Zu Besuch bei Still Parade: „Es geht viel um Unsicherheit“

Wir haben Still Parade alias Niklas Kramer in seinem Heimstudio besucht und über den Hype um seinen Song "Actors", die Aufnahmen in seiner Wohnung sowie die Idee hinter seinem Debütalbum "Concrete Vision" gesprochen.

Mitte des Jahres 2013 geistert oft ein Name durchs Netz: Still Parade. Lediglich ein Song mit dem Titel „Actors“ ist zu hören und die Lobeshymnen überschlagen sich. Dream-Folk mischt sich mit einer sanften Stimme – eine Kombination die man zuletzt nur von Bon Iver gehört hatte. Hinzu kommt noch ein ganz anderer Reiz: Niemand weiß, wer sich hinter dem Künstlernamen verbirgt. Gut ein halbes Jahr später erscheint die „Fields“ EP mit Songs wie „Health“ und „Fields“, gleichzeitig wird auch mehr über Still Parade bekannt. Hinter dem Projekt steht der in Berlin lebende Sänger Niklas Kramer, der zuvor schon unter dem Namen Deep Sea Diver aufgetreten ist. 

Der Musiker begrüßt uns für das Interview in seinem Wohnzimmer-Studio und beschreibt, dass er sich sehr bewusst für die anfängliche Geheimhaltung seines Namens entschieden hat. „Die Idee dahinter war, dass Leute unvoreingenommen den Song hören können und sich basierend auf der Musik eine Meinung bilden.“ Man würde schließlich bei der Suche nach Musik im Internet eher in Dinge reinhören, bei denen man das Pressefoto oder Cover schön findet, erzählt Kramer. „Ich habe gemerkt, dass ich dadurch schon sehr viel gute Musik verpasst habe.

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Mittlerweile sieht Niklas Kramer den Hype um seinen Song „Actors“ sehr gelassen. Er erzählt, dass viele A&R’s von Labels auf ihn zugekommen seien, als er mit „Actors“ in den Hypemachine-Charts zu finden war. „Diese Zeit war ein Wechselbad der Gefühle. Man weiß nicht so richtig wo man steht und das sagt einem auch keiner.“ Er habe sich mit dem Song angefreundet, wollte sich aber auch künstlerisch weiterentwickeln. Diese Entwicklung präsentiert Still Parade auf seinem Debütalbum „Concrete Vision“, das am 10. Juni 2016 via Heist Or Hit Records erscheint.

Den Dream-Folk seiner ersten Veröffentlichungen hat er hinter sich gelassen. Zwar finden sich noch immer intensive Melodien und Harmoniegesänge, doch Synthesizer, Drums und Bassläufe nehmen eine wichtigere Rolle ein. Deshalb beschreibt Kramer seinen Sound mittlerweile auch als „Dream Funk“. Neben diesem Sound handelt das Album vor allem von einer Vision, was man mit seinem Leben anstellen könne, erzählt Kramer. „Es geht viel um diese Unsicherheit, die einem im Leben begegnet und was mich in den letzten Jahren beschäftigt hat und auch unruhig macht. Ich würde gerne Musik machen, aber dass das immer so eine unsichere Kiste ist, ist ganz schön stressig. Und davon handeln einige Songs.

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Fotos von der Record-Release Show in Berlin:

Fotos: Still Parade live in Berlin

 

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