Angehört: Elenka – „Elenka“

Elen Kaiser präsentiert auf ihrem Debütalbum eine eindrucksvolle Mischung aus charismatischer Stimme und elektronischen Beats
Elenka (c) by Delia Baum

Elenka ist im Alter von gerade einmal einem Jahr nach Deutschland gekommen und wuchs dann zwischen deutscher und kasachischer Tradition im Schwarzwald auf. In Berlin angekommen, kommt man an elektronischer Musik einfach nicht vorbei. Für die Sängerin und ihre Musik bedeutete dies im Endeffekt, einen großartigen Spagat zwischen Electronica und Pop zu schaffen. Im letzten Jahr konnte man dies schon auf der „Anuschka“ EP hören, doch in vollem Maße wird der Spagat nun auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum deutlich.

Trentemøller, Björk oder The Knife sind große Namen, die im Zusammenhang mit Elenkas Musik schon genannt wurden, aber die Sängerin verlässt mit ihrem Debütalbum, das am 22. Mai 2015 bei Chimperator Department erscheint, gewöhnliche Pfade und entfernt sich von diesen Referenzen. Eindrucksvolle Geschichten, thematisch schwankend zwischen unübersichtlicher Großstadt und ruhiger Natur, bilden den Kern ihres Albums: „Sonne auf meiner Haut, ich breite die Flügel aus und fliege gegen den Wind“ singt sie im Song „Schmetterling“, in „Sorgenfrei“ erklingt die Stimme von Elen Kaiser unbeschwert mit den Worten “Lass die Seele frei und nimm dir mal die Zeit“. Elenkas größtes Plus ist dabei immer ihre Vielseitigkeit, denn ihre Songs sind tanzbar und werden Clubgängern ebenso gefallen wie Popliebhabern.

Dass der Sängerin eine solche Vielseitigkeit gelungen ist, lässt sich auch auf das Produzententeam um Feeling Valencia und Robot Koch zurückführen, die allesamt zum Beispiel schon mit Marteria gearbeitet haben. So heben sich “Wolf” mit seinen mehrstimmigen Vocals, minimalistischen Piano-Akkorden und  Beats, aber besonders auch „Verloren“ von den übrigen Songs des Albums ab. Das Outro lässt nach Phasen der Ruhe und des Sturms ein Album ausklingen, das einer Grenzerfahrung gleicht. Und wie die Musikerin selbst sagt, braucht sie diese Erfahrung auch immer wieder. Wer nach all den Worten über elektronische Klänge aber denkt, Elenka versteckt hinter solchen Beats etwaige Schwächen, dem darf ihre Darbietung von „Kriegerin“ bei den HNDGMCHT Sessions ans Herz gelegt werden. Die Electronica des Debütalbums von Elenka ergänzen eine eindrucksvollen Stimme, die charismatischer kaum sein könnte und auch in einer (nahezu) akustischen Umgebung wahnsinnig gut funktioniert.

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