„Die Luft ist kalt am Roten Platz“: Flut präsentieren neues Video „Agent 08“

Flut gehören mit ihrer Mischung aus nostalgischen 80s-Sounds und großartigen Videoclips zu den spannendsten deutschsprachigen Künstlern unserer Zeit. In der Vorabsingle zu ihrem Debütalbum beschäftigen sie sich mit einer Affäre zwischen zwei Agenten. Seht hier das Musikvideo zu "Agent 08".

Die Band Flut aus Oberösterreich spielt seit einiger Zeit mit der Ästhetik der 1980er-Jahre und es halten Synthesizer, Vocoder sowie VHS-Optik Einzug in Songs und Videos. Im Frühjahr 2017 hat die Gruppe ihre „Nachtschicht“ EP veröffentlicht, auf der sie Künstlern wie Spliff, Minisex oder Steinwolke folgt und mit sphärischen Klängen, mitreißenden Drums und bombastischen Gitarren die Neue Deutsche Welle ins Hier und Jetzt transportiert.

Songs wie „Linz bei Nacht“, „Sterne“ oder „Splitter aus Glas“ bewegen sich zwischen mitreißendem Stadionrock und nostalgischem Synth-Pop, dabei erzählt das Quintett eindrucksvolle Geschichten von Raubüberfällen, Flügen ins All oder nun auch von Agenten am Roten Platz im Moskau. Dazu erklärt die Band: „Uns reizt es besonders, dass diese Geschichten irgendwie auch etwas Ungreifbares haben. Dadurch, dass wir weder im Weltall unterwegs, noch in Geheimdienst- oder Linzer Unterweltaktivitäten involviert sind, sind wir viel freier darin, wie wir die Songs auffassen. Es fällt uns dadurch leichter den Bogen spannen und Parallelen zu aktuellen Situationen ziehen zu können.“

Mit dem Video zu „Agent 08“ geben Flut einen ersten Einblick in ihr Debütalbum, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. In der neuen Single geht es laut Sänger Johannes Paulusberger „nicht ausschließlich um eine Affäre zwischen zwei Agenten“, sondern um das generelle Gefühl, zwischen den Fronten zu stehen und vor etwas davonzulaufen.

Seht hier das Musikvideo „Agent 08“:

Das eindrucksvolle Video zu „Agent 08“ wurde wie schon die vorausgegangenen Clips von der Band selbst konzipiert, Schnitt und Regie übernahm Manuel Hauer. Hier liegt auch der Ursprung von Flut: Angefangen hat nämlich alles mit einem tragbaren VHS Rekorder. Die fünf  Bandmitglieder haben in ihrer Jugend und Freizeit analoge Filme gedreht und sich dabei in die bunte, aber auch dreckige Ästhetik verliebt. Im Interview erklärt die Band, dass der Dreh zu „Agent 08“ allerdings etwas anders abgelaufen sei, als die vorausgegangenen: „Die größte Umstellung war wohl, dass wir diesmal kein detailliertes Skript hatten. Es war mehr wie beim Musik machen. Wir hatten ein paar Ideen und eine bestimmte Grundästhetik im Kopf und haben uns dann vier Tage in eine Halle eingesperrt und geschaut was dabei rauskommt.“

Nachdem Flut ihre erste EP veröffentlicht hatten, fiel es der Band zunächst einmal schwer, neue Songs zu schreiben. Bei der EP war es so, dass sich die Songs über eine längere Zeit angesammelt haben. Dieses Mal waren wir einfach zum ersten Mal in der Situation, dass wir von Null an ein ganzes Album schreiben mussten. Geklickt hat es dann, als wir alle Erwartungen über Bord geworfen haben und einfach begonnen haben daran zu arbeiten. Im Frühjahr gehen wir nochmal ins Studio und nehmen die übrigen Nummern auf.“

Mit „Agent 08“ präsentiert die Band nun in gewisser Weise einen neuen bzw. weiterentwickelten Sound – klarer ausproduzierte Klänge und vor allem ein veränderter Gesangsstil von Johannes Paulusberger fallen dabei besonders auf. „Im Vergleich zu unseren anderen Songs habe ich ‚Agent 08‘ als Möglichkeit gesehen, eine neue Dynamik hineinzubringen und etwas zu experimentieren. Ich hab dann gar nicht viel darüber nachgedacht und letzten Endes hatte ich dieses Mal in der Gesangskabine so viel Spaß wie nie zuvor! Es werden allerdings nicht alle neuen Songs in die Richtung gehen.“