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Benzii: verletzlicher Techno-Pop aus Berlin

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Wenn die ganze Familie in der Musikindustrie arbeitet, kann man diesem Vorbild entweder folgen oder komplett ausbrechen. Elisabeth Renner aka. Benzii hat sich für eine Mischung aus beidem entschieden, denn während ihre Eltern im Labelbusiness unterwegs sind, hat sie als einzige in der Familie die Kreativkarriere als Musikerin eingeschlagen. Was früher jedoch mit Demos und Skizzen im Sand verlief, wurde mit dem Beginn des letzten Jahres plötzlich ernst und endete in Benziis erstem Release – ihrem Debütsong „Broken Mind“. 

benzii – Broken Mind

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Aller Anfang ist bekanntlich schwer und für den ersten Track brauchte es bei Benzii und ihrem Produzenten sogar ein ganzes halbes Jahr – fast wäre der Release sogar an dem ehrlichen und gnadenlosen Feedback Benziis eigener Familie gescheitert. Am Ende tat sie aber genau das, was sie immer macht, nämlich auf sich selbst vertrauen – und damit liegt sie goldrichtig. Herausgekommen ist ein authentisches Debüt, dass ihre Anfänge perfekt markiert. Sie ist nämlich nicht nur Sängerin, sondern auch Musikerin und schreibt ihre Songs am Klavier. Ganz reduziert startet Benzii daher in ihren ersten Song, bis die elektronischen Beats mit voller Wucht einsetzen und dem Track in eine ganz neue Richtung lenken. 

Es ist diese Ambivalenz aus zerbrechlichen Herzschmerz-Pop-Melodien und harten elektronischen Tanzvibes, die sich durch ihre Musik zieht wie ein roter Faden. Textlich wie auch gesanglich zeigt sie sich außerdem sehr verletzlich. Ein gutes Beispiel dafür ist ihr Song „Defense Mechanism“. Dort geht sie in Sachen Verletzlichkeit sogar noch einen Schritt weiter: Sehr direkt spricht sie persönliche Ängste an und lässt auch visuell die letzten Hüllen fallen.

benzii – Defense Mechanism

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Hinter dem Projekt Benzii steckt vor allem Experimentierfreudigkeit, dass zeigt auch ihre Anfang des Jahres erschienene Single „Commodity“. Diese verkörpert nicht nur rein musikalisch eine kraftvolle Ansage, sondern stellt gleichzeitig auch eine Abrechnung mit unbeliebten Dating App Bekanntschaften dar. Wie oftmals im Internet wird nämlich auch hier bei all den Swipmöglichkeiten vergessen, dass hinter den Bildschirmen echte Personen sitzen und keine Waren, die durch ein paar Klicks über die Ladentheke wandern. 

benzii – Commodity

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Speziell die Liebe und klassische Coming of Age Themen haben es der 19-Jährigen im Songwriting also sehr angetan. Aber anscheinend arbeitet sie schon fleißig an weiteren Songs, um auch thematisch der musikalischen Bandbreite gerecht zu werden. Benzii ist gerade dabei sich auszuprobieren und ihre musikalische Richtung zu finden. Bisher scheint es aber so, als wäre sie schon längst auf dem richtigen Weg.

benzii – Butterflies

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