Liebe und Sehnsucht: Honne setzen in ihren elektronischen Stücken auf Emotionen

Das britische Duo HONNE brillierte auf seinem Debütalbum aus dem Jahr 2016 mit geschmeidigen Soul-Anleihen und modernen RnB-Sounds. Im #MeltFriday erfahrt ihr mehr über James Hatcher und Andy Clutterbuck.
Foto: Atlantic Records

Der Name Honne mag im ersten Moment wie ein Kunstwort wirken, tatsächlich haben James Hatcher und Andy Clutterbuck den Begriff aber aus dem Japanischen übernommen. Dort steht er für „wahre Gefühle“, die man nur im Freundes- und Familienkreis zeigen kann. Ihr selbstgegründetes Label benannten Honne nach dem Gegenbegriff Tatemae, der die Fassade, die Menschen öffentlich aufrechterhalten, beschreibt.

Der Kontrast und die Bedeutung der Wörter faszinierte Andy, als er sich längere Zeit in Japan aufhielt. Dort endet der Bezug zum Land allerdings erstmal. Das Duo hat seine Basis nämlich im Osten Londons. Deutlich von der britischen Heimat beeinflusst ist deswegen die zeitgemäße elektronische Popmusik der beiden, die sanft in Richtung Future Soul und 90er RnB neigt, mit der auch Jack Garratt und Co. in den letzten Jahren experimentierten.

Honne wuchsen langsam mit der Strömung heran: Andy und James lernten sich Ende der 00er an ihrem ersten Tag am Music College kennen. Zwei, drei Tage später, erzählen sie im Gespräch mit interview.de, schrieben sie schon gemeinsam an einem ersten Song. Bis die Briten sich als Honne der breiten Öffentlichkeit vorstellten, dauerte es allerdings noch einige Zeit.

Ihre erste EP „Warm On A Cold Night“ erschien im Herbst 2014. Innerhalb eines Jahres folgten vier weitere EPs, was die Briten zum neuen Typ Künstler aufsteigen ließ, der noch vor dem ersten Album dank guter Playlist-Platzierungen bei Spotify und unzähliger Streams im Handumdrehen eine große Fanbase gewinnen kann.

Als Honne Anfang 2016 unlängst in aller Munde sind, erscheint ihr Debütalbum „Warm On A Cold Night“. Musikalisch halten die 16 Tracks, was der Titel verspricht. Entspannt groovende Synthies schmiegen sich verträumt-samtene Vocals und machen die Songs zur perfekten Begleitung, wenn man sich beim nächsten Unwetter mit Tee in eine Decke einwickeln möchte. Für den Track „Someone That Loves You“ konnte das Duo außerdem die aufstrebende Sängerin Izzy Bizu als Feature gewinnen, die sich mit ihrer Stimme bestens in das wärmende Gesamtbild einfügt. Inhaltlich schließt sich der Kreis zu den „wahren Gefühlen“: Honnes Lieder handeln von essentiellen Empfindungen wie Liebe und Sehnsucht.

Live setzen die Briten ihre elektronische Musik mit einer Band um: Das Duo ergänzen auf der Bühne ein Bassist, Schlagzeuger und eine Background-Sängerin, wodurch es Honne auf Konzerten gelingt, jedem Song live nochmal eine ganz andere Note zu verleihen. Bilder von ihrem gefeierten Berlin-Auftritt letztes Jahr findet ihr hier. Mit ihrer Live-Show pendeln sie aktuell durch die ganze Welt: Spanien, Niederlande, Singapur, USA, Japan und viele andere Termine standen und stehen auf dem Plan. Die Chance, sie in Deutschland zu sehen, sollte man auf dem Melt Festival unbedingt nutzen!

Tom Misch, Sylvan Esso und unsere Highlights aus dem Lineup des 20. Melts haben wir euch in den letzten Wochen in der Rubrik #MeltFriday vorgestellt. Tickets könnt ihr hier gewinnen.