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Der Berliner Musiker WEIL ist frustriert vom ewigen Gleichgewicht

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Vor etwa einem Monat präsentierte der Schauspieler Anton Weil seine Debütsingle „In Meinem Kopf“ und legte damit den Grundstein für seine junge Musikkarriere. Während seine Gedanken damals noch voller Herzschmerz waren, wird es nun politischer. Aber genau diesen Kontrast soll auch das Debütalbum „Groll“, das im September erscheint, beherrschen. Denn es gibt genug unterschiedliche Gründe für seinen Ärger. 

Diesmal ist es die Resignation, die ihn nicht loslässt. Als fortwährender Kreuzberger hat Weil sicherlich die ein oder andere Erinnerung an die Revolutionären 1. Mai Demonstrationen im Zuge des Tag der Arbeit und den darauffolgenden. In dem neuen Song „2. Mai (Alles Bleibt Gleich)“ hält er die ewige Katerstimmung und das Ende der Revolution fest, bevor sie überhaupt begonnen hat. 

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Von der subtilen Klassenkritik zur daraus resultierenden Hilflosigkeit, die sich in einem fortlaufenden Kreis bewegt. Die Vorwärtsbewegung beim Flaschenschmeißen, die unweigerlich einen Rückzug einfordert. Diese Schleife und Tristesse wird im minimalistischen Musikvideo durch eine Schwarz-Weiß-Optik, Froschperspektive und Reverse-Effekten von Teresa Guggenberger und David Krätschmer aufgegriffen. Den melancholischen Beat dazu liefern Matteo Haal und Dienst&Schulter. 

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„Und ganz egal / Wie viele Steine ich auch schmeiß‘ / Wir wollen es alle anders / Aber alles hier bleibt gleich“, heißt es von Weil. Unterstützung beim Steineschmeißen bekommt er dabei von grim104, der sowohl im Video, also auch im Song einen Gastauftritt hat. Dabei gibt er die Hook seines „2. Mai“ Songs zum besten, der auf dem selbstbetitelten Debütalbum zu finden ist. Damals rappte er noch vom Wunsch des Ungleichgewichts, doch dem folgte die traurige Erkenntnis, dass nichts, wie es scheint, veränderbar ist. Heute, acht Jahre später, besingt Weil dasselbe Gefühl und kommt zu dem gleichen Schluss.

Doch so unterschiedlich die beiden ersten Singles auch sind, eint sie der ehrliche Zugang, der jedes Risiko der Verletzlichkeit auf sich nimmt, nur um sich authentischer denn je zu präsentieren. Anton Weil heißt alle willkommen in seinem „Broken Hearts Club“ und wir blicken gespannt in Richtung September, wenn das Debütalbum „Groll“ erscheint.