DIFFUS

Billie Eilish landet in „all the good girls go to hell“ als gefallener Engel auf einer zerstörten Welt – und gibt damit ihren Kommentar zur Klimakrise

Posted in: FeaturesNews
Tagged: Billie Eilish

Seit ihrem 2015 veröffentlichten Debütsong „Ocean Eyes“ geht es für Billie Eilish steil Berg auf. Spätesten seit diesem Jahr und ihrem im März erschienenen Debütalbum „When we all fall asleep, where do we go?“ kommt man an der Amerikanerin nicht mehr vorbei. Mit ihrem melancholischen, unverkennbaren Sound und Texten, die oft fiktionale Geschichten über Liebe und Hass erzählen, erreicht sie ein breites Publikum über Generationsgrenzen hinweg. Mit gerade einmal 17 Jahren ist Billie eine der erfolgreichsten Künstlerinnen des Moments. Im Vergleich zu anderen MusikerInnen nutz sie ihre dadurch entstandene Reichweite und spricht Themen an, die in der Pop-Welt oft tabuisiert sind.

Auch ihre neuste Singleauskopplung „all the good girls go to hell“ ist da keine Ausnahme. Mit dem Song gibt Eilish ihren Kommentar zur Klimakrise. Der Song spielt in einer Welt, die durch die Erderwärmung komplett zerstört wurde. Im Text thematisiert Billie die verheerenden Waldbrände in Kalifornien und den Anstieg des Meeresspiegels, der im Laufe der letzten Jahre stark zugenommen hat. Die Lage, in die wir uns selbst gebracht haben, spitzt sich immer weiter zu. Darüber hinaus greift Eilish im Song laufend religiöse Bilder auf. Mit ihrer melancholisch-zarten Stimme singt sie über den Teufel, der auf ihrer Schulter sitzt und das Tor zum Himmel, dass für alle offen steht. Je weiter der Song voranschreitet, umso mehr wird einem bewusst, wie sehr sich unsere heutige Welt dem allgemeinen Verständnis der Hölle annähert.

Billie Eilish – all the good girls go to hell

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Anzeige

Mit diesen Metaphern arbeitet Billie Eilish auch im neuen Musikvideo zum Song. Zu Beginn werden Bilder gezeigt, die aufmerksamen Zuschauern und Zuschauerinnen bereits aus dem zuvor erscheinen Video zu „bury a friend“ bekannt vorkomen sollten. Der Rücken der 17-Jährigen wird von Menschenhand mit Spritzen malträtiert, woraufhin ihr Flügel wachsen. Die nächste Einstellung zeigt, wie Billie als gefallener Engel vom Himmel herab auf einer zerstörten, mit Öllachen bedeckten und in Flammen stehenden Welt landet. Ihre mit Öl bedeckten Flügel, machen es ihr unmöglich zu fliegen. Ein Schicksal das jährlich unzählige Vögel zu erleiden haben. Was Szenen einer Hollywood-Dystopie ähnelt, scheint, mit Bildern von Waldbränden und Öl bedeckten Meeresoberfläche im Hinterkopf, gar nicht so realitätsfern zu sein.

Um diese verzwickte Lage weiter zu verdeutlichen, macht Billie Eilish in der Beschreibung des Videos und auf die am 20. und 27. September weltweit stattfindenden Klimastreiks aufmerksam. In dem Text ruft Eilish ihre Fans dazu auf, ihre Stimmen zu erheben und an den Protesten teilzunehmen.

Anzeige
×