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Füffi hat keine Angst vor „Pennywise“

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Tagged: Füffi

Als Schriftsteller Stephen King 1986 seinen Horror-Roman „Es“ veröffentlichte, hat er uns einen ganz schönen Floh beziehungsweise Clown in den Kopf gesetzt. Die geschminkte Gestalt, die unter dem Spitznamen Pennywise in einer Kleinstadt ihr Unwesen treibt und Kindern auflauert ist längst ein fester Bestandteil der Popkultur. Davon zeugt der berühmte Kinofilm, sowie die ebenso erfolgreiche Neuverfilmung und zahlreiche Referenzen in Literatur und Musik. Eine solche liefert jetzt auch Rapper Füffi mit seinem neuen Song „Pennywise“ – wobei der Horror-Clown hier noch das geringere Übel ist.

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„Do you want a balloon?“

Ein kleines Boot aus gefaltetem Papier segelt bei sintflutartigem Regen den Bordstein entlang und verschwindet in der Kanalisation. Der kleine Junge, der bis eben noch damit gespielt hat, beugt sich vorsichtig über den Gullideckel – und findet sich Auge in Auge mit einem finsteren Clown wieder. Diese eröffnende Szene von „Es“ sorgt damals wie heute für Albträume und ist mit Sicherheit für viele der Ursprung einer gewissen Skepsis für die rot-nasigen Entertainer. Aber so furchteinflößend Pennywise, die Horror-Schöpfung von Stephen King, auch sein mag: Füffi kennt noch viel tiefere Abgründe.

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Mental Health ist keine Währung

„‚Alles Kopfsache‘, sagen die bei Spiegel TV / Mein Verstand frisst den Rest von meiner Hirnrinde auf“, wortmalert der Rapper zu Beginn seiner neuen Single und nimmt uns mit auf eine Reise zur Angst vor der eigenen Psyche. Mental Health ist ein Thema für Füffi, so viel ist klar, trotzdem oder gerade deshalb wehrt er sich gegen die Fetischisierung von Depression und Co. Denn obwohl Emo-Rap der Sound der Stunde ist und psychische Probleme an manchen Stellen wie eine Währung gehandelt werden, sollte man das eigene Seelenleben mit dem nötigen Tiefgang behandeln. Füffi gelingt genau das.

Keine Angst vor Pennywise und dem Rap-Tellerrand

„Pennywise, Pennywise / Macht mir nicht im Ansatz so viel Angst, wie wenn es mich wieder zurück in deine Ecke treibt / Scary Mind, du hast kein Gesicht, nur Symptome und erstickst mich von oben“, schreit der Wahlberliner über einen Beat, der mit Alternative Rock genau so viel zu tun hat, wie mit Rap. Stichwort Rock und Rap: In diesen Belangen erinnert Füffi vielleicht an die Genre-Offenheit anderer Kollegen wie Casper, Goldroger oder Dissy und ein wenig von Zugezogen Maskulins „Plattenbau O.S.T.“ klingt hier auch durch. Dass Füffi auch anders und sehr viel elektronischer kann, bewies zuletzt seine Single „Gaptalk“, die uns auf sein kommendes Album „GAP“ einlädt.

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