BARU

DIFFUS TITELSTORY #1

Vor knapp zwei Jahren haben Baru ihr Debütalbum “Sailors Of The City” veröffentlicht und damit bewiesen, dass geradlinige Popmusik nicht auf Postpunk-Anleihen oder spannende Synth-Sounds verzichten muss. Produziert von Tobias Siebert und Nikolai Potthoff, der schon für Muff Potter oder Ahzumjot arbeitete, hat die Band einen frischen Sound geschaffen, dem mit „Take A Look“ auch ein kleiner Indie-Hit entsprungen ist.

Geprägt vom Auszug aus der Heimat kehren Ferdinand Weigel, Jacob Feustel und Andres Seidel im Jahr 2015 mit vielen Ideen, neuer Musik und einigen Live-Auftritten zurück. Getreu dem Motto „Humanimals“ vertrauen Baru ganz ihrem Instinkt und lassen so einen großen Unterschied zwischen Mensch und Tier verschwimmen. Das Trio errichtet eine neue Ära in der Bandgeschichte, deshalb haben wir uns mit ihnen für die erste DIFFUS Titelstory unterhalten.


„Wir machen schon immer so Musik, wie sie im jeweiligen Moment aus uns herauskommt. Wir waren mit dem ersten Album sehr auf dem Trip, große eingängige Refrains zu schreiben und diese sehr poplastig zu gestalten. Das macht einfach Spaß und wenn der Song auch auf Akustikgitarre am Lagerfeuer gut klingt, mögen wir das sehr“, beschreibt Schlagzeuger Jacob die Musik seiner Band und trifft damit ganz das neue Motto „Humanimals“. Baru haben sich von ihren gewohnten Gegebenheiten losgerissen und sind passend zum Titel ihres Debütalbums erst einmal in die Großstadt, nach Leipzig, gezogen. Dort hat das Trio neue Rückzugsräume gefunden, in denen sich die Einstellung zur eigene Musik aber nicht geändert hat – Popmusik bleibt. Bei Baru bedeutet das aber keineswegs Stagnation, denn man will etwas experimenteller werden und sich von nun an etwas mehr trauen, meint Jacob.

Wenn der Song auch auf Akustikgitarre am Lagerfeuer gut klingt, mögen wir das sehr.

Was die Art und Weise betrifft, wie wir die Musik leben und sehen, und vor allem wie wir uns sehen, ist das doch eher Indie


In ihrer neuen Heimat wurde die Band zwangsläufig mit einem Thema konfrontiert: Pegida. Jacob  beschreibt, dass die Proteste sie sehr getroffen haben. „Gerade weil Andres in Dresden wohnt, wo der Unfug herkommt, geht der ganze Trubel nicht an einem vorbei. In Leipzig ist unser Proberaum, da ist das momentan nicht anders.“ In diesem Proberaum sind in letzter Zeit dennoch einige Dinge entstanden. Baru veröffentlichen in diesem Sommer eine EP, auf der vier neue Songs zu finden sein werden. „Sie wird die Ära eröffnen, mit der wir uns ins Album-Songwriting begeben. Es wird mehrere Musikvideos geben, los geht es mit Salt In Hot Summer.“ Inwieweit die Band zum Album einen Indie- oder Major-Weg gehen wird, ist offen. Ein Grundgedanke bleibt jedoch bestehen: „Was die Art und Weise betrifft, wie wir die Musik leben und sehen, und vor allem wie wir uns sehen, ist das doch eher „Indie“.

Die erste neue Single „Salt In Hot Summer“ wird mit dem dazugehörigen Musikvideo am 20. Februar veröffentlicht. Auf das gleiche Datum fällt auch der Start der „Humanimals“ Tour, weshalb es die Single für zehn Tage zum kostenlosen Download gibt! Bei ihren Auftritten werden Baru auch einige ihrer neuen Songs vorstellen und das sollte man keinesfalls verpassen. Die Energie ihrer Songs entfaltet sich besonders bei den Live-Auftritten und Spaß kommt dabei nicht zu kurz. Darauf angesprochen, welche Serien-Charaktere die Mitglieder der Band am liebsten spielen würden, nennt Jacob die Serie The Three Stooges. „Oft erinnert unser Umgang miteinander daran“, sagt er und spannt damit in gewisser Weise wieder den Bogen zur Freiheit und Instinkt. Baru sind im Jahr 2015 einfach Humanimals.

Text: Torben Hodan, Fotos:  Martin Köhler / HNDGMCHT