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Diese sieben Artists haben noch nie einen Grammy gewonnen

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Lana Del Rey

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#justiceforlana – warum dieser Hashtag nach der 6. Verleihung der Grammys trendet, kann man sich denken. Lana Del Rey geht trotz fünffacher Nominierung ihres jüngsten Albums „Did You Know There’s A Tunnel Under Ocean Boulevard“ leer aus – wieder einmal. Besonders bitter: Noch vor einem Jahr hätte Lana für ihr Feature auf Taylor Swifts Album „Midnights“, das als „Album des Jahres“ ausgezeichnet wurde, ebenfalls einen Grammy erhalten. Durch eine Änderung der Regelungen gilt dies ab diesem Jahr erst, wenn an mehr als 20 Prozent des Albums mitgewirkt wurde – und Lana war nur auf dem Track „Snow On The Beach“ zu hören. Kurz nach der Veranstaltung veröffentlichte die „Queen of Sadness“ ein Selfie von sich mit einer Waffe in der Hand. Meme-Gold für die Social-Media-Welt, die darin natürlich eine Message gegenüber der Grammy-Jury sieht. „Geh und nimm dir deinen Grammy zurück“ schreibt ein User unter dem Foto.

Queen

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Eine Band, die Jahrzehnte die internationale Musiklandschaft geprägt hat, ging bei den Grammys trotzdem immer leer aus. Ob es an den eigenwilligen Produktionen der Gruppe oder Freddie Mercurys offenem Umgang mit seiner Sexualität (was damals nicht immer positiv aufgenommen wurde) lag, können wir nicht sagen. Fest steht aber – an der Qualität der Musik kann es nicht gescheitert sein. Bei den Releases von insgesamt 15 Studioalben, die sich rund 200 Millionen Tonträger verkauft haben, wundert es uns schon, dass da nicht ein Grammy-würdiges Stück dabei sein soll. Hat sich die Recording Academy schonmal „Bohemian Rhapsody“ angehört??! Ganz ohne Auszeichnung mit dem goldenen Grammophon ist die Band allerdings nicht ausgegangen. 2018 erhielt Queen den „Lifetime Achievement Award“, der das generelle Lebenswerk der vier Musiker ehrt. Das ist zwar ein kleiner Trost, wird aber dem künstlerischen Output der Band trotzdem nicht gerecht. 

Travis Scott

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Ganz frisch nominiert und – wieder mal – leer ausgegangen: Travis Scott. Schon ganze zehn mal hatte der Rapper aus Houston die Chance auf ein goldene Grammophon: Zum ersten Mal für seine Mitarbeit an Kanye Wests experimentellem Yeezus-Track „New Slaves“, zuletzt dann am Sonntag für seinen psychedelischen Rap-Epos „Utopia“. Aber die Jury entschied sich in diesem Fall für „Michael“, das weniger populäre, dafür aber umso gefeierte Solo-Album von Killer Mike. Diese Entscheidung dürfte Travis Scott so gar nicht gepasst haben: Auf X teilte der Rapper nach der Zeremonie einen Emoji mit hochgezogener Augenbraue. Auch während seiner Performance bei der Award-Show konnte er seinen Ärger wohl nicht ganz runterschlucken. Als er gemeinsam mit Opium-Overlord Playboi Carti seinen Song „FE!N“ aufführte, schrie er: „They slept on me ten times!“. In dem Sinne: Gute Nacht!

Little Simz

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Die Londoner Musikerin, die mit bürgerlichem Namen Simbiatu Abisola Abiola Ajikawo heißt, veröffentlicht bereits seit 2010 unter dem Künslterinnennamen „Little Simz“ Musik. Mit mittlerweile fünf Studioalben hat die britische Rapperin sich ein Portfolio aufgebaut, das sich sehen lassen kann. Vor allem ihr Track „Venom“, den die Künstlerin in 2019 released hat, ist unser Ansicht nach eigentlich Grammy-verdächtig. Der Song findet Platz im gleichnamigen Film, welcher 2021 released wurde und der Single große Popularität eingebracht hat – zurecht. Der Track dreht sich um Mental Health und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Ein wahres Kunstwerk. So wie fast jeder Track der Londonerin mit nigerianischen Wurzeln. Ihre Releases sind einzigartig und kreieren ein Klangbild, das neu und aufregend ist. Und während die Grammy’s die Musikerin auf jeden Fall auf dem Schirm haben und sie auch auf ihrer eigenen Seite bereits in einer Liste vielversprechender Rapperinnen aufgeführt hat, reichte es bisher trotzdem noch nie für eine Nominierung.

Avril Lavigne

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Acht Nominierungen, kein Grammy – so lautet auch das Schicksal von Pop-Punk-Ikone Avril Lavigne. In den frühen 2000ern veröffentlichte der damalige Teenie-Star mit „Let Go“ sein Debütalbum, dass Superhits wie „Skater Boi“ oder „Complicated“ featured und ein absoluter Überraschungserfolg wurde. Über 18 Millionen verkaufte Tonträger hat die Platte erreicht, womit sie auf Platz acht der weltweit erfolgreichsten Alben der Jahre 2000 bis 2009 steht. Für einen Grammy hat es dennoch nicht gereicht, auch wenn alle acht erhaltenen Nominierungen im Rahmen von „Let Go“ stattfanden. Der Grund: Allem Anschein nach Jazz-Künstlerin Norah Jones. Die schlägt Avril nämlich 2003 in stolzen vier Kategorien und hatte mit „Come Away With Me“ selbst ein erfolgreiches Album am Start. Die folgenden Platten der Kanadierin Avril Lavigne kamen trotz stellenweise großen Erfolgen nie wirklich an „Let Go“ ran, zumal das Aufgebot an energischen Pop-Songs in den frühen 200ern mit Stars wie Christina Aguilera und Britney Spears sehr stark aufgestellt war. Zur falschen Zeit, am falschen Ort, Avril!

The 1975

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Mit „Being Funny In A Foreign Language” hat die Indie-Band The 1975 2022 ein spannendes Album veröffentlicht – das zumindest laut Sänger Matty Healy selbst eindeutig Grammy-würdig ist. Dass die Jury dies anders sieht und die Band nicht einmal für den begehrten Musikpreis nominiert, stößt bei Healy sauer auf. Er macht seinem Ärger bereits im Voraus Luft: „Die Tatsache, dass wir nicht für einen Grammy nominiert wurden, ist eine verdammte Schande“, so Healy in einem Statement, in dem er die Jury außerdem als „Dickheads“ bezeichnet. Vielleicht hätte man Matty Healy vorher einmal sagen müssen, dass noch nie ein Grammy mit der Beleidung der Jury gewonnen wurde. So folgt den Stand jetzt zwei Nominierungen vielleicht erstmal nicht so schnell eine dritte.

Björk

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16 Nominierungen und 0 Gewinne – im „Jahr der Frauen“, wie die diesjährige Grammyverleihung gerne betitelt wird, war Björk leider nicht nominiert – vielleicht hätte sie sonst endlich mal die Chance auf ein goldenes Grammophon gehabt. Die isländische Künstlerin, die mit vollem Namen Björk Guðmundsdóttir heißt, bereichert die Musikwelt seit 1993 mit extravangter Musik, die in sich schon als Kunstperformance angesehen werden kann. Björks „Weirdness“ macht sie aus und hebt sie ab von der glattgebügelten Popwelt. Möglicherweise gerade soviel, dass die Grammy-Jury mit dieser Außergewöhnlichkeit nicht umgehen kann. Zuletzt releaste Björk zum Beispiel ihr Album „Fossora“, das sogar für einen Grammy nominiert wurde, allerdings gegen Wet Leg verlor. Das Besondere an „Fossora“ ist, dass es eben keine Musik ist, die man mal eben so beim Geschirr Abtrocknen hört. Björk kreiert mit ihren Soundwelten eine Experience, die eher mit dem Gang in ein Theaterstück als mit dem einfachen Hören eines Albums verglichen werden kann. Der Zugang ist vielleicht nicht immer niedrigschwellig – das Erlebnis dafür aber umso hörenswerter.