Spotlight Österreich: Die fünf spannendsten Künstler

Hunney Pimp

Im Jahr 2017 durfte Rap endlich wieder zwanglos sein: In den vergangenen Monaten brach nicht zuletzt der österreichische Einfluss rund um Yung Hurn, Crack Ignaz und das Hanuschplatzflow-Kollektiv längst verkrustete Strukturen im deutschsprachigen HipHop auf. Hunney Pimp ist Wienerin und reiht sich in die Riege jener Künstler ein, denen man den Spaß an der Musik in jeder Zeile anhört.

Zunächst veröffentlichte die 27-jährige ihr kostenloses Mixtape „Zum Mond“, auf dem sie über smoothe und trappige Beats wahlweise rappt, singt oder in bester Spoken Word-Manier ihre Gegenwart reflektiert. Inhaltlich spielt sich ihre Musik in einem vergleichsweise engen Kosmos ab, fängt dabei aber maximal authentisch die Lebensrealität einer ganzen Generation ein. Ihr Debütalbum „Schmetterlinge“ veröffentlichte Hunney Pimp im Oktober, darauf präsentiert sie mit viel Poesie, dass sie verwundbar und stark zugleich ist. In ihren oftmals abstrakten Konstruktionen behandelt sie Drogen, Schlaf- und Wachzustand, Realität und Fantasie sowie eine Menge Frust: „Es wird ned besser, je länger man schweigt.“

Wo genau Hunney Pimps Schaffen dabei zu verorten ist, bleibt am Ende des Tages offen. Immer wieder landet die Newcomerin in der schwammigen „Cloud Rap“-Sparte, die szeneintern inzwischen fast wieder als Schmähbegriff gilt. Sich selbst möchte sie gar nicht als Rapperin bezeichnen und überhaupt: Die Nähe zum Pop und RnB ist kaum zu überhören. Hunney Pimp schafft mit ihrem nebulösen Sound den Spagat zwischen Kitsch und Coolness. Verfolgt sie ihren Weg genau so konsequent weiter, könnte sie in den nächsten Monaten schon zum nächsten großen Star werden. Aufmerksamkeit bekommt sie jedenfalls immer mehr: Zuletzt tauchte sie mit einem Refrain in einem Song von Dexter und Ahzumjot auf.