des Monats

Fjørt – Windschief

Fjørt gehören schon seit Bandgründung zur Speerspitze der deutschen Post-Hardcore-Bewegung, welche sich innerhalb der letzten Jahre leider immer weiter dezimiert hat (RIP Escapado, RIP Kill Kim Novak). Mitte November erschien das dritte Album „Couleur“ der dreiköpfigen Band aus Aachen. Auf zwölf Songs wird sich verbal politisch und zwischenmenschlich ausgekotzt. Instrumental ist die Band einerseits kälter und härter denn je, andererseits halten Post-Rock-Passagen Einzug, geben den Texten Zeit nachzuwirken und sorgen bei den Hörenden für kurze Entspannungsmomente, nur um kurze Zeit später wieder laut, intensiv, wütend und emotional aus der Ruhe auszubrechen. Der Song „Windschief“ ist der eingängigste, emotionalste und zugleich beste Song des Albums und beinhaltet mit der Zeile „Was dir fehlt, schneide ich aus mir heraus“ eine der besten deutschsprachigen Lines seit Langem.

Am Tag ihrer Album-Veröffentlichung haben wir Sänger Chris Hell und Bassist David Frings in Berlin getroffen und im Interview unter anderem über die düsteren Soundwände der Platte und scharfe Beobachtungen einer sich verändernden Gesellschaft gesprochen.