Angehört: alt-J – „This Is All Yours“

Ihr Debütalbum „An Awesome Wave“ erschien im Mai 2012 und wurde von Kritikern und Fans gefeiert, der Mercury Music Prize und etliche Award-Nominierungen folgten, alt-j stiegen sehr schnell zu einer großen und wichtigen Band auf. Jetzt, zwei Jahre später, legen Joe Newman, Gus Unger-Hamilton und Thom Green ihr zweites Album „This Is All Yours“ nach. Wir haben uns das Album angehört.

Schon auf „An Awesome Wave“ war das Intro ein echter Hingucker, auf „This Is All Yours“ lassen alt-J ihrem Intro noch einmal mehr Zeit und beweisen ihre musikalische Klasse. Man ahnt jetzt schon, dass die britische Band mit ihrem zweiten Album in kein Loch fallen wird, wie es einige doch erwartet hatten, als Gitarrist und Bassist Gwil Sainsbury die Band noch vor der Arbeit am neuen Album verließ. Mit „Arrival in Nara“ und dem folgenden „Nara“ zeigen alt-J auch sehr früh, dass ihr Sound um einiges reifer geworden ist. Natürlich bleibt die Band aus Leeds sich und ihrem Stil treu, dennoch wirken die Songs bis jetzt viel detailverliebter und besser produziert als das Debüt. Mit der aktuellen Single „Every Other Freckle“ beweisen alt-j dazu einmal wieder ihre Innovationsfreude, denn der mondän anmutende Song kommt mit einer Vielzahl an exotischen Sounds daher und mit einer unnachahmlichen Manier singen alt-J mehrstimmig: „Yes I’m going to roll around you, like a cat rolls a rattle does it bother your ears?“. Zu „Every Other Freckle“ wurden auch gleich zwei Musikvideos gedreht, in denen der nackte Körper einer jungen Frau („Girl“-Version) oder der eines jungen Mannes („Boy“-Version) zu sehen ist.


Über die ebenfalls schon bekannte, aber deshalb nicht weniger gute Single „Left Hand Fee“ und das kurze Zwischenspiel „Garden of England“ führen alt-J ihre Zuhörer zum eindrucksvollen Song „Choice Kingdom“. Der sehr ruhige Track spielt mit einer sanften Instrumentierung und getragenen Gesangsparts, sodass man sich sehr schnell in eine Traumwelt verliert. Fast passend dazu sagt Keyboarder Gus Unger-Hamilton: „We pretty much learned from the reaction of the first record that we could get away with whatever we wanted musically.“ Auch zur ersten Single „Hunger Of The Pine“ haben alt-J ein packendes Video produziert, bei dem Nabil Regie führte, der z.B. auch für das letzte FKA Twigs Video oder Videos von Kanye West, James Blake und den Arctic Monkeys verantwortlich ist.

Generell fallen beim zweiten Album von alt-J die sehr ruhigen Songs auf, zu denen auch „Warm Foothills“ zählt. Oftmals wirken solche Songs nach kurzer Zeit sehr langweilig, doch die Briten schaffen es immer wieder, sei es durch ihre Mehrstimmigkeit oder eine verspielte Gitarre, eine interessante Wendung herbeizuführen. Mit „Bloodflow Part II“ (der erste Teil ist auf „An Awesome Wave“ zu finden) und „Leaving Nara“ beschließen alt-J ihre Reise nach Nara und zeigen, dass der anhaltende Hype um sie berechtigt ist. Natürlich bleibt die große Innovation im Gegensatz zum Debüt auf der Strecke und einige Punkte sind vielleicht etwas überproduziert, dennoch liefert die Band ein gutes Album, das sich sehen lassen kann. Im Februar 2015 sind alt-J dann auch mit ihrem neuen Album in Deutschland auf Tour:

07.02.2015 Offenbach – Stadthalle
08.02.2015 Köln – Palladium
09.02.2015 Hamburg – Docks
11.02.2015 Berlin – Columbiahalle
17.02.2015 München – Zenith

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