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Album der Woche: A. G. Cook – Britpop

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Tagged: A. G. Cook

Unser Album der Woche ist diesmal etwas schwierig zu sezieren – aber eigentlich gilt das für fast jedes Projekt von A. G. Cook. Mit seinem Label P.C. Music hat der britische Produzent in den 2010ern eine eigene Sparte von elektrisierender, futuristischer Pop-Musik eröffnet, die von Acts wie Charli XCX und SOPHIE popularisiert wurde und inzwischen ein weltweites Publikum begeistert. Zehn Jahre nach seiner Gründung 2013 haben sich im letzten Jahr die Pforten von PC Music wieder geschlossen. Mit seinem neuen Album „Britpop“ zollt A. G. Cook diesem Kapitel seiner Karriere nun noch ein letztes Mal Tribut – und zwar auf gleich drei Discs mit einer Laufzeit von fast zwei Stunden.

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Mehr noch, den Albumrelease umgibt eine umfangreiche Lore inklusive dreier seltsam vertrauter Websites: Wheatport, Witchfork und Wandcamp, wo sich noch mehr Musik und kryptischer Content findet. Mit der titelgebenden Gitarren-Musik aus dem Cool Britannia der 90er hat „Britpop“ nur bedingt zu tun. Stattdessen teilt A. G. Cook sein neues Projekt in drei Motive auf: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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Erstere und letztere erinnern in großen Teilen an den geladenen Zuckerschock-Hyperpop, den A. G. Cook als Produzent für andere und sowie eigene Projekte zum PC-Music-Signature-Sound gemacht hat. Eingebettet in diese teils ziemlich überfordernde Klammer findet sich mit Disc 2 eine echte Überraschung: Acht Songs, die oft nicht mehr als eine Gitarre, sparsame Synthies und Cooks fragile Stimme auffahren. Hier wird A. G. Cook vom Produzenten zum Singer-Songwriter – eine Rolle, die ihm ebenso gut steht und dann doch stellenweise an den fuzzy Indie-Rock der 90er und 2000er erinnert. Mit seinen drei grundverschiedenen Seiten beweist „Britpop“, dass der Abschied von PC Music nicht nur Grund zur Trauer ist, sondern eben auch ein spannendes neues Kapitel eröffnet.

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