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Dieser eine Song: Rezz – „Edge“

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In den Weiten des EDM-Dschungels hat Isabelle Rezazadeh aka Rezz ihre eigene Nische gefunden und begeistert seitdem von den Niagara Fällen aus mit düsterer, wuchtiger Bass-Musik. Der Song „Edge“ gehört zu den bekanntesten Veröffentlichungen der kanadischen DJ und stellt den Mix aus düsterer Melodik mit einfachen, stumpfen aber dafür umso brachialeren Beats ihrer Bass-Musik dar.

Isabelle Rezazadeh wurde in der Ukraine geboren und großgezogen, ehe es die Familie in frühem Kindesalter nach Kanada zog. Rezz hatte dabei das Glück an einem der atemberaubendsten Naturphänomene der Welt leben zu dürfen, den Niagara Fällen. Im Alter von 16 Jahren begann die Kanadierin damit bekannte Songs aufzulegen und zusammen zu mixen, ehe sie auf einem Deadmau5-Konzert dazu inspiriert wurde eigene Musik zu produzieren, statt lediglich fremde Songstrukturen zu kombinieren. Nur mit Hilfe ihres Laptops begann Rezz damit elektronische Musik zu produzieren und lud ihre Werke bei SoundCloud hoch. Ihre Musik fiel zufällig Dubstep-Legende Skrillex in die Hände, welcher der jungen DJ ermöglichte ihre Single „Insurrection“ noch im selben Jahr über sein Label Owsla zu veröffentlichen, doch damit nicht genug. Der Quell ihrer Inspiration, der kanadische DJ und Producer Deadmau5, wurde ebenfalls auf die junge Produzentin aufmerksam und packte ihren Song „Serenity“ kurzerhand auf das Compilation-Album „We Are Friends, Vol. 4.“ seines Labels Mau5trap.

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Rezz – Edge

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Mit neuem Schwung und Selbstbewusstsein produzierte Rezz im Jahr 2016 ihre erste EP „The Silence is Deafening“, welche über Mau5trap veröffentlicht wurde und es bis auf Platz 19 der amerikanischen Dance-Charts schaffte. Wenig später stand bereits das Debüt-Album „Mass Manipulation“ in den Startlöchern, dass bei den Juno Awards zum Album des Jahres in der Sparte der elektronischen Musik gekürt wurde.  Isabelle Rezazadeh ruht sich auf ihrem Erfolg allerdings keine Sekunde lang aus, im Gegenteil. Sie lässt nicht nur die größten Festivalbühnen der Welt beben, sondern arbeitet währenddessen immer weiter an neuer Musik. So steht wenige Monate nach ihrem erfolgreichen Debüt-Album bereits das Nachfolgewerk „Certain Kind of Magic“ zum Kauf bereit. Seit dem Release von „Certain Kind of Magic“ ist es noch immer nicht stiller um die inzwischen 26 Jahre alte Kanadierin geworden. Neben der Arbeit an weiteren EPs versucht sich Rezz unter Anderem in einer Kollaboration mit der US-Amerikanischen Rockband Underoath. Außerdem wurde sie 2020 im Dokumentar-Film „Underplayed“ neben weiteren weiblichen Küntlerinnen der elektronischen Musik porträtiert und performte auf der Premiere des Films im Rahmen des Toronto International Film Festivals ein Live-Set.

Rezz ist ein gutes Beispiel dafür, dass EDM ein breitgefächertes Genre ist als auf den ersten Blick angenommen. Statt einer Aneinanderreihung von Ohrwurm-Melodien, auf die ein Gute-Laune-Drop gepaart mit Reizüberflutung folgt, setzt Rezz den Fokus lieber auf subtilere Klanggerüste. „Edge“ war Teil von ihrer ersten EP „The Silence is Deafening“ und steht exemplarisch für die Sound-Nische, die Rezz irgendwo zwischen Bass-Music und EDM für sich gefunden hat. Statt mit guter Laune füllt sich „Edge“ mit düsteren Synth-Sounds und Melodien, ehe diese von einem stumpfen und harten Dub-Beat unterbrochen werden. Da der Grundbeat so simpel aber brachial gehalten ist, lässt Rezz sich genügend Spielraum für Soundexperimente mit dem Synthesizer, die „Edge“ – neben seiner Einfachheit – die nötige Tiefe geben. Live erschüttert einen die Wucht hinter Rezz Musik bis ins Mark, abgerundet wird das Ganze aber noch mit einem visuellen Effekt: Wie ihr Idol Deadmau5 legt auch Rezz mit einer Art Verkleidung auf. Ist es bei Deadmau5 der bekannte Maus-Kopf, trägt Rezz während ihrer Sets stets eine mit LEDs besetzte Brille, die der ohnehin schon drückenden und düsteren Grundstimmung noch eine Prise Dystopie verleiht.