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Metalcore goes Reggaeton & Imker infiltrieren Black Metal

Posted in: Hard in Here

Knocked Loose – You Won’t Go Before You’re Supposed To

Mit „A Different Shade Of Blue“ haben sich Knocked Loose seit 2019 zu der Metallic-Hardcore-Band der Stunde entwickelt. Ihr drittes Album beweist aber, dass die Band noch viel weiter über den Tellerrand hinaus schielt. Nichts macht das klarer als die Single „Suffocate“ mit Pop-Metal-Crossover-Star Poppy, deren Reggaeton-Break direkt auf TikTok viral ging.

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Von plumper Anbiederung an den Mainstream sind Knocked Loose jedoch weit entfernt, denn auf „You Won’t Go Before You’re Supposed To“ klingen sie vielleicht härter als je zuvor. Mathcore-Wahnsinn à la Converge trifft auf brutalste Breakdowns, aber eben auch experimentelle Percussion, Samples und Offenheit für Hooks – man höre nur „Don’t Reach For Me“ oder „Take Me Home“. Die Arf-Arf-Fraktion hat keinerlei Grund, sich zu beschweren, denn die Band aus Kentucky zerfetzt immer noch alles auf ihrem Weg. Die spannendsten Bands sind aber eben die, die sich auch mal was trauen. Alles richtig gemacht.

Agriculture – Living Is Easy

Ein Black-Metal-Release mit dem Titel „Living Is Easy“ zu veröffentlichen, ist blanker Frevel. Allein dafür muss man Agriculture schon lieben. Wie wir aber schon bei der Veröffentlichung ihres Debütalbums festgestellt haben, legt die Band mit ihrem „Ecstatic Black Metal“ nicht sonderlich viel Wert auf die ungeschriebenen Regeln des Genres.

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Die neue EP (ergänzt durch ein Rerelease der ersten EP „The Circle Chant“) ist eine weitere Ode an die erhabensten Momente unseres Lebens und die Kraft, die aus Gemeinschaft wächst. Ich will ja nicht schon wieder den Deafheaven-Vergleich bemühen, aber für einige Parts dieser Songs hätten die Blackgaze-Größen zu „Sunbather“-Zeiten ihre Omas verkauft. Neben einem balladesken Interlude und einem Spoken-Word-Track bietet uns „Living Is Easy“ zwar nur zwei vollwertige neue Songs, die sind dafür aber direkt zwei essentielle, intensive Highlights im noch überschaubaren Backkatalog der Band.

Naxen – Descending Into A Deeper Darkness

Okay, Ruhe bewahren, wir kriechen ja schon wieder zurück in die Schatten. Während Agriculture mit uns das Leben feiern, präsentieren uns Naxen das Dasein als inhärent schmerzvoll und hoffnungslos. Auf ihrem zweiten Album suhlt sich die Band wieder einmal mit vier ausufernden Songs in einer melancholischen bis depressiven Grundstimmung. Dabei klingt das Trio angemessen wuchtig und atmosphärisch, wenngleich einige der stärksten Passagen von „Descending Into A Deeper Darkness“ in der schieren Weitläufigkeit des Albums verloren zu gehen drohen. Nichtsdestotrotz in Sachen Songwriting und Produktion ein nicht zu unterschätzendes Juwel im deutschen Underground.

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Vígljós – Tome I: Apidæ

Bzz bzz! Nach monatelangem Summen im Untergrund ist nun endlich das erste Album der Schweizer Bienenzüchter Vígljós draußen, und jetzt schon eines der Black-Metal-Highlights des Jahres. Zwischen raw Old-School-Geschrammel, treibenden Grooves, unmenschlichem Geschrei und folkloristischen wie mittelalterlichen Elementen offenbart sich „Tome I: Apidæ“ als wirklich turbulenter Flug. Der schwirrende Bienenstock-Vibe ist hier durchgehend on point, und einen besseren Einsatz einer Kuhglocke hat man seit „Don’t Fear The Reaper“ nicht mehr gehört.

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Hier gehts zur Hard in Here Playlist:

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Christina Wenig ist Redakteurin, Journalistin und Fotografin aus Berlin. Für Magazine wie Visions und Metal Hammer schreibt sie über Metal, Hardcore und Artverwandtes; auf ihrem Instagram-Kanal teilt sie Live-Eindrücke aus verschwitzten Clubs und sinniert über Feminismus, Antifaschismus, Filme und ihren Hund.

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