Videopremiere: Fevvers – „Trust“

In elektronischen Gefilden ist der Niederländer Monty Mouw schon länger aktiv, jetzt wagt er mit Gitarre und unter anderem Namen einen Neustart. Als Fevvers präsentiert er Popmusik mit 80s-Touch, die von seiner eindringlichen Stimme lebt. Seht hier die exklusive Premiere des farbenrohen Musikvideos "Trust".
Still aus dem Musikvideo "Trust"

Der in Amsterdam geborene und in Berlin lebende Künstler Monty Mouw war lange Zeit als House DJ und Produzent aktiv, wendet sich nun aber unter neuem Namen der Popmusik zu. Als Fevvers spielt er viele Instrumente seiner Songs selbst ein – dazu gehören Gitarre, Piano, Synths, Bass und Drums – und gibt dem ungewöhnlich klingenden Ensemble durch seine eindringliche Stimme einen besonderen Halt. Über einen Zeitraum von vier Jahren hat der Musiker in ganz Europa an Liedern gearbeitet, die demnächst auf seiner ersten EP erscheinen sollen. Im Interview fasst er zusammen: „Ich glaube, die Songs geben ganz gut meine Pop-Seele wieder. Irgendwas zwischen Melancholie (um nicht Rumgeheule zu sagen), Groove und Hoffnung – ich hoffe in umgekehrter Reihenfolge.“

Einen ersten Einblick in seine kommende EP gewährt Fevvers mit dem Musikvideo zu „Trust“. Im Song erzählt der Sänger von der gemeinschaftlichen Isolation auf der Tanzfläche im Club und dem Verlangen nach menschlichen Begegnungen – Situationen, die Fevvers aus seiner Zeit als DJ kennt. „Als sogenannter DJ wird man ja vornehmlich auf Partys und in Clubs gebucht, wo die Leute ‚Party machen‘ wollen, wie auch immer das dann aussieht. Im Optimalfall bedeutet das für mich: Tanzen und dabei neue Moves finden, lachen, die Augen schließen, mit den Leuten und der Musik um mich herum rum verschmelzen und danach mit einem anderen Gefühl nach Hause gehen. Quasi einen Moment emotionaler Anarchie im positivsten Sinne erleben und diesen mit anderen teilen. So ähnlich geht es mir aber auch, wenn ich ein tolles Konzert sehe oder ein gutes Album höre.“ 

Für mich ist alle Musik eins und gehört zusammen

Einen großen Unterschied zwischen seinen House-Produktionen, dem Auflegen und Popmusik kann Monty Mouw nicht erkennen. „Genre-mäßig kann man bestimmt irgendwie sagen: ‚Das ist Pop, und dies ist House.‘ Natürlich unterscheiden sich die Instrumente, Klänge und teilweise auch die Rhythmik, aber für mich ist alle Musik eins und gehört zusammen.“ 

Nachdem er in seiner Jugend in unterschiedlichen Bands gespielt hat, kommt Monty vor knapp sieben Jahren nach Berlin und wird dort mit elektronischer Musik konfrontiert. Schnell brennt in ihm die Leidenschaft für die stampfenden Klänge und er beginnt, eigene House-Tracks am Computer zu produzieren. Dass er jetzt zur Gitarre zurückkehrt, hat für ihn einen sehr einfachen Grund: „Ich hatte keinen Bock mehr, zwei Stunden Kick-Samples zu suchen, zu schneiden, zu layern und so weiter. Da habe ich irgendwann einen Rappel bekommen, den Rechner zugeklappt und die Gitarre wieder in die Hand genommen. Danach hab ich den natürlich wieder aufgemacht – geht mittlerweile auch viel schneller!“ Die Entscheidung, eine bestimmte Art von Musik zu machen, treffe er aber nie bewusst. „Ich glaube die Musik, mit der ich mich in einem Moment viel beschäftige, hat dann irgendwie auch einen Einfluss auf die, die ich mache. Das war in den letzten Jahren aber eigentlich nie Popmusik, und doch ist Popmusik daraus geworden.“

In seiner ersten Single „Trust“ stellt Fevvers besondere Produktionsfertigkeiten unter Beweis und kombiniert südamerikanisch und afrikanisch beeinflusste Rhythmen unter anderem mit einem „hochdramatischen“ Saxophon-Solo. Das Solo sei im Originalkontext der 80er Jahre ziemlicher Kitsch, mache in diesem Song aber Sinn und dürfe auch mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis genommen werden, erklärt er. Anfangs sei ihm die 80er-Referenz seines Songs auch gar nicht bewusst gewesen. „Aber es macht schon Sinn, das Sax-Solo ist schon gut corny, genauso die Synths und Gitarren. Ich finde aber, dass die übrigen Songs der EP ganz anders sind, obwohl sie mit den gleichen Instrumenten aufgenommen wurden. Ihr könnt euch dann in näherer Zukunft hoffentlich selbst ein Bild machen. Bis Ende des Jahres gibt es bestimmt mehr davon zu hören!“

Das Musikvideo zu „Trust“ hat Fevvers zusammen mit seinem Jugendfreund Felix Aaron gedreht, der zum Beispiel auch für die Clips von Black Chai Stevia verantwortlich ist. Im Video absolviert Fevvers den „Popstars Guide to Rock“, der in sarkastischer Art und Weise darstellt, wie es sich als Neuling im Showgeschäft anfühlen kann. Felix Aaron erzählt darüber: „Als ich ‚Trust‘ zum ersten Mal gehört habe, musste ich spätestens bei dem Zwischenteil, in dem das Saxophon einsetzt, an ein nostalgisches Musikvideo in einem Studio-Setting denken. Die ausgewählten Farben, Outfits und Kameraeffekte wie die Zooms unterstützen das natürlich. Inhaltlich haben diese alten Musikvideos für mich aus heutiger Perspektive etwas pathetisches, komödiantisches und vor allem sarkastisches.“

Seht hier die exklusive Videopremiere von „Trust“: