Fünf Acts, die man beim Lollapalooza Berlin nicht verpassen sollte

Vom 10. bis 11. September findet in diesem Jahr zum zweiten Mal das Lollapalooza Festival in Berlin statt. Wir haben eine Liste mit fünf Acts zusammengestellt, die man in diesem Jahr nicht verpassen sollte.
Foto von Stephan Flad

Im letzten Jahr fand auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin die Europa-Premiere des Lollapalooza Festivals statt. Mehr als 40.000 Besucher strömten pro Tag auf das Gelände und bescherten dem Festivalexport aus Chicago einen erfolgreichen Start. Für die zweite Ausgabe des Lollapalooza Berlin musste in diesem Jahr ein neues Zuhause gefunden werden, nachdem auf dem Areal des Flughafens im Dezember 2015 Notunterkünfte für schutzsuchende Flüchtlinge errichtet worden waren.

Lange Zeit war jedoch nicht klar, ob das Festival überhaupt stattfinden kann. Nachdem elf neue Veranstaltungsorte in Frage kamen, darunter das Geländes des künftigen Flughafen BER oder die Trabrennbahn Karlshorst, fiel die Wahl auf den Treptower Park. Diese Entscheidung brachte Stadt und Veranstalter schnell eine Menge Ärger ein, denn eine Bürgerinitiative kämpfte gegen das Festival. Anwohner fürchten, dass die Festivalbesucher vieles von dem zerstören würden, was erst vor kurzer Zeit für 13 Millionen Euro saniert wurde. Am 24. August wurde das Lollapalooza Festival jedoch genehmigt und der Weg für die einzigen Deutschlandshows des Jahres von Radiohead oder Kings Of Leon war frei.

Mittlerweile ist das Lollapalooza Berlin 2016 fast ausverkauft und so werden am 10. und 11. September täglich rund 70.000 Besucher in den Treptower Park kommen. Wir haben eine Liste mit fünf Acts zusammengestellt, die man in diesem Jahr nicht verpassen sollte.

Foto von Stephan Flad
Foto von Stephan Flad

Jagwar Ma

Als im Sommer 2013 das Debütalbum „Howlin“ der australischen Band Jagwar Ma erscheint, überschlagen sich die Ereignisse für Multiinstrumentalist, Produzent und Namensgeber Jono Ma, Sänger und Gitarrist Gabriel Winterfield und Live-Bassist Jack Freeman. In ihrer Heimat fast gänzlich unbekannt, erobert die Band mit ihrer ausgeklügelten Mischung aus Beatloops, Madchester-Referenzen und psychedelischen Klängen Bühnen auf der ganzen Welt. Nachdem Jagwar Ma im Frühjahr einige Konzerte als Support für ihre Freunden Tame Impala gespielt haben, war es nur eine Frage der Zeit, bis mehr Informationen zum nächsten Album auftauchen würden – schon länger war bekannt, dass die Band an neuem Material arbeiten würde. Mit dem Video zu „OB1“ haben Jagwar Ma zuletzt schon Einblicke in ihr zweites Album „Every Now & Then“ gegeben, das am 14. Oktober erscheinen wird.

Samstag 15 Uhr – Alternative Stage

Tocotronic

Mit ihrer 23-jährigen Bandgeschichte bewegen sich Tocotronic zwischen Institution des deutschen Indie-Pop/Rock und Legendenstatus. Aktuell präsentiert die Hamburger Band bei einigen Festivalshows ihr „Rotes ­Album“, das Anfang 2015 erschienen ist. Leichtgängig und popverliebt präsentieren sich Tocotronic auf dieser Platte und bleiben dennoch – wie man es von ihnen kennt – kompliziert. Wenn Tocotronic ihre Musik dann live präsentieren, darf man feststellen, dass sie ihren Songs durch hervorragendes Spiel noch einmal eine besondere Schärfe verleihen. Zuletzt durfte man auch spannende Neuigkeiten um Sänger Dirk von Lowtzow lesen: Am 15. September 2016 erscheint Fatih Akins Verfilmung von Wolfgang Herrndorfs Bestseller „Tschick“. Für den Soundtrack der Coming-Of-Age-Story hat sich der Tocotronic-Sänger mit den Beatsteaks zusammengetan. Entstanden ist ein schönes Cover des Stereolab-Songs „French Disko“, das mit einem deutschen Text versehen wurde.

Samstag 16.30 Uhr – Main Stage

New Order

Nach zehn Jahren ist im Herbst letzten Jahres mit „Music Complete“ eine neue Platte von New Order erschienen. Die britische Band prägte mit ihren Songs den New-Wave und Post-Punk Sound der achtziger Jahre und avancierte, entstanden aus dem musikalischen Nachlass von Joy Division, immer weiter zur Kult-Band. Auf ihrem neuen Album zeigte New Order dann souverän, dass sie nicht verlernt haben, Hits zu schreiben. Als energiegeladen, temporeich und on-point kann man „Music Complete“ beschreiben, dazu präsentiert sich Sänger Bernard Sumner in bester Verfassung. New Order schaffen es außerdem immer wieder, abseits der Musik für Aufmerksamkeit zu sorgen: In Zusammenarbeit mit der Moorhouse’s Brewery aus Lanceshire hat die Band vor Kurzem ein eigenes Bier entworfen, das noch diesen Herbst auf den Markt kommen soll. Das Bier trägt den Titel „Stray Dog“, nach dem gleichnamigen Song aus dem 2015er Album

Samstag 21:20 Uhr – Alternative Stage

Bilderbuch

Bilderbuch haben Anfang 2015 ihr letztes Album „Schick Schock“ veröffentlicht und mit Hits wie „Maschin“, „Plansch“ oder „Softdrink“ die deutschsprachige Musikszene gehörig aufgewirbelt. Nach einer ausgedehnten Tour zu ihrem Album wurde es aber etwas ruhiger um die Österreicher – bis im April die Website der Band aktualisiert wurde. Ab diesem Zeitpunkt waren lediglich die Worte „Baba“ zu lesen sowie ein Ausschnitt eines unbekannten Songs zu hören. In diesem Sommer folgten dann einige Festivalauftritte und zum Beispiel auch ein geheimer Support-Gig für AnnenMayKantereit in Berlin. Vor wenigen Tagen haben Bilderbuch dann mit „Sweetlove“ einen großartigen neuen Song veröffentlicht. Die ruhige Ballade lebt von verzerrten Gitarren und einer Menge Auto-Tune im Gesang von Maurice Ernst. Am Ende des von Sucuk und Bratwurst animierten Videos ist dazu auch das Wort „Magiclife“ zu lesen. Vielleicht ein Hinweis auf den Titel eines kommenden Albums? Vielleicht geben Bilderbuch beim Lollapalooza Festival weitere Hinweise.

Sonntag 14:15 Uhr – Main Stage 2

James Blake

Der britische Songwriter und Produzent James Blake hat im Mai über Nacht sein neues Album „The Colour in Anything“ veröffentlicht – ohne vorher eine offizielle Single oder ein Video zu präsentieren. „The Colour in Anything“ ist mit seinen 17 Tracks und 76 Minuten Spielzeit fast doppelt so lang wie das Vorgängeralbum „Overgrown“ und enthält auch einen Gastauftritt von Bon Iver („I Need A Forest Fire“). Produziert wurde das Album von Blake und Rick Rubin, aber auch Frank Ocean hat am Album mitgeschrieben.

Sonntag 17:15 Uhr – Main Stage 1

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