Angehört: CHILDREN – „Leaving Home“

Am 5. September erscheint mit „Leaving Home“ das Debütalbum der Band CHILDREN. Das Trio Laura, Steffi und André kennt sich schon seit Kindertagen und ist vor sechs Jahren von Neustrelitz nach Berlin gezogen, wo zuletzt auch das Album entstanden ist. Wir haben uns das Debüt der Band angehört.

Ein minimalistischer Beat setzt ein, darüber legt sich ein weicher Klaviersound. Kurze Zeit später hört man auf dem Album-Opener „Cut“ die Stimmen der beiden Sängerinnen Steffi und Laura, die sofort vermitteln, was die Band auf ihrem Debüt vorhat: Man bewegt sich zwischen einem unaufgeregten und ruhigen Sound, der neben verspielten Gitarren auch zum Tanzen verleiten möchte. Da macht es absolut Sinn, dass „Grace“ mit einem im 4/4 Takt schlagenden Metronom aufwartet und die Zeilen „Too much becomes less, less of too much, do you still feel, or do you just touch“ zu einem repititiven Rausch anmuten. Kurze Zeit später bleiben CHILDREN mit „Back“ ihrem ruhigen Stil zwar treu, doch innerhalb des fast 5 Minuten langen Songs setzen Bläser ein, die einen ersten Sturm ankündigen. Hier zeigt sich das großartige Feingefühl von André, der die meisten der Songs schreibt: Vorantreibende Parts wechseln sich mit einer Detailverliebtheit ab, die in dieser Form erst durch den ruhigen Sound der Band zu Tage kommt.

„No beauty will last, no future will fit, we just own the past, that’s the beauty of it“ singen CHILDREN auf „No Future“. Synthieflächen untersützen dabei eine eher getrübte Stimmung. Wir haben mittlerweile die Hälfte des Albums gehört, was auffällt: Der Sound von CHILDREN hat sich in den vergangenen zwei Jahren (2012 wurde die „No Future“ EP veröffentlicht“) deutlich weiterentwickelt. Ausgefeiltere Beats und eine – natürlich – ausgereiftere Produktion machen „Leaving Home“ zu einem klugen Pop-Album, das man nicht unbedingt in Deutschland verorten würde. Besonders der Titeltrack des Albums weiß von sich zu überzeugen und wird zu einem herausragenden Punkt im entschleunigten Sound von CHILDREN. Selten hat eine Band mit wenig eingesetzten Mitteln eine derartige Stimmung erzeugt, die zu warmen Sommernächten ebenso passt wie zu verregneten Herbsttagen. Die aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Band weiß dazu auch immer wieder zu überraschen: Auf „Quiet Voices“ lässt sich ein Gitarren-Solo entdecken, das von den immer wieder erklingenden mehrstimmigen Gesangsparts abgerundet wird.

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CHILDREN geben mit ihrem Debütalbum eine klare Linie vor, die zwar abgeklärt aber das ein oder andere dennoch Mal verträumt und verspielt wirkt. Elektronische Beats sind genauso selbstverständlich wie klare Basslinien. Wer sich mit Bands wie Hundreds oder Me and My Drummer wohl fühlt, wird auch „Leaving Home“ von CHILDREN mögen. Dabei ist es auch kein Zufall, dass das Trio schon für die beiden genannten Bands als Support-Act spielte. Wer CHILDREN live erleben möchte, hat am am 03. September im Berliner OHM die Möglichkeit, das Releasekonzert zu sehen.

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