Momente und Bilder vom Reeperbahn Festival 2015

Das Reeperbahn Festival ging vom 23. bis 26. September in seine zehnte Auflage und zeigte mit Acts wie Wanda, Sizarr oder Mac DeMarco, dass es aus der internationalen Club-Festival-Landschaft nicht mehr wegzudenken ist.
Reeperbahn Festival 2015, Foto von Lisa Meinen

Austin hat das SXSW, Brighton das The Great Escape, Groningen das Eurosonic und Hamburg das Reeperbahn Festival. In seiner zehnten Auflage wurde nun endgültig klar, dass das Clubfestival im Stadtteil St. Pauli zu den wichtigsten seiner Art gehört. Das Reeperbahn Festival strahlt zwischen all seinen Konzerten, Konferenzen, Meetings und Partys einen Charme aus, den unsere Freunde von Whatwearetalkingabout vortrefflich beschrieben haben. „The atmosphere of the seedy Reeperbahn with all the prostitutes, left winged activists, hustlers and drug dealers merging with music people from all around the world (and then later all the tourists and stag-/hen-dos)“. Doch natürlich bringt eine unheimliche Fülle an Veranstaltungen auch ein gewisses Problem mit sich: schmerzen schon bei gewöhnlichen Festivals Überschneidungen im Timetable, sollte man sich bei einem Clubfestival in dieser Hinsicht eine gewisse emotionale Kälte aneignen. Nichts­des­to­trotz lassen volle Clubs und spannende Künstler großartige Erinnerungen zurück.

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Sizarr, Foto von Torben Hodan

German Wunderkinder Sizarr

Vor einer warmen Lichterwand machte am Mittwoch im Mojo Club zunächst die Berliner Formation Abby deutlich, dass der elektronische Sound ihres neuen Albums „Hexagon“ gut vor Publikum funktionieren kann, zu späterer Stunde betrat jedoch eine Band die Bühne, die alles zuvor dagewesene in den Schatten stellen sollte: Sizarr. An einem Abend, der unter dem Motto „Wunderkinder – German Music Talents“ stand, bewiesen die drei Landauer trotz angeschlagener Stimme von Sänger Fabian, dass sie zu den talentiertesten deutschen Bands gehören. Besonders „Baggage Man“, „How Much For This“ oder „Clam“ sollten uns dabei einmal mehr davon überzeugen, dass das Trio nicht nur das Album des Jahres aufgenommen hat, sondern einfach eine großartige Live-Band ist.

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Mac DeMarco, Foto von Torben Hodan

Von Milliarden bis Mac DeMarco

Der Donnerstag des Reeperbahn Festivals war von Acts wie Milliarden, LGoony, Mc Bomber, Blackout Problems oder Wanda geprägt, die in einer Abfolge auftraten, die kaum Zeit zum Atmen ließ. Am Freitag gestaltete sich dies ein wenig entspannter, besonders Acts wie Mac DeMarco oder Warm Graves ließen diesen Tag großartig enden. Der Kanadier Mac DeMarco präsentierte einmal mehr seinen eigens betitelten „Jizz Jazz“ und brachte in einer unnachahmlichen Art und Weise das Publikum zum toben. Nach einem von Problemen geprägten Auftritt in der Prinzenbar lief es in der Molotow SkyBar besser für Warm Graves aus Leipzig. Ihr Sci-Fi-Delic-Rock brachte zwischen hallendem Gesang und treibend-repetitiven Percussions eine dystopische Stimmung in die Hansestadt.

Großartige deutschsprachige Acts

Einmal mehr zeigte sich beim Reeperbahn Festival auch, welch großartige Bands Deutschland zu bieten hat. So beeindruckten Human Abfall und ihr Sänger Flávio Bacon, der sich selbst lieber als Agitator statt Sänger bezeichnet, mit ihrem Auftritt im Indra. Doch mit Freiburg, Trümmer, Isolation Berlin und Vierkanttretlager standen am Freitag und Samstag weitere Acts auf der Bühne, die das Prädikat „exzellent“ verdient haben und welche die Clubs das ein oder andere Mal zu Einlass-Stops zwangen.

Natürlich bildet dieser Überblick nur einen kleinen Eindruck davon ab, was vom 23. bis 26. September auf der Reeperbahn in Hamburg passiert ist, doch eins sollte deutlich geworden sein: eine Reise zum Reeperbahn Festival lohnt sich immer. In den nächsten Tagen folgen auf unsere Facebook-Seite weitere Fotos des Festivals.

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Human Abfall, Foto von Torben Hodan

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