Die Perlen der Woche: The Kills, Whitney, We Are Scientists und mehr

The Kills veröffentlichen ihr erstes Album seit fünf Jahren und die Newcomer von Whitney überzeugen uns mit ihrem Debüt. Außerdem: We Are Scientists, Phoria und Augustines.
Fotos: Whitney von Dominique Goncalves, The Kills von Kenneth Cappello, We Are Scientists von Shervin Lainez

The Kills

Seit ihrem letzten Album „Blood Pressures“ im Jahr 2011 war es ruhig um die Band The Kills geworden, während ihre Mitglieder anderweitig für Schlagzeilen sorgten: Alison Mosshart veröffentlichte ihr drittes Album mit The Dead Weather, während Gitarrist Jamie Hince zuerst mit einer schweren Fingerverletzung zu kämpfen hatte und dann durch seine Trennung von Kate Moss den Boulevardmedien Futter bietete.

Doch all das liegt nun erst einmal hinter dem Duo, das mit dem heute erscheinenden „Ash & Ice“ ein Album abgeliefert hat, das mit seinen Drummachines und Mossharts unverkennbarer Stimme eindeutig nach The Kills klingt. Die Platte besteht im besten Sinne nur aus Fillern: Es fehlt zwar eine große Single, wie das großartige „Future Starts Slow“ vom letzten Album, dafür zieht sich durch das Album ein Groove, der dafür sorgt, dass die 13 Songs vom ersten bis zum letzten die Stimmung halten.

 

Whitney

Wenn es um Bands geht, die sich auflösten, als es gerade richtig gut wurde, stehen die Chicagoer von Smith Westerns ganz oben auf der Liste: Mit drei Alben und einer steilen Aufwärtskurve in Sachen Qualität war es 2013 nach dem grandiosen Album „Soft Will“ einfach vorbei. Nach Soloprojekten des Sängers Cullen Omori melden sich nun zwei weitere Ex-Smith Westerners zurück. Den Kern von Whitney bilden Max Kakacek und Julian Ehrlich, seines Zeichens außerdem ehemaliger Drummer von Unknown Mortal Orchestra.

Nach viel Namedropping jetzt zur Musik: Auf ihrem Debüt „Light Upon The Lake“ mixen Whitney Country, Soul und Funkelemente so, wie man es selten zuvor gehört hat. Schon mit „No Woman“ liefern sie einen der besten Album-Opener des Jahres mit dem Wechsel von Keyboard zu Trompete zu Ehrlichs Falsettgesang. Mit „Golden Days“ und „No Matter Where We Go“ folgen weitere Highlights, während letzteres am meisten nach Foxygen klingt, dessen Jonathan Rado angeblich auch am Album beteiligt war.

 

Phoria

Das Q Magazine bezeichnet die Briten von Phoria als die „least hardworking men in showbusiness“. Was zuerst klingt, wie eine Beleidigung ist eigentlich kaum abzustreiten: Schon seit 1997 spielen Teile der Band zusammen Musik, 2009 zogen sie nach Brighton, um dort offiziell Phoria zu gründen und 2010 eine erste EP zu veröffentlichen. Sechs Jahre und zwei weitere EPs später ist es endlich Zeit für den ersten Langspieler.

„Volition“ klingt aber definitiv weder nach wenig Arbeit noch altbacken. Mit ihrem minimalistischen Electro-Pop erinnern Phoria an den omnipräsenten James Blake, aber auch an grandiose Bands wie Rhye. Das Album ist seit heute erhältlich.

 

We Are Scientists

Die lustigste Band im Indierock ist zurück! Zyniker möchten behaupten, dass das beste am neuen We Are Scientists Album der Name sei („Helter Seltzer“ ist auch tatsächlich der beste Plattentitel des Jahres), aber auch musikalisch kann das Duo noch überzeugen. Wirklich weiterentwickelt haben sich Keith Murray und Chris Cain zwar nicht, dafür gibt es zehn Songs nach patentiertem We-Are-Scientists-Indie-Rock-Rezept™, zu den Highlights gehören dabei „Too Late“ und „Classic Love“.

 

Augustines

Für ihr neues Video nehmen uns die Augustines mit in die Welt der Stockcar Rennen. Keine Sorge, Stefan Raab und Konsorten sind nicht zu sehen, dafür der 17-jährige Will Morphey, Weltmeister im 1300cc Stock Car Rennen, wie das Video verrät. Augustines liefern mit „When Things Fall Apart“ den Soundtrack für das Autorennen und machen mit dem schon fast hymnischen Song neugierig auf ihr neues Album.

„This Is Your Life“, die dritte Platte der New Yorker, erscheint nächste Woche.

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