FUENF VIDEOS

Fünf Musikvideos aus dem Jahr 2014, die man sich anschauen sollte. Mit: Bled White, Oracles, Wild Beasts, Joywave und Zugezogen Maskulin

Es gibt wohl kaum einen besseren Weg, seine Musik einem neuen Publikum zu präsentieren als über Musikvideos. Das hat schon vor Jahren bei MTV funktioniert und setzt sich bei Youtube und Co. fort. Egal ob die Video-Meister von OK Go oder Newcomer wie Iggy Azalea, das passende Video entscheidet oft über den Erfolg und hat schon so manchen über Nacht zum Star gemacht. Mittlerweile gibt es eine derartige Fülle an Videos, dass man sich kaum noch zurechtfindet. Wir haben deshalb FUENF Musikvideos aus dem Jahr 2014 herausgesucht, die allesamt absolut sehenswert sind.

Bled White – Full Moon

Produzenten: Stefan Wölfle, Lino Santo, Phil Zumbruch

Christian Kuehn ist der Sänger von Bled White und hat mit seiner zweiten EP „Romy“ einmal mehr gezeigt, dass er und sein Team sowohl mit einem spannenden Sound, als auch visuell vollkommen überzeugen können. Das Video zum Song “Full Moon“ hat der Musiker zusammen mit seinen befreundeten Produzenten Stefan Wölfle, Lino Santo und Phil Umbruch gedreht und die Stimmung des Songs mit passenden Bildern unterlegt. Man taucht in die Geschichte eines Models ein, das wegen der lüsternen Blicken ihres Kollegen aus ihrer Rolle ausbricht und einen Scherbenhaufen am Foto-Set hinterlässt.

Zugezogen Maskulin – Alles Brennt

Produzent:  Martin Swarovski

Als Zugezogen Maskulin mit „Alles Brennt“ ihr gleichnamiges Album für den 13. Februar 2015 angekündigt haben, rissen die Lobeshymnen nicht ab. “Ihr wollt HipHop wie früher, früher gab es Hitler, früher war es schlecht, ZM wir sind eine Grauzonen-Band, weil wir uns nicht distanzieren von unserer autonomen Fans” rappen ZM über einem trappigen Beat von Silkersoft und geben die Stilrichtung für ihr Musikvideo vor. Produziert von Martin Swarovski treten Testo und Grim104 dort als schmierige Sektenführer („Motivationsgurus“) auf, die eine Gruppe junger Leute zu einem fanatischen und schlagkräftigen Mob aufstacheln.

Ωracles – Melt Tonight

Produzent: Fabian Podeszwa

Mit ihrer Debüt EP „Stanford Torus“ hat die kölner Band Oracles im September ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Ihre Songs profitieren von Anleihen aus Psychedelic-Rock, Shoegaze oder Krautrock, aber Dennis Jüngel, Joshua Gottmanns, Niklas Wandt, Nils Herzogenrath und Hanitra Wagner lassen auch moderne Pop-Elemente in ihre Musik einfließen. Als Hauptdarsteller sind die Bandmitglieder auch im Video zu „Melt Tonight“ zu sehen, das im Sommer an der Côte d’Azur gedreht wurde. Der Kurzfilm lässt in die Welt eines Kultes blicken, dessen Mitglieder am Ende zu ihrer Erlösung zu gelangen scheinen. Produziert wurde das Video vom äußerst talentierten Fabian Podeszwa, der zum Beispiel auch an „Montreal“ von Roosevelt mitgewirkt hat. Da es hier immerhin um fünf gute Musikvideos geht, kann man bei diesem schon mal anmerken: Kameraführung, 70er Jahre Look und Special Effects – Eins mit Sternchen!

Joywave – Tongues

Produzenten: Daniels & Zak Stoltz

Joywave überzeugen schon länger mit einem extrem wandelbaren Sound, der im Falle des Songs “Tongues” absolutes Ohrwurm-Potenzial hat. Das Electro-Indie Quintett hat den Song zusammen mit der Band KOPPS aufgenommen und für das dazugehörige Musikvideo das Produzenten-Dou DANIELS und auch Zak Stoltz beauftragt. Entstanden ist ein sehenswerter Clip, der mit der  Kennzeichnung „NSFW“ versehen ist, also mit viel nackter Haut daherkommt. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe Nudisten, die von Jägern durch einen Wald getrieben wird. Das Ziel: Sie sollen sich wieder anziehen – koste es, was es wolle.

Wild Beasts – Wanderlust

Produzenten: NYSU, Alberto López Garrido

Die britische Band Wild Beasts besticht durch melodischen Indienrock, der mit der einzigartigen Falsettstimme von Hayden Thorpe kombiniert wird. Für das Musikvideo zum getragenen Album-Opener „Wanderlust“ zeigt sich das Produzenten-Kollektiv NYSU aus Barcelona verantwortlich. Passend zu Songzeilen wie „Don’t confuse me with someone who gives a fuck, funny how that little pound buys a lot of luck“ laufen im Video verschiedene Charaktere („the thief“, „the good lady“, „the quarterback“, „the girl“) gegen so einige Widerstände an. Aus einer simplen Idee ist ein mitreißendes Video geworden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.