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Alfie Templeman zelebriert das Erwachsenwerden auf „Radiosoul“

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Beim Hören seines zweiten Studioalbums vergisst man leicht, dass Alfie Templeman gerade mal 21 Jahre alt ist. Denn auf „Radiosoul“ präsentiert sich der englische Singer-Songwriter musikalisch so versiert wie ein alter Profi. Sein Acid-Pop-Sound findet auf jedem Song eine neue klangliche Erforschung, die durch Kollaborationen mit Producer-Größen wie Funk-Legende Nile Rodgers nicht nur musikalische, sondern auch persönliche Entwicklungen offenbaren.

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Sein Zuhause, seine Leute und sich selbst finden

Templeman veröffentlicht Musik, seitdem er 15 Jahre alt ist und verkörpert einen experimentellen, psychedelischen Bedroom-Pop-Sound. Auf „Radiosoul“ verarbeitet Templeman nun die Wachstumsschmerzen des Erwachsenwerdens auf seine eigene, funky Art und Weise. Dabei helfen ihm Weggefährten wie Producer Dan Carey oder auch Justin Hayward-Young von The Vaccines, dieses Gefühl einzufangen. „Jede Person, mit der ich gearbeitet habe, hat eine andere Atmosphäre in das Album eingebracht. [Das Album] ist uneingeschränkt und glücklich, überall hinzugehen„. Auch wenn Templeman eine etwas außergewöhnlichere Teenie-Zeit als andere Gleichaltrige hatte, findet der Multi-Instrumentalist trotzdem Ausdruck für die universellen Sorgen und Wünsche, die viele in dieser Zeit hegen. Über das konkrete Ziel des Albums äußerte sich Templeman wie folgt: „Es ging darum, mich wieder zurechtzufinden, mich wieder wohlzufühlen und auch erwachsen zu werden“.

Von Highlight zu Highlight

So ziemlich jeder Track offenbart ein kleines Stück von Templemans Selbstfindung. „Eyes Wide Shut“ war bereits vor Albumrelease erschienen und erweist sich weiterhin als ein Standout-Track, der mit seiner Funk-Pop-Ästhetik Respekt an Prince, The Talking Heads und mit seiner Panflöte besonders an Peter Gabriel zollt. Thematisch setzt sich der 21-Jährige hier mit dem Gefühl der Ohnmacht gegenüber einer sich immer verändernden Welt auseinander.

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Aber auch stillere Albumsongs behaupten sich gegen die bereits erschienenen, etwas explosiveren Singles „Hello Lonely“ oder „Beckham“. Ein Highlight stellt dabei „Vultures“ dar, der von Templeman selbst produziert und geschrieben wurde. Der Musiker blickt hier auf sein jüngeres Ich zurück und erkennt, dass er an den Hindernissen und Stolpersteinen in seinem Weg gewachsen ist. Der Track besticht dabei in seiner Einfachheit mit dem Zusammenspiel von Templemans Leadgitarre und den elektronischen Highlights. Das erinnert hier an den Psychedelic-Rock-Sound der Band Khurangbin, könnte aber auch auf einer dunkleren Version einer Parcels-Platte erscheinen.

Von Stimmung zu Erfahrung

Mit „Radiosoul“ summiert Templeman seine Jugendjahre zwischen dem aufregendem Leben auf Tour und der Suche nach sich selbst. In den Tracks zeichnet er sich dabei als reflektierten, jungen Menschen, der sich nicht von momentanen Stimmungen leiten lässt, sondern sich auf seine Erfahrungen besinnen kann. Die musikalische Experimentierfreude kann ihm aber niemand nehmen, auch nicht die Zeit. Denn mit seinen Anfang Zwanzig kann Templeman schon jetzt auf eine Diskografie zurückblicken, die ihn in ihrer Diversität in all seinen Lebensphasen widerspiegelt. Und auch wenn er auf „Radiosoul“ mit einer Ära abschließt, gibt er uns einen ziemlich positiven Ausblick auf alles was kommt.

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