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Dieser eine Song: Amy Macdonald – This Is The Life

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Tagged: Amy Macdonald

Anders als bei vielen anderen Musiker:innen stand für Amy Macdonald lange Zeit nicht auf dem Zettel, mit Musik irgendwann mal Geld zu verdienen. Durch Zufall fällt ihr mit zwölf Jahren das Album „The Man Who“ von Travis in die Hände, was sie sofort dazu bewegt, sich eine Gitarre zu kaufen und sich das Spielen autodidaktisch beizubringen. In der neunten Klasse taucht die Organisation „Impact Arts“ an ihrer Schule auf, mit dem Ziel, junge Musiker:innen aus der Gegend zu fördern. Kurze Zeit später steht die gerade erst 15-jährige Amy alleine mit ihrer Gitarre auf einer Bühne in Glasgow und gibt ihre Songs zum Besten. 

Ein Pete Doherty Konzert als Schlüsselerlebnis

Im Jahr 2006 besucht Amy Macdonald ein Konzert von Pete Doherty. Unwissend, was dieser Abend und die darauffolgende Nacht für sie und ihr Leben bedeuten, ist es zunächst noch das Ziel der Schottin, Sozialwissenschaften zu studieren. Im Rahmen der Aftershowparty des Konzerts spielt Pete Doherty jedoch ein kleines Akustik-Set, dem auch Amy beiwohnen darf. Ein paar Stunden später sitzen sie und ihre Freunde in einer Glasgower Wohnung, spielen Gitarre und lassen die Nacht ausklingen. In dieser Situation kommt der Britin die Idee zu „This Is The Life“, nichts ahnend was aus dieser kleinen Idee alles entstehen sollte.

Im Sommer 2007 ist es dann soweit: Das Debüt-Album „This Is The Life“ erscheint und sorgt in Großbritannien für Furore. Es dauert nicht lange, bis die Platte an der Spitze der UK-Charts steht und auch in anderen Teilen Europas unzählige Hörer:innen begeistert. Ihr Debüt wird mit insgesamt 9 Mal Gold und 22 Mal Platin ausgezeichnet – eine beeindruckende Leistung. 

Amy Macdonalds Debütalbum „This Is The Life“

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Mit „A Curious Thing“ erscheint 2010 das Nachfolgewerk der Britin, das nach dem großen Erfolg des Debütalbums mit Spannung erwartet wird. Amy Macdonald schafft es, die Erwartungen im Hinblick auf die Chartplatzierungen zu übertreffen, Kritiker:innen werfen ihr allerdings mangelnde Weiterentwicklung vor. Im Nachhinein gesteht sich Macdonald sogar ein, dass sie während der Entstehungszeit zu viel mit Touren und anderem beschäftigt gewesen sei, statt sich auf die Aufnahmen von „A Curious Thing“ zu fokussieren.

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Slow it down

Nach dem Release ihres dritten Studioalbums „Life in a Beautiful Light“ geht es für Amy wieder auf große Tournee – die jedoch ein vorzeitiges Ende nimmt. In einem Züricher Hotel erleidet die Musikerin einen Zusammenbruch und sagt daraufhin alle weiteren Konzerte der Tour ab. Sie entscheidet sich wieder in ihr Heimatdorf zu ziehen und legt eine kreative Schaffenspause ein. 

Ganze fünf Jahre dauerte diese Pause an, bis mit „Under Stars“ 2017 ihr viertes Studioalbum an den Start geht. Darauf wirkt die Schottin reflektierter und gereifter. So gibt sie in einem Interview selbst zu Wort: „Ich weiß, was ich kann. Im Mittelpunkt meines Schaffens stehen gute Songs und eine positive Botschaft. Ich will Musik mit Substanz machen (…)“.  Ihr bisher letztes Studioalbum  „The Human Demands“ erscheint Ende 2020 und befasst sich umso mehr mit Höhen und Tiefen, vor allem aber mit Entschleunigung und dem Versuch, Musik nur der Freude wegen zu machen.

Where you gonna sleep tonight?

Ein Mix aus Gitarrenpop, Folk und seichten Country-Einflüssen bereitete Amy Macdonald in jungen Jahren den Weg ins internationale Musikbusiness. Fast 15 Jahre später verbindet man die Britin noch immer mit dem Song, der ihr den absoluten internationalen Durchbruch mitbereitete: „This Is The Life“ ist die dritte Single-Auskopplung des gleichnamigen Debütalbums und beschreibt eine durchzechte Nacht, in der alles möglich ist. Wo man diese Nacht schläft? Ganz egal, die Frage wird sich schon mit der Zeit beantworten.

Amy Macdonald – This Is The Life

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Amy Macdonald durchlebte genau so eine Nacht nach der Aftershowparty des Pete Doherty Konzerts, sodass sie am nächsten Morgen trotz Kopfschmerzen sofort damit begann, die Grundstruktur des Songs zu Papier zu bringen. Vielleicht merkt man dem Song an, dass das Besungene wenige Stunden vor der Entstehung des Songs erlebt wurde oder man kann sich einfach gut in diese Situation hineinversetzen. Letztlich hat jeder seine eigene Idealvorstellung vom (Nacht-)Leben. Für Amy Macdonald jedenfalls ist es genau das: ungeplant durch die Nacht schweifen mit Musik, Freunden und neuen Bekannten, frei von Zwängen oder dem Gedanken daran, wo man am Ende dieser Nacht unterkommen kann.