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Frisch, frischer, Dresden: Newcomer Gustav und seine Crew sorgen für zeitgenössischen Rap

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Egal ob Kasmir1441, Apache207 oder Ufo361 – im Rap-Game geht der Trend in Sachen Künstlernamen schon seit Jahren zum geheimnisvollen Zahlencode. Das dahinter meist nicht der Schlüssel für das persönliche Fahrradschloss oder der Kreditkarten-Pin steckt, sondern Hinweise darauf, in welche Stadt die jeweiligen KünstlerInnen beheimatet sind, das hat sich mittlerweile nicht nur in der Szene rumgesprochen. Eine (relativ) neue Crew, die sich genau diese Eigenschaft zunutze macht, ist 01099. Spitzfindige Rap-Fans dürften damit schon erraten haben, aus welcher Ecke des Landes die Tracks des Kollektivs zu uns nach Berlin herübergeweht sind – aus Dresden. Die sächsische Hauptstadt hat neben der Frauenkirchen, der Semperoper und dem Dresdener Zwinger nämlich auch zeitgenössischen Rap zu bieten. 

Seit einiger Zeit sind auch Gustav, Paul, Dani und Zachi für den musikalischen Output aus Sachsen verantwortlich und veröffentlich als Kollektiv unter dem Namen 01099 seit 2019 regelmäßig neue Musik. Erste Aufmerksamkeit erlangten die Jungs mit ihrer Ode an den isländischen Milchproduktehersteller Skyr, die gemeinsam mit ihrer Debüt-EP im Herbst 2019 die Streamingzahlen der Gruppe ankurbelten und den Weg für ein erfolgreiches 2020 ebnete. Erfolgreich ist dabei das richtige Stichwort: So gewannen die Dresdener im letzten Jahr unter anderem den BarsAufLevel Contest 2020 von 16Bars und sicherten sich somit eine Kollaboration mit den Star-Produzenten Lucry & Suena, standen im Fokus erster medialer Berichterstattungen und veröffentlichten ihr Debüttape „Morgensonne“.

Gustav – Frisch

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Dieser Tage startet vor allem eines der vier 01099-Mitglieder mit seinem Hit „Frisch“ senkrecht durch. Die Rede ist von Gustav, der ebenso wie seine Homies ein Dresdener Original und ein geschulter Instrumentalist (wenn man der Genius-Biografie des Kollektivs Glauben schenken mag) ist. Sein Rhythmusgefühl stellt der Rapper nicht nur durch seinen eleganten und smoothen Flow zur Schau, mit dem er harmonisch über die entspannten Beats von „Frisch“ gleitet, sondern auch im dazugehörigen Musikvideo. Darin erwarten uns nämlich statt Berliner Hinterhof-Romantik und Tracksuit-Ästhetik wie wir sie von unseren Hauptstadt-Vertretern gewohnt sind, ein kleiner Drohnen-gesteuerter Stadtrundgang durch Dresden. Mit FreundInnen, Bier und Skateboards im Gepäck ist zwischen obligatorischen Flunkyball-Sessions und kreativen Möglichkeiten, Glühwein im Freien zu erhitzen (Achtung: Nicht zuhause nachmachen!), dann sogar Zeit für ein paar klassische Performance-Szenen. Für uns nicht nur ein sehr sehenswertes Musikvideo, sondern auch ein Track, der ähnlich wie „Airwaves“ von Pashanim oder zuletzt „Bands“ von BHZ Deutsch-Rap wieder auf die Tanzflächen der Republik bringt.

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