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Auf Wunsch von Adele: Spotify entfernt Shuffle-Funktion für Alben

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Die vergangenen Jahre haben einiges an Neuerungen und Veränderungen in die Musikindustrie gebracht. Eine der gravierendsten Entwicklungen ist wohl der langsame Niedergang des Albums als Konzept, um Musik zu veröffentlichen.

Ob dieser Untergang von Dauer oder eher eine temporäre Phase ist, bleibt abzuwarten. Für die nähere Zukunft sieht es aber erstmal danach aus, als wäre das Album ein Auslaufmodell. Statt aufwändigen, durchkonzipierten Projekten, die jahrelang in der Mache sind, müssen Künstler:innen nun konstant am Ball zu bleiben. Die Konsequenz: Singles im Wochentakt, knackige EPs oder überladene Alben, die eigentlich nur zum Befülllen der eigenen Playlist dienen. 

Adele will das Album retten

Doch es gib natürlich auch Musiker:innen, die diesen Entwicklungen und der damit einhergehenden Entwertung des Albums entgegenwirken. Ganz vorne mit dabei: Adele. Die Britin veröffentlicht ihre Musik nicht im Takt eines Release-Radars, sondern wenn sie ausgereift und fertig ist. Ganze sechs Jahre lag ihre letzte Veröffentlichung zurück, bis dann in der vergangenen Woche das neue Album „30“ erschien. Und das ist ein echtes Monument, mit einer Laufzeit von knapp einer Stunde, durch die Zuhörer:innen mit meisterhafter Dramaturgie geleitet werden.

Damit diese Dramaturgie bestehen bleibt und geschätzt werden kann, ist eine Voraussetzung besonders wichtig: Man muss das Projekt in der vorgesehenen Reihenfolge hören. Das war Adele ein besonderes Anliegen, mit dem sie sich kurzerhand an den Streaming-Giganten Spotify wendete.

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Denn in der Vergangenheit leuchtete bei jeder Album-Wiedergabe, prominent positioniert am Kopf der Seite, ein kleiner, grüner Button: Die Shuffle-Funktion. Ein Knopf, um Abwechslung und Zufälligkeit ins Hör-Erlebnis zu bringen – aber gleichzeitig leider auch die mühsam durchdachten Tracklists von Musiker:innen weltweit einmal auf den Kopf zu stellen. Damit ist jetzt Schluss. Spotify erhört die Bitte von Adele und entfernt, angefangen bei „30“, aber auch rückwirkend für jedes bisher erschienene Album auf der Plattform, den Shuffle-Knopf. 

Adele äußert sich auf Twitter zur Thematik

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Nie wieder Alben auf Shuffle?

Wer ab jetzt noch seine Lieblingsalben im Zufallsmodus hören möchte, muss über Umwege gehen. Sobald die Album-Wiedergabe erst einmal läuft, kann man natürlich immernoch in der Kontroll-Leiste zwischen normalem und Shuffle-Modus hin und her springen. Wesentlich komplizierter ist die Funktion damit nicht, sie steht nur weniger im Fokus als zuvor.

Es irritiert ein wenig, wenn man bedenkt, dass es nur die Aufforderung einer Größe wie Adele braucht, damit Spotify in Windeseile ein Update in die etablierte Funktion der Plattform bringt. Auf der anderen Seite haben wir hier eine Win-Win-Win-Situation für Spotify, die Konsument:innen und die Musiker:innen, allen voran Adele. Wie viel diese Neuerung wirklich bewirkt und am Hörverhalten ändert, bleibt abzuwarten. Trotzdem sollte man solche Situationen nutzen, um sich immer wieder bewusst zu machen: Wie wir Musik hören, ist nicht einfach Zufall oder kollektiver Zeitgeist. Die Entscheidungen von großen Industrie-Playern wie Spotify oder Apple haben einen beträchtlichen Einfluss auf unsere Art, Musik zu konsumieren –  mal zum Guten, mal zum Schlechten.

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