Videopremiere: JFR Moon geht in „Swim“ auf einen bunten Badetrip

Der aus Stuttgart stammende Musiker JFR Moon veröffentlicht im Juni sein neues Album "Moony" und präsentiert darauf luftig-lockeren Slacker-Pop. Einen Einblick gewährt er nun mit seiner ersten Single. Seht hier die exklusive Videopremiere von "SWIM".
Foto von Fay Nolan

Als „Acid Folk“ bezeichnet Fabian Drung alias JFR Moon den Sound seines im Jahr 2015 erschienenen Albums „Honey I Can’t Concentrate I’m Collecting Minerals On My Body“ – ein angemessen schräger Titel für eine Platte, die von psychedelisch wabernden Synth-Sounds, ruhigen Gitarrenklängen und süßen Melodien lebt. Nun steht der aus Stuttgart stammende Musiker vor der Veröffentlichung seines zweiten Albums „Moony“ (erscheint am 22. Juni 2017 bei Treibender Teppich Records).

Auf seinem neuen Album wendet sich JFR Moon vom Psychedelic Folk des Vorgängers ab und es hält eine Mischung aus luftigem Slacker- und Surf-Pop Einzug. In erfrischend kurzen 25 Minuten Spielzeit besingt er zum Beispiel Liebschaften und die Maßregelung von bodenlosen Kindern, alles getragen von einem warmen, sommerlichen Vibe. „Ich hatte einfach wenig bis gar keinen Bock mehr auf den alten Sound, vor allem auf akustische Gitarren – generell Gitarren, der Sound hatte sich für mich erschöpft. Auch wenn ich nicht bereue, was ich davor gemacht habe, ich hatte einfach mehr Interesse an Flächen, an Synths, an straighten Beats“ erzählt der Musiker im Interview. Die Songs sollten zwar immer noch eine gute Melodie und einen guten Refrain haben, aber alles losgelöst vom Gitarrenspiel. „Ursprünglich wollte ich eine Platte machen, die den Vibe von Admas ‚Sons Of Ethiopia‘ transportiert – ruhig und gechillt aber auch dynamisch.“ Der Arbeitstitel für „Moony“ sei deshalb eine lange Zeit „You’re Chilling with JFR Moon“ gewesen.

Ich komme auch ohne Studio aus, mir geht es mehr um die Idee und das Feeling.

Aufgenommen wurde „Moony“ in klassischer Homerecording-Manier von JFR Moon in seinem Zimmer, damals noch in Stuttgart. „Ich liebe diesen DIY-Charme, Leute die ihr Ding alleine durchziehen. Ich höre auch sehr gern Musik, die einen unfertigen und rohen Touch hat. Zu glatte, hochproduzierte Alben finde ich oft eher langweilig. Mir fehlt es da an Seele oder etwas Brüchigem, Echtem. Homerecording ist cool, aber immer auch eher ein Mittel zum Zweck. Studiozeit ist einfach viel zu teuer, wenn man alleine ist. Aber ich komme auch ohne Studio aus, mir geht es mehr um die Idee und das Feeling.“ Ganz auf sich allein gestellt war JFR Moon bei der Produktion seines neuen Albums allerdings nicht: Kevin Kuhn von Die Nerven steuerte Drums bei, Dennis Melster von der Blue Angel Lounge Gitarrensolos und Martha Rose einige Geigenklänge.

Foto von Fay Nolan

Dass JFR Moon in der Stuttgarter Musikszene verwurzelt ist, zeigen nicht nur die Gastbeiträge auf seinem neuen Album. Neben seinem Soloprojekt spielt er in der Post-Punk Band Human Abfall. „Ich denke Human Abfall passt zu JFR in etwa so, wie eine Adidas Jogginghose zu classy, braunen, geflochtenen Lederschuhen – es ergänzt sich gut. Human Abfall ist eher aggressiv, JFR eher ruhig, gefühlvoller. Das kommt aber vor allem daher, dass ich zu Hause in meinem Homestudio eher chilled Sachen mache, allein schon wegen der Nachbarn. Seit ein paar Monaten bastel ich aber auch an HipHop-Beats mit meinem Bruder. Ich höre einfach viel unterschiedliche Musik. Hauptsache es hat eine gute Energie und ist frisch.“

Einen ersten Einblick in sein neues Album gewährt JFR Moon nun mit dem farbenfrohen Musikvideo „SWIM“. Die Idee zum Video sei ziemlich schnell entstanden, weil der Song davon handele, jemanden im Freibad kennenzulernen („met her in a swimming pool“). „Im Spätsommer 2016 habe ich das Video dann mit der Leipziger Fotografie Studentin Julie Hart im Bad Berg in Stuttgart gedreht. Das ist ein schickes, aber sehr altes Mineralbad aus den 50er Jahren, das ewig nicht renoviert wurde und dadurch einen super Charme hat. Es sind fast nur Profi-Hedonisten dort. Eigentlich wird die ganze Zeit Bowle getrunken.“ Der Dreh sei ziemlich schwierig gewesen, weil es keine offizielle Drehgenehmigung gab. „Wir haben uns echt durchgeschlichen, Kamera eher versteckt gehalten und waren schlussendlich vier Tage am Stück da, bis wir genug Material hatten.“

Seht hier die exklusive Videopremiere von „SWIM“:

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