So war das Jahr 2016 bei DIFFUS

Wir blicken auf unsere Highlights des Jahres zurück. Dazu gehören Videointerviews mit Drangsal, Genetikk, AnnenMayKantereit, Roosevelt und vielen mehr.

Der Jahresbeginn

Nachdem sich unsere Videofeatures in den vergangenen zwei Jahren fast ausschließlich auf Interviews der Reihe „What I Love“ beschränkten, haben wir im Februar unser erstes Videoportrait mit Search Yiu in Berlin gedreht. In seiner Wohnung und bei einem Ausflug ins Aquarium hat der Musiker Einblicke in sein Leben sowie die Arbeit an seinem Debütalbum gegeben. Auf der melancholischen und emotionalen Platte „Ride On“, die er ohne Label veröffentlicht hat, kombiniert Search Yiu RnB-Referenzen aus den 2000er Jahren sowie HipHop und Ambient Sounds – eine Mischung, mit der er zu den hoffnungsvollsten Künstlern für das Jahr 2017 zählt.

Bereits im November 2015 hat die österreichische Band Flut ihr Video „Tiefschlaf“ veröffentlicht, zu Jahresbeginn sprachen wir mit den Newcomern über die Ästhetik der 80er Jahre, Austro-Pop und ihre Pläne für 2016 – mittlerweile sind sie bei Seayou / Problembär Records unter Vertrag. Die ersten beiden Monate des Jahres hielten allerdings noch weitere Highlights parat: Tristan Brusch schilderte im Interview, warum Hildegard Knef „krass unterschätzt“ ist und Koenig gab Einblicke in seine Zusammenarbeit mit Bilderbuch.

An kaum einer Band schieden sich in den vergangenen Monaten die Geister wie an AnnenMayKantereit. Nachdem die Band in den letzten Jahren unzählige Konzerte von den kleinsten Clubs bis hin zu großen Festivals gespielt hat, ist am 18. März das Album „Alles Nix Konkretes“ erschienen. Von vielen zunächst als „die neue große Hoffnung deutschsprachiger Popmusik“ betitelt, kehrten einige der Band schnell wieder den Rücken und verteufelten Texte und Musik zum Beispiel als „eindimensionales Gedudel für die Grillabende biodeutscher BWL-Biedermeier“. Aller Kritik zum Trotz erreichte das Album von Christopher Annen, Henning May, Severin Kantereit und Malte Huck schon bald nach Erscheinen Gold-Status, eine nächste große Tour durch Deutschlands folgt im Frühjahr 2017. Im Vorfeld der Albumveröffentlichung haben wir Malte und Severin getroffen und mit ihnen über ihre Lieblingsmusik gesprochen:

Aufstrebende Künstler im Frühling

Für unser zweites Videoportrait haben wir David und Jonas Schachtschneider, Jakob Hersch, Jannik Schneider und Benito Pflüger von Der Ringer am Tag des Releasekonzertes ihrer „Glücklich“ EP in Hamburg begleitet. Der Ringer zählt zu den spannendsten deutschsprachigen Bands der Stunde und mit dem „Soft Punk“ ihrer EP haben sie ein verheißungsvolles Jahr eingeläutet: Einige Support-Gigs für Isolation Berlin und Drangsal bereiteten den Release ihres Debütalbums „Soft Kill“ vor, das am 27. Januar 2017 bei Staatsakt erscheinen wird. Auf dem Weg zu dieser Platte scheint die Band ihre Verwandlung hin zu melancholischen Cyber-Postpunks konsequent vorangetrieben zu haben, denn bereits der ersten Single des neuen Albums merkt man den hardcore-digitalisierten Ansatz der Band an. Willkommen im „Orbit“ von Der Ringer.

Neben Der Ringer trafen wir im Frühling weitere Künstler zu Interviews. So sprachen wir mit Joe Haege, dem Sänger und Projektinitiator von White Wine, über die Leipziger Musikszene und die Idee hinter den ausgefallenen und schrägen Sounds des Albums „Who Cares What The Laser Says“. Eines der aufregendsten Alben des Jahres wurde von Ellery James Roberts und Ebony Hoorn aka Lost Under Heaven veröffentlicht. Mit „Spiritual Songs For Lovers To Sing“ verzückt, verwirrt und überfordert uns das Duo. Ellery erläuterte diese Platte im Interview und erzählte, wie er zu seiner Vergangenheit mit der Band WU LYF steht.

In seinem Heimstudio in Berlin haben wir Still Parade alias Niklas Kramer besucht und über den Hype um den Song „Actors“, die Aufnahmen in seiner Wohnung sowie die Idee hinter seinem Debütalbum „Concrete Vision“ gesprochen:

Im Frühling erzählten uns außerdem Trümmer, warum sie im Herzen nach wie vor Punks sind und Drangsal stellte vor, welche Musik er liebt, sprach aber auch über Künstler, die er hasst.

Der Sommer

Die Heiterkeit hat im Juni mit „Pop & Tod I+II“ ihr drittes Album veröffentlicht und sich darauf in einem ganz neuen Gewand präsentiert. Nach dem letzten Album „Monterey“ aus dem Jahr 2014 verließen Bassistin Rabea Erradi sowie Schlagzeugerin Anna-Leena Lutz die Band, dafür kamen mit Philipp Wulf von Messer, Sonja Deffner von Jason & Theodor sowie Hanitra Wagner von der Band Oracles neue Mitglieder hinzu. Diese Besetzungswechsel hatten einen nachhaltigen Einfluss auf das Album „Pop & Tod I+II“: Auf der Platte sind nicht weniger als 20 Songs zu finden und Sängerin Stella Sommer wagt sich zudem auf neues Terrain vor, präsentiert ein Album voll von mehrstimmigem Gesang, Männer- und Frauenchören – eine Mischung die man in dieser Form in deutschsprachiger Popmusik wohl noch nicht gehört hat. Für unser Videoportrait haben wir Stella Sommer und Philipp Wulf getroffen und erfahren, dass die Entwicklung hin zu diesem eigenständigen Sound auch aus Frustration über die teils unsachliche Kritik an den ersten beiden Alben der Band entstanden ist.

Im Rahmen des Portraits haben Stella Sommer und Max Gruber alias Drangal (zusammen sind sie „Die Mausis“) für uns den Song „Blue Moon“ von Rodgers und Hart eingespielt. Die Aufnahme der Session gibt es hier in voller Länge zu sehen.

Sommer ist immer auch Festivalzeit und wir haben uns in diesem Jahr auf zum Kosmonaut Festival nach Chemnitz gemacht. Auf dem ehemaligen Splash!-Gelände am Stausee Rabenstein haben Kraftklub innerhalb kürzester Zeit ein Festival aufgebaut, das aus der deutschen Festivallandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Mit einem Programm zwischen HipHop, Indie-Rock und Comedy präsentiert die Band dabei einen geschmackvollen Mix, der Fans und Musiker gleichermaßen begeistert. In diesem Jahr sind beim Kosmonaut Festival u.a. Casper, Boy und Prinz Pi aufgetreten. Zusammen mit unseren Freunden von Krasser Stoff haben wir vor Ort Autogrammstunden organisiert, bei denen Prinz Pi, LGoony, Audio 88 & Yassin und Okta Logue für Fotos, Unterschriften und Gespräche am DIFFUS-Stand vorbeikamen. Daneben trafen wir Wanda, Turbostaat, Von Wegen Lisbeth und Oliver Polak für Interviews.

Alle Interviews vom Kosmonaut Festival 2016 gibt es hier.

Fast vier Jahre nach seiner ersten Single hat Roosevelt aus Köln am 19. August 2016 sein selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlicht. Wir haben ihn in der Stadt am Rhein getroffen und über die Anfangsjahre von Roosevelt, den Entstehungsprozess des Albums sowie melancholische Tanzmusik gesprochen.

Die letzen Monate des Jahres

Die britische Band White Lies stand bereits im Jahr 2009 mit ihrem ersten Album „To Lose My Life Platz“ auf Platz 1 der britischen Charts. Anfang Oktober haben Harry McVeigh, Charles Cave und Jack Lawrence-Brown ihr viertes Album „Friends“ veröffentlicht. Ohne ihre bekannten Synth-Sounds, hymnischen Rock-Songs und gefühlvollen Balladen zu vernachlässigen, hat sich die Band neuen Richtungen geöffnet und zum Beispiel leichte Disco-Grooves in die Songs des neuen Albums eingebaut. Mit Sänger Harry McVeigh haben wir im Videointerview über die Entwicklung von Freundschaften beim Älterwerden und die Aufnahmen im Studio von Roxy Music gesprochen.

Düsteres Solomaterial im Drone-Gewand präsentiert Max Rieger von Die Nerven unter dem Namen All diese Gewalt auf seinem neuen Album „Welt in Klammern“. Nachdem sein letztes Soloalbum vor mehr als zwei Jahren beim Stuttgarter Label Treibender Teppich Records erschienen ist, präsentiert der Musiker zwischen Leichtigkeit, Überforderung und einer atemberaubenden Dramaturgie eine der klügsten und beeindruckendsten Veröffentlichungen des Jahres. Wir haben mit ihm über die Anfänge seines Soloprojektes, Panik vor Veröffentlichungen und seine diversen Nebentätigkeiten gesprochen.

Herbst ist mancher Orts auch gleichbedeutend mit dem Beginn einer stürmischeren Jahreszeit. Stürmisch wurde es für uns Anfang November, als wir die Release Party der Cyber Rap Gruppe Dat Adam in Köln besuchten und anschließend einen Artikel darüber veröffentlichten. Dass unserer Autorin Farah die Party nicht so gut gefiel, gefiel wiederum Band-Mitglied „Ardy“ nicht so gut:

Dass wir auf seiner Party eingeladen waren, war für Ardy und seine Fans aber gar nicht so wichtig. Es ging schließlich um Kritik an der Musik von Dat Adam – und negative Stimmen gehören verboten. Einige Fans fühlten sich sogar so beleidigt, dass sie uns direkt den Tod an den Hals wünschten.

Bei unseren Kollegen von Noisey wurde die ganze Story auch noch einmal aufgearbeitet.

Positiver gestimmt als Dat Adam waren Genetikk: Nach zwei Nummer eins-Alben in Folge veröffentlichte die Rap-Crew am 2. Dezember ihr neues Album „Fukk Genetikk“. Wir trafen Karuzo und Sikk für das erste Interview zu ihrer neuen Platte und sprachen zum Beispiel über die Produktionsansätze, Themen mit doppeltem Boden und Kollaborationen mit Marken.

Im Herbst trafen wir außerdem Maeckes zum Videointerview und sprachen mit ihm über seine Lieblingsmusik. Dazu war Keshavara zu Gast in Berlin und erzählte von den Anfängen seines Solo-Projektes und den Albumaufnahmen in Indien.

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