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Dieser eine Song: BHZ – Hoodparadies

Posted in: Dieser eine Song

Sommer in Berlin, mit den Friends an der Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg chillen und aus Langeweile einfach mal ein bisschen vor sich her rappen. So weit so unspektakulär der Alltag von Longus Mongus, Ion Miles, Dead Dawg, Monk, Big Pat, MotB, Sami und Themba im Jahr 2014. Die acht Freunde, die wenig später als BHZ die Rap-Bühnen dieses Landes aufmischen werden, fangen an, peu à peu Songs auf Soundcloud hochzuladen, lange bevor die heute neunstelligen Streams auf Spotify und Co. absehbar waren. Eine Ära, die im Song „Hoodparadies“ verewigt bleibt.

„Nenn mich Winston, wenn ich an der Church chill“

Bis heute auf keiner Streamingplattform vertreten, beschreibt „Hoodparadies“ die Anfänge der Gruppe, die sich als Freunde im Berliner Bezirk Schöneberg die Zeit vertrieben. Die bereits erwähnte, immer wieder genannte Kirche gilt schon damals als Treffpunkt der Crew, von wo sich die Jungs scheinbar nur entfernen, um zu diversen Spätis oder zum nahen Kleistpark zu gelangen. So rappt Zeki Aram, der heute kein fester Teil der Gruppe ist, in „Hoodparadies“: „Nenn mich Winston, wenn ich an der Church chill“.

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Wir verbring’n unsre Zeit hier am Kiez / Unser Spielzeug: Mic und die Beats / Es duftet nach Weed, Hoodparadies – so laut Hook des Tracks der perfekte Tag für BHZ. Ein Hobby, dass wenig später so viel größer wird, als bloße Freestyle-Cyphers unter Freunden.

Denn BHZ sind mit ihrem frühen Boom-Bap-Sound, später dann mit Trap und Dance-Einflüssen, schnell zu einer Institution der jungen Deutschrap-Generation geworden. Stetige Releases, die das entspannte Lebensgefühl der einstigen Treffen an der Church in musikalischer Form an ihr Publikum weitertragen sind das Markenzeichen der Gruppe, deren Tracks für unvergessliche Sommernächte mit Freund:innen gemacht sind, in denen die Welt doch ganz okay scheint.

Ein ganz besonderes Lebensgefühl, dass die Gruppe auch in „Hoodparadies“ thematisiert: „Früher noch mit Taschendieben/ Fäusten, die in Gassen fliegen, siehst du uns heute vor Massen spiel’n / Danach ab zum Kiosk, lassen wir die Flaschen fließen/ BHZ – das ein Lebensgefühl“.

Nie ohne einander

Anfang 2017 erscheint die erste gemeinsame EP „Bananenshake“, ein Jahr später das Debütalbum „2827“, von wo aus die einzelnen Mitglieder anfangen, auch Solo ihre Fühler auszustrecken – aber nie ohne die Gruppe aus den Augen zu verlieren. Man denke nur an das jüngste Album „Endlich Wieder Sommer“ von Longus Mongus, bei dem mit Monk und Dead Dawg gleich zwei BHZ-Kollegen als Featuregäste vertreten sind. So sieht echte Crew Love aus – und daran hat sich seit „Hoodparadies“ zum Glück nur wenig geändert, auch wenn die Bühnen jetzt ein bisschen größer sind und die nächste Generation auf den Treppen der Church abhängt.

Unsere offizielle Playlist zu „Dieser eine Song“:

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