Die besten Musikvideos der Woche

Wir haben die besten Musikvideos der vergangenen Woche zusammengestellt. Mit dabei: Clips von Sam Vance-Law, Ufo361, Ali As & Juju und Vizediktator.

Sam Vance-Law – Gayby

Mal abgesehen davon, dass seine erste Single „Prettyboy“ ein krasser Ohrwurm ist, der ein bisschen so klingt, als hätten sich Patrick Wolf, eine kokette Britpop-Band und Get Well Soon vor zehn Jahren zusammengetan, ist Sam Vance Law ein absolutes Multitalent. Bevor er vor fünf Jahren den Indiepop für sich entdeckte, spielte und komponierte Sam klassische Stücke. Wenn er in einem Nebensatz erwähnt, er sei mit Orlando aka Totally Enormous Extinct Dinosaurs in England zur Schule gegangen, ist das nur ein Zweig seines globalen Netzwerks: Als er nach Kanada, genauer Edmonton, zurückkehrt, hängt er mit Mac DeMarco, Sean Nicholas Savage und Tops rum. „Konsti“, wie er Konstantin Gropper von Get Well Soon nennt, begleitete er auf Tour. Am 2. März 2018 veröffentlicht Sam Vance-Law sein Debütalbum „Homotopia“. Mit wunderschöner Baritonstimme stellt er jetzt seine neue Single „Gayby“ vor und präsentiert dazu ein absolut sehenswertes Musikvideo.

 Ufo361 – Beverly Hills

Nach seiner erfolgreichen „Ich bin Berliner“-Reihe mit insgesamt drei Mixtapes veröffentlicht der Trap-Künstler Ufo361 am 13. April 2018 sein erstes richtiges Album „808“. Dass die Platte mit großer Spannung erwartet wird, zeigte sich zuletzt in Berlin-Kreuzberg: An einem Sonntagnachmittag versammelten sich im Görlitzer Park rund 400 Fans, weil der Rapper kostenloses Merchandise verteilte. Mit zunehmender Dauer der Versammlung heizte sich die Stimmung allerdings so auf, dass die Polizei mit 50 Einsatzkräften anrücken musste, um Ufo361 aus der Menge zu befreien. Ein Polizeisprecher erklärte dazu: „Der Herr hatte sich vor seinen Fans in einer Einfahrt versteckt und bat unsere Einsatzkräfte, ihn in Sicherheit zu bringen.“ Mit „Beverly Hills“ schickt Ufo361 das erste Musikvideo aus seinem kommenden Album ins Rennen. „Hier zählt nur, ob du Kohle machst. Nein, hier zählt nur ob du Kohle hast“ rappt er über einem düsteren Beat, das ganze hat er mit ikonischen Bildern eines amerikanischen Motels unterlegt.

Kelvyn Colt – Bury Me Alive

Kelvyn Colt ist Sohn einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters. Bilingual in Wiesbaden aufgewachsen, fand er schnell Gefallen an der amerikanischen HipHop-Kultur, sodass er schließlich anfing, auf Englisch zu rappen. In seiner heutigen Wahlheimat London (im Jahr 2014 buchte er sich ein One Way Ticket in die britische Hauptstadt) hat er seine Debüt-EP „LH914“ aufgenommen, auf der Rap mit Grime und RnB vermischt. Mit dem ästhetischen Musikvideo zu „Bury Me Alive“, der Hauptsingle seiner EP, stellt Kelvyn Colt sein großes Talent unter Beweis und zeigt, dass er einer der spannendsten Rapper unserer Zeit ist.

Vizediktator

Halleluja, liebe Sünde, ich bin dein Kind“ singen Vizediktator in ihrer neuen Single „Halleluja“. Die aus Berlin stammende Band bezeichnet ihren Sound als „Straßen-Pop“, was am ehesten einer melancholische Mischung aus Post-Punk, Power-Pop und frühen NDW-Klängen nahe kommt. Zwischen Bands wie Turbostaat, Rio Reiser oder Wanda siedeln sich Vizediktator an und präsentieren emotionale Geschichten, die von unruhigen Herzen und treibenden Gitarren getragen werden. „Halleluja“ ist auf dem kommenden Debütalbum „Kinder der Revolution“, das am 16. Februar via Sportklub Rotter Damm erscheint, zu finden. Produziert wurde die Platte von Seeed-Gitarrist Rüdiger „Rübi“ Kusserow. Zuvor hatte das Berliner Quartett bereits Anfang 2016 die Debüt-EP „Rausch“ veröffentlicht.

Gewalt – Limiter

Seit der Bandgründung im Jahr 2015 haben Gewalt in bester DIY-Manier fünf Singles veröffentlicht und mit jedem neuen Stück eine eindrucksvolle Weiterentwicklung hingelegt. Ausgehend von Noiserock-Klängen hat die Gruppe einen ganzheitlichen Ansatz gefunden, der gleichermaßen auf Sound, Sprache, Live-Performance fußt. In seiner neuen Single „Limiter“ beschäftigt sich das Trio mit der Unmöglichkeit und Unentrinnbarkeit unserer Existenz und präsentiert dazu stoisch vorgetragene Textfragmente, die mit intensiven und noisigen Industrial-Sounds unterlegt sind. In grauer Tristesse hervorragend aufgegriffen wird die Thematik im sechseinhalb Minuten langen Musikvideo, das von Regisseurin Kira Pohl umgesetzt wurde.

Ali As & Juju – Heroin

Bereits auf seinem 2017 veröffentlichten Album „Insomnia“ kollaborierte der aus München stammende Rapper Ali As mit Nura und Juju von SXTN – der entstandene Track „Von den fernen Bergen“ wurde für Ali As zu einem vollen Erfolg: Mit über fünf Millionen Streams auf Spotify ist der Song einer der beliebtesten Track seines Albums. Mit Juju, der einen Hälfte von SXTN, hat Ali nun erneut zusammengearbeitet. Der entstandene Song trägt den Namen „Heroin“ und ist eine Hymne auf eine bittersüße Beziehung.

MC Bomber – Actionrap (feat. Tiger)

Anderthalb Jahre nach seinem letzten Sololbum „Predigt“ resümiert MC Bomber in seinem neuen Boom-Bap-Track „Actionrap“: „Ich habe keine gute Promo, wie ein Kindermörder, trotzdem läuft mein Tape in den allerletzten Hinterdörfern.“ In dem dazugehörigen Musikvideo begibt sich der Ostberliner Rapper dank Greenscreen auf eine Reise durch die (Youtube)-Weltgeschichte und tanzt so neben Putin, reitet auf einem Bären oder ist in einem Clip von BibisBeautyPalace zu sehen. „Actionrap“ ist der erste Einblick in MC Bombers neues Album „Gebüsch“, das am 30. März 2018 erscheint.