DIFFUS

Hard In Here – mit Black Metal Rainbows, The HIRS Collective und FJØRT

Posted in: Hard in Here

V.A. – Black Metal Rainbows

Wir wissen es alle: Satan is queer as fuck. Für die Soli-Compilation „Black Metal Rainbows“ haben sich deswegen 130 (!) Acts aus Black Metal, Noise, Dungeon Synth und anderen Underground-Genres zusammengetan, um Spenden zur Unterstützung von Jugendlichen in der LGBTQIA+-Community zu sammeln.

Das Line-Up ist wild und reicht von den Post-Rocker:innen und früheren Witch-House-Darlings Esben And The Witch über die japanische Noise-Legende Merzbow bis hin zu den Red-And-Anarchist-Black-Metal-Posterboys Dawn Ray’d – alle vereint in ihrem Support für die queere Community sowie antifaschistischen, anarchistischen und antikapitalistischen Überzeugungen. What’s not to love?

Die Einnahmen von „Black Metal Rainbows“ gehen an The Trevor Project, Mermaids, Minus 18 und The International Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer and Intersex (LGBTQI) Youth & Student Organisation, die man natürlich auch einfach so supporten kann.

The HIRS Collective – We’re Still Here

Apropos Queerdos making noise: The HIRS Collective hat ein neues Album mit über 30 Gastmusiker:innen angekündigt, das in mir mehr Vorfreude auslöst als Weihnachten und Geburtstag zusammen. Das Punk-Kollektiv aus Philadelphia, das für die Rechte und Anerkennung von Mitgliedern LGBTQIA+-Community, PoC, Frauen und anderen marginalisierten Menschen innerhalb und außerhalb der Szene kämpft, stellt die Gemeinschaft über das künstlerische Individuum und hat für sein neues Album Mitglieder von Thou, Soul Glo, My Chemical Romance, Gouge Away, Screaming Females, Converge, Touché Amoré, La Dispute, The Body und und und verpflichtet – I mean, come on! „We’re Still Here“ soll erst im März 2023 erscheinen, vorab gibt es jedoch schon den Titeltrack mit niemand Geringerem als Rock-Ikone Shirley Manson und Folk-Rockerin AC Sapphire zu hören.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

FJØRT – nichts

FJØRT war für mich immer die Band, die Menschen hören, denen Turbostaat & Co. mittlerweile nicht mehr genug in den Arsch treten. Und den Arschtritt, den kriegt man auf „nichts“ auf jeden Fall. Die Aggression und Frustration, mit der sich die Aachener nach fünfjähriger Albumpause zurückmelden, gefällt mir sehr gut – auch wenn ich so meine Probleme habe mit Bands, die versuchen, die Welt mit abstrakten Wortkonstrukten zu outsmarten (*such art, much intellect*). Glücklicherweise kommt das Trio häufig genug auf den Punkt, um sich nicht in leeren Metaphern zu verlieren – etwa in der gnadenlosen (Selbst-)Abrechnung „kolt“. Musikalisch pendelt man sich irgendwo zwischen Birds In Row und Cult Of Luna ein, und allein damit hat man bei mir ja quasi schon gewonnen.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Iffernet – Silences

Black Metal aus Frankreich ist oft gut, fast genauso oft aber politisch fragwürdig. Gut, dass Bands wie Iffernet diese Regel brechen. Mit ihrem zweiten Album „Silences“ beweist die Band einmal mehr, dass raue Aggression und melancholische Atmosphäre sich nicht gegenseitig ausschließen. Iffernet reduzieren ihre rasenden Songs auf ihre rohe Essenz und machen damit jedes Riff, jeden Drumbeat und jeden Schrei umso intensiver und wirkungsvoller. Das ist die drei Jahre Wartezeit auf jeden Fall wert.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Ahab feat. Ultha – Prof. Arronax’ Descent Into The Vast Oceans 

Normalerweise sind mir die Funeral Doomer Ahab ja gelinde gesagt egal, dieses ganze nautische Bandkonzept erinnert mich zu sehr an Santiano. Wenn die aber eine meiner liebsten deutschen Black-Metal-Bands für ein Feature gewinnen können, höre ich doch mal hin. „Prof. Arronax’ Descent Into The Vast Oceans“ (arrr!) ist tatsächlich für die eine Minute ein ganz guter Song, in der Ultha-Bassist und -Sänger Chris mitkeift, die restlichen sieben Minuten braucht es für mich nicht.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Grift – Vilsna andars utmark

Und zum Schluss noch was for the comedown: Bei Grift handelt es sich um das Solo-Projekt des Schweden Erik Gärdefors, mit dem er sowohl seine Leidenschaft für Folk als auch Black Metal auslebt (wie man das als guter Skandinavier eben so macht). Nachdem ich ein eher enttäuschendes Full-Band-Live-Set von Grift gesehen habe, freue ich mich über die neue Akustik-EP „Vilsna andars utmark“, die perfekt zu ausgedehnten Herbstspaziergängen passt.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Die Hard in Here-Playlist

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert. Jetzt aktivieren.

Christina Wenig ist Redakteurin, Journalistin und Fotografin aus Berlin. Für Magazine wie Visions und Metal Hammer schreibt sie über Metal, Hardcore und Artverwandtes; auf ihrem Instagram-Kanal teilt sie Live-Eindrücke aus verschwitzten Clubs und sinniert über Feminismus, Antifaschismus, Filme und ihren Hund.